Tennis-Elite im Sportforum

Warum Leipzig-Open-Mitfavorit Bulitski seine Heimat verlassen hat

Der Wahl-Leipziger Aliaksandr Bulitski kommt nach Anfangsschwierigkeiten im zweiten Match der Leipzig Open in Fahrt und gewinnt 6:0, 6:0.

Der Wahl-Leipziger Aliaksandr Bulitski kommt nach Anfangsschwierigkeiten im zweiten Match der Leipzig Open in Fahrt und gewinnt 6:0, 6:0.

Leipzig. Quervergleiche zwischen Männern und Frauen sind im Sport so eine Sache, in manchen Fällen aber doch aufschlussreich. So konnte der belarussische Tennisprofi Aliaksandr Bulitski, derzeit im Espenhainer Leistungszentrum aktiv, in jungen Jahren als Sparringspartner eine gewisse Victoria Azarenka in Trainingsspielen schlagen. Letztere gewann später zweimal die Australian Open, stand ein Jahr lang auf Platz der Weltrangliste und nahm in ihrer Karriere bisher fast 35 Millionen Dollar ein.

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„Ich war etwas aus der Übung“

Bulitski verdiente mit dem Tennis erst ein paar Tausend Dollar und verließ auch deshalb vor zwei Jahren seine Heimat in Richtung Neuseenland. Hochmotiviert startet er bei den Internationalen Sachsenmeisterschaften im Rahmen der Leipzig Open, wo er als einer der Favoriten gilt. Der Turniersieg wäre für den 29-Jährigen auch unter finanziellen Gesichtspunkten wichtig, da man auf seinem Niveau mit Tennis gerade so über die Runden kommt.

Mit dem Sport hatte der gebürtige Minsker mal angefangen, um etwas für seine häufig angeschlagene Gesundheit zu tun, was ihm offenbar gut gelang. Besonders populär ist Tennis in Belarus trotz der Erfolge von Azarenka und ihrer Landsfrau Aryna Sabalenka nämlich nicht. Zu dominant sind Fußball und der Nationalsport Eishockey. Immerhin konnte Bulitski noch von der alten sowjetischen Tennisschule profitieren, die auch diverse russische und ukrainische Weltklassespieler herausgebracht hat. Inzwischen müsse man dafür aber in Spanien trainieren, was mit sehr hohen Kosten verbunden sei, berichtet der Wahl-Leipziger. Zum Start im Sportforum gelang dem Blondschopf gestern Mittag zumindest ein Erfolg, in der ersten Runde konnte er sich 6:4, 6:4 gegen den Nürnberger Luca Hesselmann durchsetzen.

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Für Bulitski war dieses Ergebnis enttäuschend, da er sich einen klareren Sieg ausgerechnet hatte. Immerhin führte er in beiden Sätzen schon mit 5:2. „Ich war etwas aus der Übung, weil ich seit gut einem Monat nur trainiert hatte“, erklärte der Rechtshänder. Wesentlich besser lief es im zweiten Duell am Abend, das Bulitski 6:0, 6:0 für sich entschied. Nun fehlt ihm nur noch ein Sieg – und er darf am Samstagabend (19 Uhr) beim stimmungsvollen Halbfinale unter Flutlicht dabei sein. Gleiches gilt für RC-Sport-Talent Nikolai Barsukov, der im Achtelfinale im Tiebreak-Krimi weiterkam.

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Einer von fünf deutschen Viertelfinalistinnen war der begehrte Halbfinalplatz beim Weltranglistenturnier sicher. Denn mit Katharina Hobgarski (25) vom Mannschaftsmeister Essen und der zum Porsche-Talent-Team zählenden Julia Middendorf (19/Hannover) trafen zwei Deutsche aufeinander. Middendorf übernahm die Initiative, gab die Führung nie ab und gewann den ersten Satz nach 47 Minuten 6:4. Im zweiten Durchgang schien sich das Blatt beim 0:3 zu wenden, Hobgarski hatte beim 5:4 Satzbälle. Doch Middendorf wehrte die ab und zog nach 109 Minuten 6:4, 7:5 ins Semifinale – es war gegen die Nummer drei der Setzliste ihr dritter hart erkämpfter Sieg in Folge.

Zuvor hatte die gleichaltrige Mara Guth (Bad Vilbel) für eine Überraschung gesorgt. Sie bezwang die Lettin Diana Marcinkevica (30), die über 500 Plätze vor ihr in der Weltrangliste steht, 6:3, 6:3. Guth gehört ebenfalls zum Porsche-Talent-Team. Dagegen musste sich Ella Seidel (17/Hamburg) Chiara Scholl (30/USA) 2:6, 6:4, 4:6 geschlagen geben. Scholl trifft nun auf Guth – und hat rund 400 Weltranglistenplätze Vorsprung, was auf dem Platz meist keine Rolle spielt. Anna Klasen (28/Berlin) konnte nicht an ihren Sieg vom Vortag gegen Stefanie Vögele (Schweiz) anknüpfen und schied gegen die neue Middendorf-Kontrahentin Nina Potecnik (25/Slowenien) aus.

Von Christian Dittmar und Rolf Becker

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