NOFV-Oberliga Süd

Trotz Chancenwucher: FC Eilenburg mit geglücktem Auftakt

Erst der Auftaktsieg, dann die Trauung. Für Philipp Sauer ist es bereits jetzt ein perfektes Wochenende.

Erst der Auftaktsieg, dann die Trauung. Für Philipp Sauer ist es bereits jetzt ein perfektes Wochenende.

Eilenburg. Eine Schlitzohr-Aktion von Adam Fiedler hat das Auftaktspiel zwischen dem FC Eilenburg und Wacker Nordhausen entschieden. Der umtriebige Kapitän, der schon in der Vorbereitung mit irrem Elan glänzte, traf in der achten Minute aus spitzem Winkel zum 1:0 und dem Tor des Tages. 99 Prozent aller Spieler hätten den Ball auf den 11-m-Punkt zurückgelegt, zumal dort der freie Noah Baumann lauerte, doch Fiedler nahm selbst Maß und zauberte das Spielgerät zum ersten Oberliga-Treffer in dieser Saison in den Kasten. „Das ist das Alter“, lachte Fiedler über sein abgezocktes Tor.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Dass sein Treffer der einzige an dem kühlen Sommerabend bleiben würde, konnte in der Anfangsphase keiner erahnen. Eilenburg spielte die Gäste, die letzte Saison dem Abstieg von der Schippe sprangen, phasenweise schwindlig und kreierte beste Torszenen. Auf den Rängen lehnten sich die 150 Fans in Erwartung eines gemütlichen Fußballabends zurück. Diskutiert wurde nach der frühen Führung nur über die Höhe des Ergebnisses. Doch anders als fast parallel der große FC Bayern München legte der FCE nicht nach. Nordhausen hing am Tropf, atmete aber bis zur letzten Minute. Obwohl die Gäste nur einen halben Torschuss verbuchten, durften sie bis zum Schluss hoffen und um ein Haar jubeln.

Lesen Sie auch

In der letzten Minute bewies Felix Schwerdt Fairness. Der Nordhäuser war einen Tick eher als Eilenburgs Andreas Naumann am Ball, ließ sich aber nicht Fallen und provozierte damit keinen Elfmeterpfiff. „Das kann noch mal blöd für uns ausgehen“, sagte danach Geburtstagskind Benjamin Luis. An seinem 23. Geburtstag wollte er sich einfach nicht selbst beschenken. Statt dem Tor traf er nach dem Wechsel nur den Innenpfosten, dazu tappte er nicht nur einmal in die Abseitsfalle. Gleiches passierte auch seinem „Sturmkumpel“ Tim Bunge, der zudem im Abschluss glücklos agierte und zu oft die falschen Entscheidungen traf.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der erste Sauer unter der Haube

Trotz des Chancenwuchers war Eilenburgs Cheftrainer Sascha Prüfer nach der gelungenen Premiere happy: „Ich bin wirklich glücklich. Wenn du dir gegen so einen kompakten tiefstehenden Gegner so viele Chancen erarbeitest, dann spricht das auch für die Qualität der Mannschaft. Das Erarbeiten von Chancen ist die Königsdisziplin. Die Bälle drücken wir dann in den nächsten Spielen über die Linie“, flachste der 35-Jährige nach seinem gelungenen Einstand. Im Moment des großen Glücks dachte Prüfer auch an seinen Vorgänger Nico Knaubel, der gerade in Norwegen urlaubt. „Nico hat die Übergabe perfekt vorbereitet. Dieser Dreier ist auch für ihn.“

Dass Eilenburg das Spiel so fest im Griff hatte, lag auch am Gegner. Nordhausens Coach Matthias Peßolat ehrlich: „Ein Punkt wäre nicht verdient gewesen. Wir hatten im ganzen Spiel einen halben Torschuss. Dass Eilenburg nicht unsere Kragenweite ist, wussten wir vorher. Ich bin trotzdem nicht unzufrieden und unglücklich. Hier werden noch ganz andere Teams verlieren. Wir müssen woanders unsere Punkte holen“, schätzte er ein. Und so konnte es sich Philipp Sauer sogar erlauben, nicht „All in“ zu gehen. Aus gutem Grund verzichtete der Linksverteidiger auf den letzten heißen Zweikampf.

Der 27-Jährige heiratete am Samstag seine langjährige Freundin und wollte weder humpelnd noch mit einem Veilchen am Auge zum Altar schreiten. Klappte bestens und ließ Bräutigam und Braut strahlen. Geheiratet wurde im Botanischen Garten in Großpösna. Trauzeuge war – wie konnte es anders sein – sein jüngerer Bruder Pascal, der gemeinsam mit Philipp beim FCE kickt. Bei der Hochzeit waren einige Eilenburger Fußballkumpels dabei – und die hatten doppelten Grund zur Freude: Erster Dreier und der erste Sauer unter der Haube. Prost!

FCE: Naumann – Ph. Sauer, Jarosch, Schlicht, Vogel, Wadewitz (60. Kim), Baumann (71. Pa. Sauer), Aguilar, Luis (87. Borck), Bunge, Fiedler

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von Sanny Stephan

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Spiele entdecken