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BAUEN & WOHNEN

Es geht um die inneren Werte

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EINE GUTE DÄMMUNG spart Heizkosten. Foto: Alexander Ludwig/dpa

Welche DÄMMUNG ist die Richtig?

Dämmung ist nicht gleich Dämmung. Es kommt nicht darauf an, wie dick das Material ist, sondern was drin steckt. Doch wer geeignetes Material für seine Hauswand, den Dachstuhl und die oberste Geschossdecke sucht, kann schnell überfordert sein. Wer weiß schon, was Polystyrolplatten, Mineralwolle oder Polyurethan-Dämmplatten bieten? Ob extrudiertes Polystyrol besser ist? Können Naturdämmstoffe mithalten? Die Deutsche Presse-Agentur beschreibt drei Kriterien zur Orientierung:

Wärmeleitfähigkeit

Ein wichtiges Kriterium ist die Wärmeleitfähigkeit, auch U-Wert genannt. Dämmstoffe, deren Wärmeleitfähigkeit zwischen 0,03 und 0,05 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/mK) liegt, gelten laut Bauherren-Schutzbund (BSB) als gute Fassadendämmungen. Sehr gut ist eine Wärmeleitfähigkeit von unter 0,03 W/mk. Denn: „Je kleiner die Wärmeleitzahl, der U-Wert, desto besser dämmt das Material", sagt BSB-Berater Holger Schmidt.

Die Verbraucherzentralen nennen Beispiele: Man will eine bislang ungedämmte Wand mit 1,2 W/mK auf einen U-Wert von 0,2 W/mK bringen. Dafür muss ein Phenolharz-Hartschaum weniger als zehn Zentimeter dick sein, Polyurethan zehn Zentimeter und Mineralwolle 15 Zentimeter. Holzwolle, Hanffasern und Kalziumsilikat mehr als 15 Zentimeter, Kork sogar über 20 Zentimeter dick eingebaut werden. Das kann etwa an Grundstücksgrenzen oder auch bei einer Innenraum-Dämmung entscheidende Auswirkungen haben.

Wie bei der Fassade entscheidet auch beim Dämmen des Daches die Wärmeleitfähigkeit des Materials wesentlich darüber, wie dick oder dünn die Dämmung ausfallen kann. Ein Material mit einem Dämmwert von 0,35 W/mk sei hier der Standard, so Michael Pannhausen, Trainer der DIY Academy in Köln.

Aber es gibt eine Hürde: ,,Beim Dach ist die Dicke durch die Höhe der Sparren vorgegeben, zwischen denen das Dämmmaterial verlegt wird", sagt Pannhausen. Da natürliche Materialien wie Holzfaser meist etwas schlechtere Werte als 0,35 W/mk erreichen, müsste man sie dicker verlegen und eventuell die Sparren aufdoppeln.

Für die Kellerdecke gilt ein Dämmwert von unter0,2 Watt pro Quadratmeter und Kelvin als besonders gut, Informationsprogramm so das Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Daraus resultiert meist eine Dicke von mindestens zwölf Zentimetern, etwa wenn man mit Polyurethan dämmt, bei Holzweichfaser mindestens 20 Zentimeter. Das kann ein Hürde werden, wenn die Deckenhöhe im Untergeschoss niedrig ist.

Dämmwirkung

Man kann bei diesen Informationen auch auf den Wert mit dem Zeichen „A“ stoßen. Es steht für den griechischen Buchstaben Lambda- und wenn es um Dämmungen geht ebenfalls für die Dämmwirkung eines Materials. Auch hier gilt: Je kleiner, desto besser. Aber im Gegensatz zum U-Wert ist dieser Wert unabhängig von der Materialstärke und daher in Situationen, in denen es um Raumgrößen geht, weniger aussagekräftig.

Diffusionsoffenheit

Ein anderer Wert, auf den man achten sollte, ist die Diffusionsoffenheit des Dämmmaterials. Sie gibt Auskunft, wie gut die Wand nach der Dämmung noch Luft austauscht - also ,,atmen" kann. Je höher der Wert, desto luftdichter ist der Dämmstoff, erklärt Hans-Joachim Riechers, Hauptgeschäftsführer Verbandes für Dämmsysteme, Putz und Mörtel. Mineralwollplatten erzielen einen Wert von 1 μ. Der Baustoff leitet Wasserdampf ebenso gut weiter wie Luft. Holzweichfaserplatten schaffen einen Wert zwischen 5 und 10, Polystyrolplatten zwischen 20 und 50. Bei mineralischem Außenputz - ist der µ-Wert ungefähr 10.

Glühbirnen gegen LED tauschen

Bis zu 90 Prozent Energie kann man sparen, wenn in den Leuchten LED-Technologie steckt und dort nicht mehr die alten Glühbirnen oder Halogenlampen ihren Dienst tun. Darauf weisen die Verbraucherzentralen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur hin.

Ob man noch die klassische Glühlampe in der Leuchte hat, erkennt man an der Birnen- oder Kerzenform. Sie hat unten einen Metallsockel zum Schrauben und oben ein Glas, in dem sich ein Wolfram-Draht befindet, der für die Lichterzeugungzuständig ist. Zum Vergleich: Halogenlampen haben oft eine Spotähnliche Bauform, es gibt sie aber auch in Birnenform. Der Glühdraht ist von einem Schutzgas, dem Halogen, umgeben.

Eine LED-Lampe sieht der herkömmlichen Glühlampe ähnlich und kann sie ohne weitere Anpassungen direkt ersetzen. Deswegen wird sie auch als LED-Retrofit-Lampe bezeichnet. Aber ihr fehlt in der Regel der klassische Glühfaden, denn lichtemittierende Dioden bilden hier die Lichtquelle.