Reitsport

Voltigiererin Julia Wagner löst Ticket zur Weltmeisterschaft in Dänemark

Julia Wagner beeindruckt beim CHIO in Aachen mit Höchstschwierigkeiten auf ihrem Erfolgspferd Giovanni.

Julia Wagner beeindruckt beim CHIO in Aachen mit Höchstschwierigkeiten auf ihrem Erfolgspferd Giovanni.

Delitzsch. Zum ersten Mal hat sich Julia Wagner vom Reit- und Voltigierverein Schenkenberg für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Eine Überraschung, denn die Voltigiererin startete denkbar schlecht in die Saison 2022. Beim internationalen Turnier in Italien wurde sie nur Sechste – verpasste damit nicht nur die anvisierten Podestplätze, sondern auch die von Bundestrainer Kai Vorberg geforderte Note 8,0, um eine Einladung zum CHIO in Aachen zu bekommen.

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Nur eine Woche später fand die 24-Jährige wieder zu gewohnter Form zurück: Beim Heimturnier dominierte sie nicht nur überlegen die gesamte Damenkonkurrenz, sondern setzte sich auch deutlich vor Bundeskaderathletin Alina Roß. Eine goldene Schleife, eine 8,1 und eine Einladung zur ersten Sichtung zu den diesjährigen Weltmeisterschaften in Dänemark waren das Resultat. Damit nahm ihre Saison eine überraschend positive Wendung. Nach der Flaute in Italien war damit nicht zu rechnen.

Einladung zum „Weltfest des Pferdesports“

Beim Sichtungsturnier in Warendorf fand für Julia das erste Aufeinandertreffen mit der deutschen Voltigierelite statt. Obwohl sie die einzige nicht durch den Championatskader geförderte Athletin war, konnte sie sich haarscharf auf den vierten Platz setzen. Damit empfahl sie sich erstmals für eines der drei WM-Tickets.

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Die Erwartung an ihren Saisonverlauf wurde damit schon übertroffen. Unendlich groß war die Freude über die Nominierung in den Bundeskader und die Einladung zum CHIO in Aachen. Nicht ohne Grund wird das CHIO als Weltfest des Pferdesports betitelt. Die Albert-Vahle-Halle in Aachen bietet hervorragende Bedingungen und ein immenses Medieninteresse für den Voltigiersport, wie es für die Randsportart sonst unüblich ist.

Julia ging mit ihrem Erfolgspferd Giovanni an den Start, mit dem sie bereits seit 2013 eine Einheit bildet. Gemeinsam mit Longenführerin und Mutter Katja Wagner belegten sie in der Pflicht Rang vier (8,314). Dabei hatte sie wenig Abstand zur Drittplatzierten Nadja Büttiker (Schweiz) und einen gewissen Vorsprung zur hinter ihr platzierten Dänin Sheena Bendixen und empfahl sich ein weiteres Mal für die WM-Qualifikation.

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Am Nachmittag stand das Technikprogramm an – eine Stärke der Sportstudentin, die hier ihre koordinativen und athletischen Fähigkeiten besonders unter Beweis stellen konnte. Kurz vor ihrem Start setzte heftiger Platzregen ein. Dieser war so stark, dass Teile der Albert-Vahle-Haale überschwemmt wurden – der Wettkampf musste unterbrochen werden. Eine Herausforderung, da Julia und ihr Pferd in unmittelbarer Wettkampfvorbereitung waren. Nachdem sich das gesamte Organisationsteam des CHIO für eine Fortführung der Wettbewerbe einsetzte, Wasser abpumpte und den Boden erneuerte, konnte der Technikwettbewerb mit drei Stunden Verzögerung endlich fortgeführt werden – körperlich als auch nervlich eine Belastungsprobe für alle Beteiligten. Dieser konnte Julia jedoch standhalten und sich in diesem Umlauf auf Platz sechs einreihen.

Saisonbestleistung mit Kür

Beim großen Finale in der Aachener Soers stand die Königsdisziplin des Voltigierens – die „Kür“ – auf dem Programm. Bereits in der Vorbereitung zeichnete sich ab, dass Julia besonders gut drauf war. Dieser Eindruck bestätigte sich im Wettkampfzirkel. Ihre Kür präsentierte sie als bisherige Saisonbestleistung. Damit beendete sie den Wettkampf auf dem vierten Platz als drittbeste Deutsche.

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Dann hatte Bundestrainerin Ulla Ramge frohe Neuigkeiten für die Schenkenbergerin: Julia darf an den Weltmeisterschaften in Herning, die vom 6. bis 14. August ausgetragen werden, die deutschen Farben vertreten. Damit erfüllt sie sich ein Lebenstraum. Gleichzeitig ist sie die erste sächsische Voltigiererin, die Deutschland vertreten darf.

Julia Wagner ist die zweite Person des RVV Schenkenberg, die es zu einer WM geschafft hat. Vor ihr nahm Daniel Kaiser mehrfach an solchen Meisterschaften teil. Er holte im Jahr 2008 Bronze bei den Welttitelkämpfen.

Von Alexander Prautzsch

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