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BAUEN, WOHNEN & SANIEREN

Experten raten: Augen auf beim Hauskauf!

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LIEBER EIN ÄLTERES oder ein neueres Haus kaufen? Vielen Interessenten bleibt die Wahl gar nicht. Neubauten sind rar und zudem schnell vergriffen. Foto: Jens Schierenbeck/dpa

In Zeiten schwindender Ressourcen brauchen BESTANDSGEBÄUDE eine zweite Chance

Neu bauen oder gebraucht kaufen? Immobilienkäufer haben manchmal kaum eine Wahl, denn Baugrundstücke sind rar. Was bleibt, sind ältere Häuser aus dem Bestand.

Aber lohnt es sich, so ein Haus zu kaufen und zu sanieren? Hat der Kauf einer gebrauchten Immobilie vielleicht sogar Vorteile gegenüber dem Neubau?

Es gilt, Für und Wider genau abzuwägen. „Für den Kauf oder den Bau einer neuen Immobilie spricht, dass sie den heutigen technischen und energetischen Ansprüchen genügt", sagt Corinna Kodim vom Eigentümerverband Haus und Grund Deutschland. Bestandsimmobilien hingegen müssen oft mit einigem Aufwand saniert werden.

Ein Bestandsgebäude erwirbt der Käufer in der Regel so wie gesehen. „In den allermeisten Fällen schließen die Verkäufer die Gewährleistung im notariellen Kaufvertrag aus. Damit soll verhindert werden, dass der Verkäufer nach dem Verkauf für mögliche Mängel haftet", erklärt Peter Burk vom Institut Bauen und Wohnen in Freiburg. Arglistig verschwiegene Mängel fallen zwar nicht unter den Gewährleistungsausschluss. Aber für den Käufer bleibt trotzdem ein Risiko.

BEI DER BESICHTIGUNG SUBSTANZ PRÜFEN

Ohne ausführliche Besichtigung des Hauses sollte kein Kaufvertrag unterschrieben werden. Viele Kaufwillige übersehen aber dabei, dass für die Wahl der Immobilie nicht nur Zimmeranzahl, Aufteilung und Lage wichtig sind, sondern auch die Bausubstanz, Konstruktionsart und technische Ausstattung", so Peter Burk. So sollten auch Heizung und Haustechnik getestet wurden.

"Typische Mängel an älteren Häusern sind Feuchtigkeit, fehlende Bauwerksabdichtung, Holzschäden, defekte Fenster, Mängel in der Dachdeckung sowie Putzschäden", sagt Ulrich Zink vom Bundesverband Altbausanierung in Berlin. „Je nach Gebäudetyp und Bauweise variieren die Mängel allerdings."

Er plädiert generell dafür, älteren Häusern generell eine zweite Chance zu geben. Es sei nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen von Vorteil, sie auf den aktuellen Stand zu bringen, sondern auch aus ökologischer Sicht.

In Zeiten des Klimawandels und der steigenden Energiepreise zeige sich, dass Investitionen in Bestandsgebäude einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Wer sie erhält und weiterentwickelt, schont knappe Ressourcen.

ENTSORGUNG KANN TEUER WERDEN

Im Preisvergleich lässt sich nicht generell sagen, ob neue oder gebrauchte Immobilien besser abschneiden. "Das hängt stark von der Lage und dem Zustand der Häuser ab", sagt Peter Burk. "Ein Verkäufer, der sein gut erhaltenes Eigenheim in einer attraktiven Umgebung auf einem großen Grundstück anbietet, weiß in der Regel auch, was es wert ist."

Günstiger könne es sein, wenn Immobilien nicht auf der Höhe der Zeit sind und noch saniert werden müssen. Dann ist der Kaufpreis vielleicht etwas geringer, dafür braucht man anschließend zusätzliches Geld, um die Immobilie fit zu machen", so Peter Burk.

Das finanzielle Risiko ist dabei nicht zu unterschätzen, wenn zum Beispiel Schadstoffe oder oder giftige Chemikalien verbaut wurden. Marc Ellinger, Bauherrenberater im VPB und Leiter des Freiburger Regionalbüros des Verbraucherschutzverbandes, empfiehlt, das Haus nicht nur auf solche Stoffe untersuchen zu lassen, sondern auch die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Schadstoffdokumentation- und  -entsorgung vorab möglichst genau berechnen zu lassen.

FEUCHTIGKEITSSCHÄDEN KÖNNEN STATIK GEFÄHRDEN

Aber nicht nur Schadstoffe können zum Problem werden. Am schlimmsten sind die Feuchtigkeitsschäden, tief im Mauerwerk oder in der Holzkonstruktion stecken und die Statik gefährden können", sagt Corinna Kodim. ,,Auch hier droht im schlimmsten Fall der Abriss des Hauses."

Ein Nachteil bei älteren Häusern sind oft auch eine ungenügende Wärmedämmung sowie mangelnder Schallschutz. Das bedeute aber nicht, dass jedes Haus solche typischen Mängel haben muss. Viele Häuser früherer Baujahre seien zwischenzeitlich saniert und modernisiert worden, so Burk. Ist das ältere Haus indes gut gepflegt und weitgehend in Ordnung, kann es durchaus ein lohnendes Projekt sein, daraus eine komfortable und energieeffiziente Immobilie zu machen. Der Vorteil: Die Käufer können gleich nach dem Kauf einziehen und sukzessive modernisieren. DPA/RM


Richtiges Lüften im Winter

Vor allem im Winter bemerkt man es: Die Fensterscheiben beschlagen, Kondenswasser bildet sich in dicken Tropfen. Das heißt: Die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch und man sollte lüften, um sich vor Feuchteschäden und Schimmelbefall zu schützen. Denn der Wasserfilm ist ein optimaler Nährboden für die Sporen.

Sicher vor einem Befall ist man in der Regel bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent in den Räumen, sagen Experten. Diesen Wert erreiche man durch zwei- bis dreimaliges Stoßlüften pro Tag, jeweils für maximal drei bis fünf Minuten, so Arian Freytag, der von der Verbraucherzentrale in Rostock. Außerdem sollte man feuchte Fensterscheiben regelmäßig mit einem Tuch trocken wischen. DPA/RM