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CHANCE

Arbeitsagentur in Oschatz: "Berufsberatung ist ein Brückenbauer", so Sophie von Hoff

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BERUFSBERATERIN SOPHIE VON HOFF. Foto: Tilo Weiskopf/Arbeitsagentur Oschatz

Interview mit BERUFSBERATERIN SOPHIE VON HOFF

Die Berufsberatung der Arbeitsagenturen unterstützt junge Menschen bei ihrer Studien- und Berufswahl. In einem persönlichen Beratungsgespräch werden wichtige Fragen zur beruflichen Zukunft geklärt. Berufsberaterin Sophie von Hoff von der Arbeitsagentur Oschatz erklärt im Interview warum die Berufsberatung heute wichtiger denn je ist, mit welchen Fragen die Jugendlichen zu ihr kommen und auf welchen Wegen heute Berufsberatung stattfindet.

Wie hat sich die Berufsberatung nach Corona verändert?

Berufsberatung steht bei jungen Leuten weiterhin hoch im Kurs. Vielleicht ist der Beratungsbedarf sogar etwas höher als vor Corona, denn immerhin sind aus den Lockdowns Lücken in puncto Kontakte, Praktika und Ausbildungsmessen entstanden, die zügig geschlossen werden sollen. Corona hat von der Berufsberatung mehr abverlangt, sie aber andererseits über neue Kontaktwege auch modernisiert.

Auf welchen Wegen können sich die Jugendlichen mit Ihnen als Berufsberaterin austauschen?

Aktuell wird Videoberatung immer gefragter. Das ist ein schnelles und variables Gesprächsformat. Über die vergangenen Monate haben sich immer mehr Menschen damit über den Alltag vertraut gemacht. Videoberatung ermöglicht eine ganz andere Flexibilität für Beratungstermine - eben auch mal abends. Der Gesprächsaufbau ist etwas anders als in Präsenz.

Mit welchen Fragen kommen sie zu Ihnen?

Das ist ganz unterschiedlich. Die Berufsberatung steigt in der Regel ab der 7. Klasse als Schulstunde ein. Intensiver wird es ab Klasse neun, wo dann auch ein bunter Strauß an Fragen auftaucht, was völlig normal ist. Die einzelnen Eindrücke, zum Beispiel von einem Praktikum oder einer Messe, gilt es zu ordnen. Da kommen weniger Standardfragen, sondern viel mehr bezieht sich alles auf die konkrete Situation beziehungsweise auf die Jugendlichen selbst.

Warum ist die Berufsberatung heutzutage wichtiger denn je?

Berufsberatung ist ein Brückenbauer, schließlich ist die Berufswahl eine der wesentlichsten Zukunftsentscheidungen. Gerade in Zeiten von Informationsflut ist persönliche Beratung besonders gefragt. Das zeigt sich immer wieder. Und Berufsberatung ist kein einzelner Termin, sondern ein wichtiger Begleiter während der Zeit der Berufswahl.

Wie können Sie Jugendlichen helfen, die noch gar nicht wissen, was Sie werden wollen?

Mein Ziel ist es, schnell einen guten Draht zu den Schülerinnen und Schülern zu bekommen. Das erleichtert die Gespräche und schafft vor allem Vertrauen. Mit dem Berufswahltest und dem Onlineangebot CheckU gibt es tolle Möglichkeiten, die eigenen Stärken herauszuarbeiten und zu wissen, wo man sie am besten einsetzen kann. In der Beratung geht es dann unter anderem darum, einen realistischen Blick auf die Situation zu werfen, ,,Luftschlösser" zu vermeiden, aber zu motivieren, das gesteckte Ziel noch zu erreichen. Und wenn es mitunter einfach noch nicht für den Ausbildungsstart reicht, dann reden wir über Alternativen, zum Beispiel Einstiegsqualifizierungen, um im nächsten Jahr richtig durchzustarten.

Und andersherum: Warum sollen Jugendliche trotzdem kommen, wenn sie schon ganz genau wissen, was sie wollen?

Das zeigt ja erstmal, dass sich der-oder diejenige schon einige Gedanken gemacht hat. Wir wollen den Berufswunsch reflektieren und das Blickfeld erweitern, aber nicht verunsichern. Die Praxis zeigt, das Veränderungen in der Berufswahl völlig normal sind und ganz unterschiedliche Ursachen haben. Es gibt mitunter ganz spontane Ereignisse im Alltag, die die Entscheidung erheblich beeinflussen.

Neues Ausbildungsjahr neuen und modernisierten startet mit Berufen

Das neue Ausbildungsjahr beginnt mit zwei neuen und zwölf modernisierten Ausbildungsberufen:

• Binnenschiffer/-in
• Binnenschifffahrtskapitän/-in (neuer Ausbildungsberuf)
• Eisenbahner/-in im BetriebsdienstLokführer und Transport
• Eisenbahner/-in in der Zugverkehrssteuerung
• Fachkraft für Gastronomie
• Fachkraft Küche (neuer Ausbildungsberuf)
• Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie
• Fachmann/-frau für Systemgastronomie
• Hotelfachmann/-frau
• Kaufmann/-frau für Hotelmanagement
• Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen
• Koch/Köchin
• Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r
• Zahntechniker/-in

Insgesamt können junge Erwachsene aus einer Gesamtzahl von 327 anerkannten dualen Ausbildungsberufen wählen. Seit 2012 überarbeitet das BIBB gemeinsam mit zuständigen Bundesministerien, Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis die Berufe nach aktuellen wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Anforderungen.

Weitere Informationen unter www.bibb.de/neue-berufe