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GESUNDHEITS- UND PFLEGERATGEBER

Körpergefühl schlägt Trainingsplan

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BEI DEN ERSTEN SPORTEINHEITEN sollte man gut in seinen Körper hineinhorchen. Kurzatmigkeit oder ein unregelmäßiger Puls sind Anzeichen dafür, dass man sich übernimmt. Foto: Markus Hibbeler/dpa-mag

SPORT NACH CORONA: So kehrt man nach überstandener Infektion in's Training zurück

Zwei Striche auf dem Schnelltest - zack, sind die zwei Joggingrunden in der Woche erstmal dahin. Doch wie kehrt man zurück ins Training, wenn die Symptome der Coronainfektion erst einmal abgeklungen sind und der Test wieder negativ ausfällt?

Fakt ist: Mutet man seinem Körper zu schnell wieder viel zu, drohen Herzrhythmusstörungen oder eine Herzmuskelentzündung. Es zählt also Behutsamkeit. Zwei Sportmediziner verraten, wie das aussehen kann.

WARUM IST ES SO WICHTIG, NICHT ZU FRÜH WIEDER SPORT ZU MACHEN?

Dafür braucht es erstmal einen Blick in die Theorie: "Eine Coronainfektion verläuft mit zwei Gipfeln", sagt Prof. Martin Halle. Er ist Ärztlicher Direktor der Abteilung Präventive Sportmedizin und Sportkardiologie der Technischen Universität München.

Das Virus gelangt in den Körper und ruft eine Abwehrreaktion des Immunsystems hervor der erste Gipfel. Rund sieben Tage später folgt eine zweite Phase. Fachleute sprechen dann von einer überschießenden Immunreaktion". Die Entzündungswerte im Blut steigen dann noch mal. Dahinter stecken Entzündungsprozesse, die sich an der Trennschicht zwischen dem Blut und den Gefäßen abspielen - auch in der Lunge, im Herzen, in anderen Muskeln. Das Problem: „Zu diesem Zeitpunkt kann der Test auch schon wieder negativ sein", sagt Martin Halle. „Wenn man in diese hohen Entzündungswerte hineintrainiert, ist das ungünstig." Er hat eine gute Nachricht für alle mit ausreichendem Impfschutz: „Bei Geimpften ist die zweite Phase viel schwächer als bei Ungeimpften." Und noch ein Grund, warum man nicht zu früh wieder auf die Laufstrecke oder in den Crossfit-Kurs gehen sollte: „Es können noch Infektionsherde vorhanden sein, so dass es durch zu hohe Belastung zu einem Wiederauftreten der Erkrankung kommen kann", sagt Prof. Bernd Wolfarth, Chefarzt der Abteilung Sportmedizin der Berliner Charité. Das gilt nicht nur für eine Infektion mit Covid-19, sondern auch bei anderen Infekten wie der Influenza.

WANN DARF ICH WIEDER ANFANGEN?

Martin Halle nennt folgende Faustregeln: Wer keine oder leichte Symptome hatte, sollte drei symptomfreie Tage verstreichen lassen, ehe er sich die erste leichte Trainingseinheit vornimmt. Bei stärkeren Symptomen wie Husten oder Fieber rät er, sieben symptomfreie Tage abzuwarten. Und wenn die Infektion einen richtig umgehauen hat und auch Lunge oder Herz befallen waren? Dann lässt man am besten ärztlich abklären, wie und wann es mit dem Sport nun weitergeht.

WIE GENAU PACKE ICH DEN WIEDEREINSTIEG AN?

"Safety first", lautet der Rat von Bernd Wolfarth. ,,Je unerfahrener Sporttreibende sind, desto vorsichtiger sollten sie sein." Das geht nur, wenn man die Signale seines Körpers über seinen Trainingsplan stellt. „Man muss erst einmal wieder ein Gefühl dafür bekommen: Wie leistungsfähig ist der Körper nun?", sagt Bernd Wolfarth. Dass man nicht dort weitermachen kann, wo man vor der Infektion aufgehört hat, ist normal. Man verliert durch eine Infektion viel mehr Leistungsfähigkeit, als wenn man in dieser Zeit im Urlaub am Strand gelegen hätte", sagt Martin Halle. Der Sportmediziner hat eine Faustregel parat: Mit 50 Prozent des Pensums einsteigen, mit dem man vor der Infektion aufgehört hat. DPA-MAG