Handball-Bundesliga

„Wettkampfbetrieb muss weiterhin möglich sein“: SC DHfK will Energie sparen

Deckenbeleuchtung, Videoleinwand, Tontechnik und Co.: An einem Spieltag in der Arena Leipzig wird viel Energie verbraucht – bis zu 20 Prozent weniger soll es künftig werden.

Deckenbeleuchtung, Videoleinwand, Tontechnik und Co.: An einem Spieltag in der Arena Leipzig wird viel Energie verbraucht – bis zu 20 Prozent weniger soll es künftig werden.

Leipzig. Die steigenden Kosten für Strom und Gas machen auch vor der Handball-Bundesliga keinen Halt. Die deutschen Spitzen-Klubs werden in den kommenden Monaten tief in die Taschen greifen müssen, um weiterhin ihre Trainingshallen und Krafträume, den Mannschaftsbus und Hotelübernachtungen sowie den enormen Energieverbrauch der riesigen Arenen an Spieltagen zu finanzieren. In Panik verfällt deshalb aber noch niemand in der Liga, auch nicht beim SC DHfK Leipzig. „Notfallpläne gibt es noch nicht“, sagt Manager Karsten Günther, der das Thema in den kommenden Wochen lieber ruhig und besonnen angehen möchte.

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„Müssen mit allen Partnern in den Dialog treten“

„Ich habe die Forderung der EU zu Kenntnis genommen, dass alle Mitgliedsstaaten 15 Prozent sparen sollen – oder sogar 20. Ich glaube, dass wir proaktiv von der Sportseite gucken müssen, wo wir diese 20 Prozent einsparen können“, so der Geschäftsführer, der deshalb bereits in Gesprächen mit der Betreibergesellschaft der Arena Leipzig steckt. Die Prioritäten sind klar: „Der Trainings- und Wettkampfbetrieb muss weiterhin möglich sein, aber wir wollen ein Konzept auf den Tisch legen und damit ausschließen, dass jemand auf ganz dumme Gedanken kommt.“

Konkret will Günther verhindern, dass sich die vergangenen Jahre voller Einschränkungen für den (Leistungs-)Sport wiederholen, die bei einigen Vereinen tiefe Löcher in den Vereinskassen hinterlassen haben. „Der Sport ist nach wie vor in der bescheidenen Situation, dass es sich nur um eine freiwillige Aufgabe der Kommune und des Landes handelt – nicht eine Pflichtaufgabe, wie zum Beispiel die Kultur. Ich sehe die Gefahr, dass Leute auf ähnliche Gedanken kommen könnte, wie während Corona und mit Einschränkungen beim Sport anfangen, weil es scheinbar die wenigsten Kollateralschäden hinterlässt“, so der 41-Jährige.

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Zwar waren die Grün-Weißen durch die Unterstützung ihrer Sponsoren und Fans sowie durch die Hilfen von Bund und Land vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen, sonderlich große Rücklagen für weitere Krisen-Jahre dürften aber kaum noch vorhanden sein. Auch nicht bei den Unterstützern. „In Zeiten dieser angespannten Finanzsituation fehlt mir die Fantasie, wo die Staatshilfen herkommen sollen, um nochmal Ausfälle zu kompensieren“, sagt der Geschäftsführer. Entsprechend ernst nehme der Verein die Thematik, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

An welchen Stellschrauben die Sachsen genau drehen wollen, ließ Günther bislang offen. Verriet aber so viel: „Wir müssen mit allen Partnern in den Dialog treten und klären, welche Dinge essenziell sind, um den Spielbetrieb sinnvoll durchführen zu können. Und was haben wir uns als Luxus aufgebaut, das wir guten Gewissens erstmal auf einen niedrigeren Standard bringen können, um das große Ganze abzusichern.“

„Da machen wir uns quasi nackt“

Vorreiter in einer ganz ähnlichen Rolle möchten die Füchse Berlin werden, die am Sonntag (14 Uhr/kleine Arena) bei den Leipzigern für ein Testspiel zu Gast sein werden. Die Hauptstädter setzen verstärkt auf Nachhaltigkeit und gehen nach eigenen Angaben als erster klimaneutraler Handballclub der Welt in die neue Saison der Bundesliga. „Ich habe mich 50 Jahre dafür nicht interessiert. Aber es ist wichtig, dass wir anfangen, uns dieser Aufgabe zu stellen. Und wir wollen einen Anstoß geben“, sagte Manager Bob Hanning am Donnerstag.

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Auch Kooperationspartner 1. VfL Potsdam aus der 2. Bundesliga wird sich an diesem Projekt beteiligen. In Christopher Jahns wurde bei den Füchsen deshalb ein ehrenamtlicher Vorstand für Nachhaltigkeit und Entwicklung installiert. Die Klimadaten der Füchse werden künftig für jeden einsichtbar sein. „Es gibt eine extreme Transparenz, und da machen wir uns quasi nackt“, sagte Jahns.

In der vergangenen Saison wurde der CO2-Fußabdruck der Berliner und Potsdamer gemessen. Der bestand vornehmlich aus Reisen, Wärme- und Stromverbrauch. Dieser Verbrauch wird nun nach Clubangaben durch ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt ausgeglichen. Bis 2030 soll dieser Fußabdruck weiter Stück für Stück reduziert werden. Bereits mit dem Start in die neue Spielzeit sind die Füchse Berlin nach eigenen Angaben als klimaneutral zertifiziert.

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