Fußball-Regionalliga

Spätes Tor sichert den Heimsieg: Lok Leipzig schlägt Rot-Weiß Erfurt

Harte Zweikämpfe, gute Abwehrarbeit: Ben-Luca Moritz (Erfurt) und Linus Zimmer (Lok) im Duell um den Ball.

Harte Zweikämpfe, gute Abwehrarbeit: Ben-Luca Moritz (Erfurt) und Linus Zimmer (Lok) im Duell um den Ball.

Leipzig. Im direkten Duell der punktgleichen Verfolger gastierte am Freitagabend der Aufsteiger aus Erfurt im Bruno-Plache-Stadion. Sowohl der 1. FC Lok als auch die Rot-Weißen waren seit zwei Spiele ungeschlagen und darauf erpicht, eine kleine Serie zu starten. Diese Chance erhalten nun die Blau-Gelben aus Probstheida, die in einer umkämpften Partie in der 89. Minute noch den 1:0-Heimsieg sichern konnten.

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Lok dominiert erste Hälfte

Vor dem Anpfiff gab es einen wahren Ehrungs-Marathon, unter anderem wurde Lok-Stürmer Djamal Ziane, der mit nun 220 Einsätzen seit der Neugründung den bisherigen Rekordhalter Markus Krug ablöste, mit floralen Grüßen versehen. Ein echter Meilenstein, der gebührend gefeiert wurde, Stargast Steffen Freund applaudierte ebenso artig wie die 5053 anwesenden Zuschauer. Überhaupt wurde der Kick von Beginn an von einer tollen Stimmung auf den Rängen begleitet, dabei standen die etwa 500 Gästefans den Einheimischen in nichts nach.

Blumen für einen Dauerbrenner: Djamal Ziane wurde geehrt.

Blumen für einen Dauerbrenner: Djamal Ziane wurde geehrt.

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Ebenso energisch gestaltete sich auch die Anfangsphase des Spiels. Der 1.FC Lok spielte umgehend mutig nach vorne, vor allem über die rechte Seite wurde enorm viel Gefahr entwickelt. Nach zwei Minuten direkt der erste Aufreger, als der Ball dem Erfurter Verteidiger Amougou Nkoa im Strafraum-Getümmel vermeintlich an die Hand sprang – Kampfrichter Hannes Ventzke blieb stoisch ruhig, winkte ab. Nur fünf Minuten später eine fast baugleiche Szene, nach Flanke Dombrowa schnellten sogleich elf blau-gelbe Reklamier-Arme in die Höhe – wieder vergeblich.

Und was machte Erfurt? Der von Fabian Gerber trainierte Aufsteiger verlegte sich vorwiegend aufs Konterspiel, wenn Lok die Bälle weit vorne verlor. Vor allem der wieselflinke Kay Seidemann sammelte auf seiner rechten Außenbahn Meilen, nutzte mehrfach die defensive Unformiertheit der Hausherren aus. Insgesamt gehörte die erste Hälfte allerdings deutlich dem 1.FC Lok, die den Erfurtern mit starken Kreativmomenten von Tobias Dombrowa und Sascha Pfeffer die Luft zum Atmen nahmen – nur die Ernte wurde nicht konsequent genug eingefahren.

Lok bleibt oben dran

In den zweiten Durchgang schickte Cheftrainer Almedin Civa eine sowohl personell als auch mental unveränderte Truppe ins Rennen um das erlösende Tor, bissige Zweikämpfe und energisches Pressing bestimmten weiterhin das blau-gelbe Spiel. Nicht ganz an sein gewohntes Niveau kam allerdings Farid Abderrahmane heran, die 120 Pokalminuten am vergangenen Sonntag gingen nach zweiwöchiger Krankheit wohl nicht ganz spurlos an ihm vorüber. Etwas überraschend nahm Civa allerdings mit zwei Wechseln den Kapitän Sascha Pfeffer und den starken Osman Atilgan vom Feld. Mit Zak-Paulo Piplica kam frische Aggressivität ins Mittelfeld, er gab die personifizierte erste Pressinglinie, Theo Ogbidi sollte Tempo ins Offensivspiel bringen. Die Fans spürten, dass die Partie nun auf Messers Schneide stand und trieben ihre Mannen unermüdlich an.

Die versammelte Journaillie bereitete schon nach 70 Minuten ihre Spielberichte unter der Überschrift „Ein 0:0 der besseren Sorte“ vor, denn irgendwie wollte sich Durchschlagskraft auf beiden Seiten nicht wirklich einstellen. Doch einer wollte die Redakteure nicht so billig davon kommen lassen - der frischgebackene Rekordspieler! Kurz vor dem Ende noch einmal ein letztes Aufbäumen der Hausherren, Schuss von der rechten Seite von Djamal Ziane und der eingewechselte Bogdan Rangelov hielt seinen Huf hin (89.) – völlige Ekstase auf den Rängen.

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Mit dem völlig verdienten Dreier vermeidet man vorerst die Teilnahme am Schneckenrennen in der Regionalliga, bleibt nun oben dran und untermauert die eigenen Ambitionen. Am kommenden Samstag gastiert man in Cottbus und will Pele Wollitz dort ein Schnippchen schlagen.

„Habe ja gesagt, wie geil ich Flutlichtspiele finde“

Erfurt-Trainer Fabian Gerber sagte nach der Partie: „Wir kriegen wieder viele Komplimente für unser Spiel, doch dafür gibt es leider keine Punkte. Wir haben uns gut reingekämpft ins Spiel, gut umgeschaltet, waren aber nicht konsequent genug.“

Lok-Trainer Almedin Civa war zufriedener: „Wir haben angefangen wie die Feuerwehr und den Gegner kaum zur Entfaltung kommen lassen. Trotzdem mussten wir immer aufpassen, nicht ausgekontert zu werden, auch bei Standards ist der Gegner gut. Am Ende war es ein offener Schlagabtausch ohne die ganz großen Torchancen. Ich freue mich riesig über den Sieg, am Ende haben wir das richtig erzwungen mit tollem Einsatz und Wille. Nun gehen wir zufrieden nach Hause.“

Lok-Hüter Isa Dogan war von der Amtosphäre im Bruno angetan: „Ich habe ja gesagt, wie geil ich Flutlichtspiele finde, und heute war da keine Ausnahme. Es war lange Zeit sehr schwer und zäh heute, aber am Ende haben wir es erzwungen. Wir verspüren große Erleichterung, weil ein 0:0 auch ok gewesen wäre. Das Ende war unbeschreiblich, da freut man sich doppelt und dreifach!“

Von Gregor Meyer

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