Fußball-Regionalliga

Ziane ist wieder Mister 1:0: Lok Leipzig schlägt Hertha II 4:2

Wie in der vergangenen Saison: Djamal Ziane bringt die Loksche mit dem 1:0 in die Spur.

Wie in der vergangenen Saison: Djamal Ziane bringt die Loksche mit dem 1:0 in die Spur.

Leipzig. Anpfiff zur Regionalliga-Saison 2022/23 in Probstheida: Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Stadionjubiläum liegen gerade erst hinter der Lok-Elf – 24 Stunden später gelingt mit einem 4:2 (3:1) gegen die ambitionierte U23 von Hertha BSC das i-Tüpfelchen auf dem blau-gelben Party-Wochenende.

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„Mister 1:0“ schlägt zu

Es war ein rauschendes Familienfest am Samstag, über 4000 Unterstützer und Freunde des 1. FC Lok machten das Jubiläum des Bruno-Plache-Stadions zu einem tollen Erlebnis. Gute Stimmung allenthalben - Autogrammstunde, Zuckerwatte für die Kids, Bullenreiten und wohl temperierte Hopfen-Kaltschale stimmten die Anhänger angemessen auf die kommende Spielzeit ein. Die Mannschaft zeigte sich gelöst und locker, wohlwissend, dass der Auftakt vor heimischer Kulisse möglichst nicht in die Hose gehen sollte.

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Die von Ante Covic trainierte Hertha ist ein echter Lackmustest für die Loksche, eine spielstarke und schnell kombinierende Truppe. Lok-Trainer Almedin Civa, der mit Covic schon lange befreundet ist, machte vor der Partie keinen Hehl um die Schwere der Aufgabe: „Wir müssen hellwach sein, Hertha kann hohes Pressing spielen und viel Druck ausüben.“ Der wohl prominenteste Herthaner Neuzugang Nader El-Jindaoui, der nicht nur mit seiner spielerischen Klasse, sondern auch mit seiner enorm großen Social-Media-Gefolgschaft die Berliner Schlagzeilen bestimmt, stand diesmal nicht im Kader.

Interessanter war dann schon die Leipziger Startelf: Civa setzte auf der linken Außenbahn zunächst auf Osman Atilgan, der ein Gewinner der Vorbereitung war und Bogdan Rangelov ersetzte. Zwischen den Pfosten durfte Neuling Isa Dogan debütieren, er erhielt den Vorzug vor Niclas Müller.

Intensives Auf und Ab

Das Spiel begann mit einem Knall, bereits nach einer Minute traf der Berliner Ensar Aksakal nach ansehnlichem Dribbling den Pfosten! In der Folge war die Hertha spielbestimmend, doch die Hausherren schlugen zuerst zu. Luca Sirch erkämpfte sich tief den Ball, marschierte über die komplette Länge des Feldes und zog ab. Hertha-Schlussmann Ernst konnte den Ball nur nach vorne klatschen lassen, Knipser Djamal Ziane stand goldrichtig - Führung nach 16 Minuten durch den „Mister 1:0“, der nahtlos an die alte Saison anknüpfte.

Lok war jetzt voll drin in der Partie, sieben Minuten später gab es Elfmeter. Osman Atilgan wurde gelegt und Kapitän Sascha Pfeffer erklärte den Strafstoß routiniert zur Chefsache - 2:0. Der blau-gelbe Zug hatte keine Bremsen mehr, die Hausherren zeigten gnadenlose Effizienz. In Minute 33 versenkte erneut Ziane eine tolle Flanke von Voufack per Kopf im linken Giebel! Die Ereignisse überschlugen sich nun, kurz vor der Pause bekam auch Hertha einen Strafstoß zugesprochen - Derry Scherhant schob zum 3:1-Halbzeitstand ein.

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In der zweiten Hälfte sahen die 3256 Zuschauer eine ereignisärmere Partie, doch es wurde nun physischer und ruppiger, gerade die Gäste sammelten negative Vermerke im Heftchen von Spielleiter Chris Rauschenberg. Der 1. FC Lok war weiterhin stark im Umschalten und folgerichtig fiel in der 72. Spielminute das 4:1. Osman Atilgan setzte sich überragend über links durch und verwandelte aus spitzem Winkel. Der Torschütze sowie Eric Voufack durften in den verdienten Feierabend gehen, Civa brachte mit Tobias Dombrowa und Maik Salewski frischere Beine für die Schlussphase. Der Jubel über das 4:1 war kaum abgeebbt, da schlenzte der eingewechselte Florian Haxha aus heiterem Himmel die Kugel zum 4:2 über Lok-Keeper Isa Dogan.

Dabei blieb es. Die Fans sahen ein intensives Auf und Ab zweier Teams, die in dieser Form sicherlich zu Höherem berufen sind. Dass in der Frühphase einer Saison noch nicht jeder Automatismus greift, war vorher klar, Einsatz und Wille stimmten jedoch. Am Freitag geht es für Lok zur Viktoria nach Berlin, ehe das nächste Heimspiel gegen TeBe Berlin am Samstag (20. August) ansteht.

„Fand schon, dass wir streckenweise dominant waren“

Lok-Trainer Almedin Civa sagte nach der Partie: „Ich bin sehr zufrieden mit der Intensität, die wir heute an den Tag gelegt haben. Ich habe schon im Vorfeld betont, dass wir gegen diese Mannschaft wie Männer spielen müssen, alles reinhauen sollten. Unser Mittelfeld, zum Beispiel Julian Weigel hat heute alles abgeräumt. Wir wussten, dass die Hertha eine spielstarke Truppe mit sehr vielen jungen, gut ausgebildeten Spielern ist. Mit unserem Tempo über die Außen wollten wir ihrer hochstehenden Verteidigung weh tun, das hat oftmals super geklappt.“

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Julian Weigel ist auch zufrieden: „Das war natürlich ein schönes Debüt heute im Lok-Dress für mich, auch wenn es ein sehr anstrengendes Spiel war. Der Gegner hat uns schon auch ordentlich laufen lassen. Ich verstehe mich nach der kurzen Zeit schon sehr gut mit meinen Mitspielern und das hat man heute gesehen. So kann es weitergehen.“

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Hertha-II-Trainer Ante Covic hatte an diesem Nachmittag nicht allzuviel Grund zur Freude: „Wir wussten genau, was uns heute hier erwartet, wir wurden leider extrem für unsere individuellen Fehler bestraft. Ich fand schon, dass wir streckenweise dominant waren, wollten bis zur letzten Sekunde versuchen, das Ergebnis zu korrigieren. Wir werden uns entwickeln, werden immer erfahrener und älter - ich bin auf das Rückspiel gespannt.“

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