Handball

Wieder geht im Erzgebirge ein Licht aus: EHV Aue steigt ab

Der EHV Aue will in der kommenden Saison den Wiederaufstieg schaffen.

Der EHV Aue will in der kommenden Saison den Wiederaufstieg schaffen.

Aue. Schwere Zeiten im Erzgebirge. Nach den Zweitliga-Fußballern steigen auch die Handballer des EHV Aue aus der 2. Bundesliga ab. Der Gang in Liga drei war nach dem 21:28 (10:12) am Samstagabend im Abstiegsduell beim TSV Bayer Dormagen besiegelt - auch wenn die sächsischen Fans aus der Bergbauregion vorher extra ein Licht anzündeten. „Der Auer Sport erlebt gerade sehr schwere Zeiten“, postete der EHV auf Facebook und fügte an: „Das Leben geht weiter, aber traurig sind wir trotzdem.“

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Ende April hatten die Sachsen Trainer Stephan Just quasi als Rettungsmaßnahme verpflichtet. Zuletzt keimte nach den Siegen gegen den HC Empor Rostock und davor beim VfL Eintracht Hagen noch mal Hoffnung auf. „Wir wollten All-in gehen, schließlich war es unsere letzte Chance“, sagte Just. Der 43-Jährige, dessen Vertrag nur bis Saisonende geht, kann sich wohl ein weiteres Engagement beim Unternehmen „Wiederaufstieg“ im Erzgebirge vorstellen, denn unmittelbar nach der Partie meinte der ehemalige Nationalspieler: „Der EHV ist ein Urgestein der 2. Liga und will wieder dorthin.“

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Jetzt geht es erstmal auf Abschiedstour. Aue spielt am kommenden Freitag im letzten Heimspiel noch gegen den TV Emsdetten und dann am 11. Juni beim Dessau-Rosslauer HV, die den Klassenerhalt an diesem Wochenende perfekt machten. Dann müssen die Personalplanungen vorangetrieben werden. Parallel hält der EHV am 8. Juni seine Mitgliederversammlung ab, in der es auch um Satzungsänderungen geht.

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Der Zweitliga-Dino, der in der Saison 1991/92 sogar Erstliga-Luft schnupperte, muss den Abstieg nach einem Jahrzehnt zweite Liga erstmal verdauen. Die Auer spielen seit der Saison 1992/1993 in der 2. Bundesliga. Nur 2011/2012 konnte man sich nicht für die eingleisige zweite Liga qualifizieren. Nach nur einem Drittliga-Jahr gelang der sofortige Aufstieg ins Handball-Unterhaus. Der EHV brachte sogar fünf Nationalspieler hervor. Im Jahr 2012 wurde der Verein offiziell zum „Botschafter des Erzgebirges“ ernannt.

Diese Erfolge sind untrennbar mit Manager Rüdiger Jurke verbunden. „Ich trage den Bergmannsstolz in mir“, sagte er mal über sich selbst und bezeichnete sich als „bekanntester Bettler von Aue.“ Denn es gehöre für die Unternehmen im Erzgebirge zum guten Ton, die Handballer und die Fußballer parallel zu unterstützen. Auch wenn es heute kaum noch Berührungspunkte zwischen den Mannschaften gibt.

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Das war früher anders. Jurke sei zu seiner aktiven Zeit als Handballer noch gemeinsam mit den Fußballern in den Urlaub gefahren. Das ist heute undenkbar. Dennoch ist das Engagement des dienstältesten Managers, der im Freundeskreis nur „Moppel“ gerufen wird, ungebrochen. „Rüdiger Jurke ist Handball Erzgebirge und umgekehrt“, brachte es der ehemalige isländische Coach Runar Sigtryggsson mal auf den Punkt. Und der Macher des EHV Aue wird auch dafür sorgen, dass das Licht im Schacht weiter brennt.

Jurke musste in den letzten Jahren viele Rückschläge verkraften. Im Vorjahr starb sein Vater Rudi, der langjähriger Teambetreuer des EHV war, nach einem Herzinfarkt auf der Tribüne. Zu Beginn der Corona-Pandemie musste der Verein viele Wochen um Cheftrainer Stephan Swat bangen, der nach einer Corona-Erkrankung im November 2020 zwölf Tage im Koma lag und um sein Leben kämpfte. Bei seiner Rückkehr in die Erzgebirgshalle hatten die Fans Tränen in den Augen.

Von Frank Kastner

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