Volkssport – Silvesterlauf

Schwitzen am Auensee: Beim Silvesterlauf ging’s in diesem Jahr heiß her

Silvesterlauf 2022 am Auensee in Leipzig: Siegerin Caroline Pohle (links) bei den Frauen und Sieger Habtamu Agumas Geleta bei den Männern.

Silvesterlauf 2022 am Auensee in Leipzig: Siegerin Caroline Pohle (links) bei den Frauen und Sieger Habtamu Agumas Geleta bei den Männern.

Leipzig. Es war ein Silvesterlauf, den man am besten in T-Shirt und ganz kurzer Hose bestritt. Ganze 18 Grad zeigte das Thermometer beim Startschuss um 12 Uhr für die sechs Runden um den Auensee. Da kamen die rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Zehn-Kilometer-Strecke ganz schön ins Schwitzen. Dennoch war der Tenor hinterher vor allem die Freude darüber, dass der Silvesterlauf überhaupt wieder stattfinden konnte, nachdem er zuvor zweimal Corona-bedingt abgesagt werden musste.

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Der Meinung war auch Caroline Pohle, die mit einer Zeit von 35:43 Minuten als schnellste Frau ins Ziel kam – vor Gabriele Honscha (37:12) und Bianca Bogen (37:59) auf den Plätzen zwei und drei. „Ich bin ohne große Erwartungen an die neue Strecke gegangen“, betonte die Leipzigerin, die zum ersten Mal beim Silvesterlauf siegreich war. Vorher war sie schon öfters mitgerannt, als der Traditionslauf (2022 zum 32. Mal ausgetragen) noch durchs Gehölz des Auenwalds ging. Direkt am See war’s nun deutlich enger, was dazu führte, dass die Topläufer wie Pohle im Zick-Zack um die anderen Teilnehmer flitzen mussten.

Im Zick-Zack um andere Teilnehmer drumrum

Mit der Zeit war die Lehramtsstudentin der Uni Leipzig dennoch zufrieden, nach einer längeren Pause war es für sie der erste Wettkampf seit Monaten. „Es lag wohl daran, dass ich einfach die schnellsten Beine hatte“, erklärte sie mit einem Lächeln. Da Caroline Pohle nach eigenen Angaben mit Wärme auch besser klarkommt als mit Kälte, waren die Bedingungen für sie dieses Mal auch optimal: „Auf der einen Seite ist es schön, auf der anderen Seite weiß man auch, dass die hohen Temperaturen mit dem Klimawandel zusammenhängen.“ Als gelernte Triathletin sind für die Sportlerin vom Verein Tri Stars Markkleeberg im nächsten Jahr der Leipzig-Triathlon im Juli (den sie in diesem Sommer schon gewinnen konnte) und die Triathlon-WM im August fest eingeplant, ansonsten geht es vorher erstmal ins Trainingslager.

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Das allererste Mal beim Silvesterlauf dabei war dagegen der Sieger bei den Männern: Habtamu Agumas Geleta (31:25 min) vor Richard Vogelsang in 32:19 Minuten und Rico Bogen in 32:23 Minuten. Der gebürtige Äthiopier lebt erst seit drei Jahren in Leipzig, wohin es ihn nach seiner Flucht aus dem Heimatland in Ostafrika gezogen hat. Nachts arbeitet er im BMW-Werk, tagsüber trainiert er regelmäßig bei der SG MoGoNo für seinen großen Traum vom Lauf-Profi.

Unter den Fittichen von Trainer Tasso Hanke hat sich der 21-Jährige zu einem großen Talent entwickelt. „Wobei er eher einer für die längeren Strecken ist“, erklärt sein Coach. „Deswegen habe ich im letzten Jahr auch die Sachsen-Meisterschaft im Halbmarathon geholt“, fügt Agumas Geleta in sehr flüssigem Deutsch hinzu. Laut Hanke gehört der junge Mann schon zu den fünf besten Cross-Läufern in seiner Altersklasse U23. In Leipzig konnte er bereits mehrere Wettbewerbe in dieser Disziplin für sich entscheiden.

Für den Äthiopier, der als nächstes beim Berlin-Marathon starten will, war das warme Wetter natürlich eher von Vorteil. „Minusgrade hätten mir nicht so gefallen“, sagt er. Nun will er möglichst schnell die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, da er bisher nur geduldet ist. Dabei könnten sportliche Erfolge helfen, etwa mit Hinblick auf einen möglichen Olympiastart. Und etwas feiern ist nach dem Sieg beim Silvesterlauf und der folgenden letzten Nacht des Jahres natürlich auch drin. Wobei in Äthiopien das neue Jahr eigentlich an einem Tag begangen wird, wie Habtamu Agumas Geleta erzählt – und das nächste Training am 1. Januar auch schon eingeplant ist.

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