Kanuslalom

WM in Augsburg: Goldener Start, für Leipzig gibt es Silber und Blech

Über Silber freuen sich die Canadierdamen Nele Bayn, Andrea Herzog und Elena Lilik (v.l.).

Über Silber freuen sich die Canadierdamen Nele Bayn, Andrea Herzog und Elena Lilik (v.l.).

Augsburg/Leipzig. Die deutschen Kajak-Teams haben gleich in den ersten beiden Wettbewerben Doppel-Gold bei der Kanuslalom-Weltmeisterschaft in Augsburg gewonnen. Und lange Zeit sah es so aus, als würden die beiden Canadier-Teams den „goldenen Durchmarsch“ der Gastgeber auf ihrer Heimstrecke vollenden.

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Denn auch die Canadier-Frauen, die mit einer frühen Startnummer vorlegen mussten, lagen lange Zeit ohne Strafsekunden in Führung und wehrten in einem extrem spannenden Wettkampf alle Angriffe der Konkurrenz ab. Doch dann schob sich Tschechien doch noch knapp vor das deutsche Trio um die Leipzigerinnen Andrea Herzog und Nele Bayn (beide LKC). Denn die Jury korrigierte nach dem Zieleinlauf einen vermeintlichen Fehler der Tschechinnen.

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Keine Chance auf Gold hatte diesmal das Europameister-Trio der Canadier-Männer. Doch am Ende wurde es mit sechs Strafsekunden für drei Torstabberührungen auch kein Podestplatz mehr, sondern der undankbare vierte Rang für Sideris Tasiadis (Augsburg), Franz Anton (Leipzig) und den in Leipzig lebenden Timo Trummer (Zeitz).

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Die Olympiadritte Andrea Herzog sagte nach ihrer Silbermedaille: „Wir hatten uns schon fast über Gold gefreut, doch letztlich sind wir auch über Silber happy. Wir haben uns super verkauft und einen schönen Lauf gezeigt, der auch auf die nächsten Tage hoffen lässt. Ab heute Abend gilt unser Fokus dann den Einzelrennen mit einer neuen Strecke und vielen guten Paddlerinnen als Konkurrenz.“ Gegenüber der EM hatte Andrea Herzog ihre führende Position im Team mit Elena Lilik getauscht, dies erwies sich als gute Maßnahme. Nele Bayn als Nummer drei im Team war kurz vor Schluss ein wenig abgerutscht und musste ein paar zusätzliche Paddelschläge machen, was ein wenig Zeit kostete.

„Das ist schon cool“

Franz Anton verfolgte mit versteinerter Miene, wie drei Nationen am deutschen Team noch vorbeizogen. Der 32-Jährige meinte: „Ich bin ganz schön geknickt, das war so nicht geplant. Die sechs Strafsekunden können wir nur zum Teil nachvollziehen. Ich habe zwar das Tor neun eindeutig berührt, doch die beiden Entscheidungen bei Timo und mir an Tor eins sind fragwürdig, das hat einen bösen Beigeschmack.“ Es sei bitter für Zuschauer und Athleten, wenn Fehler angezeigt werden, die im Nachgang teilweise wieder zurückgenommen werden.

Angeführt von Tokio-Olympiasiegerin Ricarda Funk zeigte das Frauenkajak-Trio mit Jasmin Schornberg und Elena Lilik einen fehlerfreien Lauf und hatte am Ende 2,48 Sekunden Vorsprung vor den ebenfalls fehlerfreien Sloweninnen. Für Olympiasiegerin Funk war der Lauf unglaublich. „Dass alle drei Fahrerinnen alles so treffen, das ist schon cool. Ich weiß nicht, wann ich das schonmal so erlebt habe“, sagte Funk. Ex-Weltmeisterin Schornberg, die im November 2020 Mutter einer Tochter wurde, feierte somit ein gelungenes Comeback.

Bei den Männern sorgte der Olympia-Dritte Hannes Aigner mit seinem Augsburger Kollegen Noah Hegge und Stefan Hengst (KR Hamm) für eine Überraschung. Das Team setzte sich mit 1,78 Sekunden Vorsprung gegen die Briten durch. „Es war nicht perfekt, aber in der Gesamtheit war es sehr gut, was ja bei drei Kanuten auf der Strecke selten vorkommt“, sagte Aigner.

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Von Frank Schober und Frank Kastner

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