Regionalliga Nordost

„Umbruch“ bei Chemie Leipzig: Die Abwehr zeigt sich selbstkritisch

Florian Brügmann ist mit der bisherigen Defensiv-Leistung nicht zufrieden: „Da müssen wir uns verbessern.“

Florian Brügmann ist mit der bisherigen Defensiv-Leistung nicht zufrieden: „Da müssen wir uns verbessern.“

Leipzig. Nach dem Saisonstart der Chemiker mit einem Punkt aus drei Spielen ist die Stimmung schwer zu greifen. In der Mannschaft ist sie unverändert gut, im Umfeld gehen Fans und Sympathisanten gelassen mit der Situation um. Dennoch dämmert es auch dem größten Optimisten, dass Trainer Miro Jagatic wohl absolut Recht hat. Denn seit Wochen wiederholt er mantraähnlich, welch schweres Jahr den Leutzschern bevorsteht. Auch Verteidiger Florian Brügmann sieht das so: "Das ist schon eine taffe Liga, in der jedes Spiel in jede Richtung ausgehen kann".

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Die Rede war von „Umbruch“, nachdem einige verdiente Spieler ihren Hut genommen hatten. Für die Routiniers Stefan Karau, Benny Boltze (beide 36) und Andy Wendschuch (34) kam mit Philipp Harant ein junger, zweifellos hochveranlagter Spieler mit 23 Lenzen auf dem Buckel. Die sportliche Leitung schenkt der Jugend das Vertrauen, was auf dieser sensiblen Position sicherlich mutig ist, aber auch mit finanziellen Notwendigkeiten und der zukunftsorientierten Ausrichtung zu tun hat.

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Mit Ben Keßler (20) und Paul Horschig (22) stehen zwei ebenfalls sehr junge Spieler für das Defensiv-Zentrum zur Verfügung, wobei Letzterer im Moment die Nase leicht vorn hat. Auf den Außenverteidigerpositionen spielen mit Philipp Wendt (25) und Florian Brügmann (31) zwei gestandene Spieler in der momentanen Startelf. In Konkurrenz stehen zwei Junge und zwei Ältere: Tom Müller (21) und Simran Dhaliwal (21), sowie die Haudegen Manuel Wajer (27) und Benny Schmidt (32).

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Der erste Saisonsieg soll her

Acht Gegentreffer in drei Spielen zeigen auf, woran das Team arbeiten muss. Defensivverhalten beginnt allerdings schon im Sturm, die Feinjustierung läuft in jedem Training. „Klar, acht Gegentreffer in drei Spielen sind zu viele, da müssen wir nicht drumherum reden. Da müssen wir uns verbessern“, sagt Brügmann, der als rechter Verteidiger seinen Platz gefunden hat. Allerdings, so stellt er fest, waren dabei auch einige Tore, „die so nicht so oft fallen“: „Das Tor per Hinterkopf von Babelsberg, oder der Fernschuss von Altglienicke waren solche Dinger.“ Für „Brügge“ sind die vielen Gegentore eine Kombination aus eigenen Fehlern und fehlendem Spielglück.

Parallelen zur letztjährigen Saison sind festzustellen, allerdings gelang vor einem Jahr im dritten Spiel der erste Sieg. Nach einem 1:1 in Eilenburg und dem 0:2 daheim gegen Halberstadt gewann Chemie am 3. Spieltag in Meuselwitz und startete eine erste kleine Serie. Jetzt fühlt es sich ähnlich an, allerdings fehlt noch der erste Sieg. Doch das psychologische Momentum zeigt steil nach oben, denn nach ordentlichem Beginn in Babelsberg (zwei Tore erzielt, allerdings vier kassiert) und dem lange Zeit gleichwertigen Kampf gegen Altglienicke (statt des möglichen 2:0 der Einbruch in der Schlussviertelstunde, als der Gegner den einstigen Bundesligaspieler Ciglerci einwechselte) kam die Aufholjagd von Luckenwalde. Die Leutzscher trotzten trotz schlechtem Beginn und 0:2-Rückstand dem Angstgegner und holte am Ende ein verdientes 2:2-Unentschieden. „Der Punkt tat definitiv gut, das war reine Kopfsache“, konstatiert Brügmann, „und es war extrem wichtig, zurückzukommen. Denn schnell kann es eine negative Eigendynamik geben, man kann in einen Strudel geraten. Aber dagegen haben wir uns gewehrt.“ In der Kabine habe man sich Mut zugesprochen: „Wir haben daran erinnert, wofür Chemie steht, und dass wir in der Pflicht stehen für die vielen Fans, die am Freitagabend mit dahin gereist sind.“

Das soll nun genutzt werden, um dem kommenden Heimspielgegner Lichtenberg (Sonntag 13 Uhr) nicht nur Paroli zu bieten, sondern den Trend zu bestätigen und möglichst die Punkte im Alfred-Kunze-Sportpark zu behalten. Für Florian Brügmann, der seinen Vertrag erst kürzlich bis 2024 verlängerte und der sich bei Chemie sehr wohl fühlt, kein Selbstläufer: „Klar müssen wir auch Spiele gewinnen. Aber wer das Unentschieden von Lichtenberg gegen Cottbus letzte Woche gesehen hat, weiß, dass die auch kicken können.“ Chemie ist also gewarnt – wie vor jedem Spiel in dieser Regionalliga. Doch trotz Umbruch wollen die Grün-Weißen möglichst ein sorgenfreies Jahr mit dem frühestmöglichen Klassenerhalt hinlegen. Am besten starten gleich gegen Lichtenberg damit.

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