Handball-Bundesliga

TVB Stuttgart völlig neben sich: SC DHfK Leipzig holt dritten Sieg in Serie

Oskar Sunnefeldt zieht ab: Der SC DHfK Leipzig spielte beim TVB Stuttgart befreit auf und holte einen klaren Sieg.

Oskar Sunnefeldt zieht ab: Der SC DHfK Leipzig spielte beim TVB Stuttgart befreit auf und holte einen klaren Sieg.

Stuttgart. Etwas stimmte nicht in der Porsche Arena, vorne wie hinten. Weder bei den Handballern des TVB Stuttgarts noch bei der Technik in der Heimstätte der Schwaben liefen die Abläufe am Sonntagabend wie geplant. Die Gäste des SC DHfK Leipzig führten die Hausherren vor, setzten sich bereits in der ersten Hälfte auf zwischenzeitlich acht Treffer ab und brachten einen 33:26 (18:11)-Sieg mit in die Messestadt, den immerhin dritten in Serie. Weder der Ausfall des Innenblocks aus Marko Mamic (Kreuzbandriss) und Maciej Gebala (Wadenprobleme) noch der zwischenzeitliche Ausfall der Technik brachte die Grün-Weißen beim TVB aus dem Konzept. Befreit und mutig spielten die Leipziger eins der besten Handballspiele seit einer gefühlten Ewigkeit – hatten es gegen die völlig orientierungslose Truppe von Coach Michael Schweikardt aber auch überraschend einfach.

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Starker Auftritt von Keeper Saeveras

„Wir spielen jetzt etwas unkomplizierter – das ist aber nichts gegen André Haber. Es sind Kleinigkeiten“, erklärte Ex-Stuttgarter Viggo Kristjansson vor dem Match am Sky-Mikrofon. Kleinigkeiten, die große Unterschiede ausmachten. Denn im Duell mit den Schwaben machten die Leipziger viel weniger technische Fehler als unter ihrem alten Coach und waren auch in den Abschlüssen sicherer. Sogar in der Deckung machten sie einen guten Eindruck, auch ohne das Stammpersonal.

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In einer zunächst etwas torarmen Partie, gewann ab der fünften Minute die DHfK-Sieben die Oberhand. Großen Verdienst daran hatte Keeper Kristian Saeveras, der den ersten Angriff und den ersten Strafwurf der TVB-Truppe entschärfte. Im Zusammenspiel mit einer kompakten Abwehr kamen die Sachsen so immer besser ins Tempospiel und zogen nach neun Minuten bereits auf 6:1 davon. Klar, dass Trainer Schweikardt sich das nicht noch länger angucken konnte und legte wenig später die erste grüne Karte beim Kampfgericht ab. Die Auszeit-Buzzer streikten in der Porsche Arena, ebenso wie die Chips in den Bällen. Nach knapp 15 Minuten hatten die Schiedsrichter den Spielball zweifach austauschen müssen, da die Messgeräte sich gelöst hatten.

Rot gegen Gastgeber Stuttgart

Und so fehlerhaft wie die Technik spielten auch die Gastgeber, stellten später auf sieben Feldspieler um – und kamen auch damit unter die Räder. Was die TVB-Männer auch versuchten, es scheiterte. Mit 18:11 gingen selbstbewusste Leipziger in die Kabine und kamen ähnlich stark wieder aus den Katakomben der Porsche Arena heraus. Zwar konnten die Grün-Weißen ihre Führung zunächst nicht ausbauen, dafür aber die Schweikardt-Sieben ihre Lage weiter verschärfen. Denn Adam Lönn traf Kristjansson nach 34 Minuten mit der Hand im Gesicht, sah zurecht rot.

Doch das Aus für die Stammkraft rüttelte die TVB-Truppe ein wenig wach. „Wollt ihr sie einladen, wieder mitzuspielen? Konzentration!“, schimpfte DHfK-Coach Rúnar Sigtryggsson nach 44 Minuten (25:18) in einer Auszeit mit seinem Team. Eine unwirkliche Szene. Ein Leipziger Trainer, der bei einer Sieben-Tore-Führung unzufrieden ist. Könnte man sich dran gewöhnen.

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Genau wie an das Gesicht von Julius Meyer-Siebert im Aufgebot der Grün-Weißen, denn der 22-Jährige ist für einige Wochen in den Kader der Sachsen zurückkehrt. Der Youngster mit Zweitspielrecht für die Eulen Ludwigshafen soll im Rückraum und im Innenblock helfen, die Ausfälle von Mamic, Gebala und auch Lovro Jotic ein Stück weit kompensieren. "Ich freue mich wie immer, nach Leipzig zurückzukehren, auch wenn die Umstände mit den derzeitigen Verletzungen natürlich keine schönen sind und das Hin und Her logischerweise Herausforderungen mit sich bringt", so Meyer-Siebert vor dem Spiel. Viel zu tun bekam er jedoch nicht, denn nach der Auszeit vom neuen Cheftrainer fingen sich die Sachsen, stellten in der 51. Minute auf 29:20. Die Arena wurde leiser, die TVB-Männer sichtlich schwächer – und die Leipziger konnten ein Partie in aller Ruhe zu Ende spielen. Das nächste Novum in dieser Saison.

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Mit dem 33:26-Sieg und 10:16 Punkten stehen die Leipziger nun auf Rang elf der Tabelle, die an diesem Spieltag mächtig aufgewirbelt wurde. Die Füchse Berlin sicherten mit ihrem 32:26-Sieg gegen TBV Lemgo Lippe die Führung, auf Rang zwei steht der THW Kiel, der den amtierenden Meister SC Magdeburg am Samstag mit 34:33 in die Knie gezwungen hatte.

Stimmen zum Spiel

Simon Ernst (SC DHfK): "In der ersten Halbzeit haben wir eine sehr, sehr starke Abwehr gespielt, haben nur elf Gegentore kassiert. Kristian hat dahinter wieder sehr gut gehalten und auch im Tempospiel waren wir wieder konsequent. Wir ärgern uns tatsächlich ein bisschen, dass es nicht noch deutlicher ausgefallen ist. Und gleichzeitig können wir uns darüber freuen, dass wir uns ärgern, wenn wir überlegen, wo wir vor zwei, drei Wochen noch standen."

Max Häfner (TVB Stuttgart): "Wie haben das Spiel zum Großteil in den ersten zehn bis 15 Minuten verloren – da sind wir super schnell in den 1:6-Rückstand geraten. Wir waren heute in allen Belangen unterlegen, das fängt an bei der Körpersprache und beim Einsatz – da müssen wir uns in Frage stellen."

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Statistik

Tore TVB Stuttgart: Sliskovic 5, Fernandez 4/3, Jer. Müller 4, M. Häfner 3, Pfattheicher 3, Hanusz 2, Lönn 2, Zieker 2, Serrano Villalobos 1

Tore SC DHfK Leipzig: Klima 7, Binder 6, Kristjansson 6/1, Wiesmach 4, Sunnefeldt 3, Witzke 3, Ivić 2, Ernst 1, Maric 1

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