Handball

Liga-Auftakt in Hannover: SC DHfK Leipzig scheitert an eigenen Fehlern

Maciej Gebala und Co. müssen zum Saisonstart eine Niederlage hinnehmen.

Maciej Gebala und Co. müssen zum Saisonstart eine Niederlage hinnehmen.

Hannover. Seit Wochen galt die volle Konzentration von Cheftrainer André Haber und seiner Mannschaft dem Start der Handball-Bundesliga. Akribisch bereitete der Übungsleiter die Profis des SC DHfK Leipzig vor, erarbeitete neue Angriffsmuster und testete die Offensivmanöver in zahlreichen Testspielen. Doch pünktlich zum Auftaktspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf am Donnerstagabend konnten sich die Leipziger an eben jene Vorbereitung wohl nicht mehr so richtig erinnern und verfielen stattdessen in alte Muster der vergangenen Saison. Ein Technischer Fehler reihte sich in der Startphase an den nächsten, zu wenige Positionsangriffe endeten in Toren für die Grün-Weißen. Deutlich besser wirkten die Recken von Coach Christian Prokop zum Liga-Start eingestellt, bauten früh eine komfortable Führung auf und brachten diese über die Zeit. Das 22:25 (10:15) aus sächsischer Sicht offenbarte so manche Baustelle im Spiel des SC DHfK Leipzig.

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Stellschrauben beim SC DHfK sitzen nicht

Lediglich zwei Tore, dafür aber vier Technische Fehler standen bei den Leipzigern nach zehn Minuten zu Buche. Zudem hatten die Grün-Weißen bereits drei Mal mit der neuen Passregel bei Passivem Spiel Bekanntschaft gemacht. Glückte ein Angriff über die Außenpositionen entschärfte diesen meist TSV-Keeper Dario Quenstedt. Den sprichwörtlichen Wurm wollte Haber schnellsten wieder aus seinem Team herausholen, zog schon nach knapp zehn Minuten die erste Auszeit. Doch sein Team machte es im Anschluss kaum besser.

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Das lag allerdings auch am gnadenlosen Offensivspiel der Gastgeber, die Leipzigs sonst so starker Deckungsarbeit kaum eine Chance ließ. Zwei weitere Zeitstrafen gegen die Haber-Sieben kurz vor der Pause verhinderten zudem eine Aufholjagd, der 10:15-Pausenstand spiegelte die Partie bestens wieder. Zwei Stellschrauben wirkten mächtig verzogen: Der Spielaufbau aus dem Rückraum, der ohne Spielführer Luca Witzke auskommen musste, und die sonst so starke Deckung. Zu selten stoppten die DHfK-Männer die Angriffe ihres Gegners, kamen so kaum ins eigentlich charakteristische Tempospiel.

Technologie streikt

Beides wirkte im zweiten Durchgang verbessert, Minute um Minute kämpften sich die Sachsen heran. Dabei halfen zahlreiche Strafwürfe, die zunächst Viggo Kristjansson, nach zwei Paraden von Domenico Ebner dann Sime Ivic verwandelte. Das 17:20 nach 45 Minuten machte Hoffnung auf eine spannende Schlussphase, das 20:22 in der 53. Minute erst recht. Doch mit dem Ausgleich in Reichweite kamen auch die Fehler zurück ins Spiel des SC DHfK. Eine Zeitstrafe gegen Lukas Binder in der 58. Minute tat ihr übriges. Mit 22:25 unterliegen die Leipziger am Ende.

Einen ähnlich schlechten Start in die Saison erwischten übrigens auch die neuen Buzzer, die künftig von den Trainern für ihre Auszeiten genutzt werden sollen. Doch nach gut 35 Minuten streikte die Technologie. Bleibt die Hoffnung, dass diese Fehler zum nächsten Spieltag behoben sind – die der DHfK-Handballer und der neuen Buzzer.

Stimmen zum Spiel:

Maximilian Gerbl (TSV): Es hat unglaublich Spaß gemacht. Die Mannschaft hat sehr viel für mich gemacht, ohne sie wären die acht Tore gar nicht möglich. Wir haben das ganze Spiel gefightet, es gab immer wieder Rückschläge. Wir haben vorher gesagt, dass wir das Spiel bin die Breite ziehen wollen, über die Außen, das hat sehr gut funktioniert und kam mir natürlich zu Gute.

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André Haber (SC DHfK): Wir hatten einen sehr schlechten Start ins Spiel, mit vielen verlorenen Bällen. Das hatten wir uns ganz anders vorgenommen, ganz anders trainiert. Der Start war miserable und wir haben lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Als wir da waren, haben wir gesehen, dass wir mitspielen können, haben den Vorsprung der Recken verkleinert. 18 Technische Fehler sind alarmierend, genau das wollten wir reduzieren. Im ersten Saisonspiel mit der Aufregung ist das vielleicht ein bisschen verständlich – aber nicht über 60 Minuten. Das müssen wir besser machen.

Marian Michalczik (TSV): Leipzig bringt jede Menge Qualität mit. Aber wir haben sehr gut ins Spiel gefunden, haben uns viel Selbstvertrauen geholt, haben uns vorne die Zeit gelassen und waren effektiv. So haben wir uns den Vorsprung geholt, den wir am Ende des Tages nach Hause bringen.

Statistik:

TSV Hannover-Burgdorf: Gerbl 8/2, Feise 6, Brozovic 4, Fischer 2, Michalczik 2, Edvardsson 1, Mävers 1, Uscins 1

SC DHfK Leipzig: Ivić 9/2, Kristjansson 4/4, Binder 2, Krzikalla 2, Sunnefeldt 2, Ernst 1, Gebala 1, Jotic 1

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