Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Anzeige
HILFE IN SCHWEREN STUNDEN

Friedhöfe als lebendiges Kulturgut

Friedhöfe als lebendiges Kulturgut Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

DER HERBST MIT SEINER FARBENPRACHT weckt Erinnerungen an schöne Momente des Sommers. Foto: BdF

Verein möchte Friedhof in seiner ganzen VIELFALT ERLEBBAR MACHEN und weiterentwickeln

Tage wie der Totensonntag sind für viele Menschen Anlass, Friedhof zu besuchen den und die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen mit persönlichen Erinnerungen zu schmücken. Der Friedhof ist in diesen Tagen so lebendig wie sonst selten.

Eine Grabstelle soll auch in Zukunft nicht irgendein Ort sein. Es soll die Kultur des Erinnerns in Verbindung mit der Natur weiter gefördert werden. Es ist richtig und wichtig, alle Menschen darauf aufmerksam zu machen, was die Friedhofskultur bedeutet. Friedhöfe erfüllen eine kulturelle und gesellschaftliche Funktion. Sie machen die Vergänglichkeit und Dauer des menschlichen Lebens bewusst.

All diese Gründe sind ausschlaggebend, warum der Friedhof viel mehr ist als ein reiner Ort der Trauer. Friedhöfe stehen sinnbildlich für das Leben und bilden mit den Bepflanzungen der Friedhofsgärtner über das Jahr unseren Werdegang nach. So wie sich das Jahr verändert und im Frühjahr die Natur erwacht, so werden auch die Gräber neu bepflanzt. Der Herbst mit seiner Farbenpracht präsentiert uns ausgefallene Pflanzen in dieser Jahreszeit und lässt uns an die schönen Momente des Sommers erinnern. Und naht der Winter, werden die Gräber abgedeckt und ruhen.

Im Sinne der UNESCOAuszeichnung im März 2020 sind Friedhöfe als Kulturräume wertzuschätzen.

,,Friedhöfe sind weltweit Bestandteil vieler Kulturen und Zeugnisse gesellschaftlicher Entwicklungen", betont Andreas Mäsing vom Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur e.V. (VFFK). ,,Gerade hier in Deutschland haben Friedhöfe eine weitreichende kulturhistorische Bedeutung: Schlendert man über Friedhöfe, erfährt man bei der Betrachtung von Gräbern verstorbener Persönlichkeiten immer auch ein Stück Geschichte über den jeweiligen Ort. Auf Friedhöfen findet Begegnung statt und auch Erholung vom stressigen Alltag. Von daher ist es für uns als Verein nur der logische Schritt, die Schutzwürdigkeit der deutschen Friedhofskultur mit dem UNESCO-Antrag zu unterstreichen", so Andreas Mäsing weiter.

Die Dauergrabpflegegesellschaft Sächsischer Friedhofsgärtner mbH garantiert durch regelmäßige Kontrollen die Ausführung der vereinbarten Leistungen. Sollte ein Friedhofsgärtner nicht mehr in der Lage sein, die beauftragten Leistungen auszuführen, sucht die Gesellschaft einen kompetenten Nachfolger. So ist gewährleistet, dass das Grab über die vereinbarte Laufzeit in guten Händen ist.


Sarg, Urne und Co.

So wird die Bestattung NACHHALTIG

Wem der ökologische Fußabdruck zu Lebzeiten wichtig ist, möchte die Umwelt auch mit dem letzten Schritt nicht unnötig belasten. Särge aus regionaler Forstwirtschaft und Urnen aus Naturstoffen wie Kohle oder Holz machen Bestattungen umweltfreundlicher.

"Vollholzsärge aus nachhaltiger regionaler Forstwirtschaft sind naturgemäß bio, verrotten schnell beziehungsweise sorgen im Krematorium dank natürlichem Brennstoff für Energie", erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Bestattungsbedarf e.V. Jürgen Stahl. ,,Bei nachhaltigen Särgen üblich sind etwa Griffe aus Holz, Seil oder einem anderen verrottbaren Material. Im Trend liegen Särge mit geölten oder gewachsten Oberflächen. Umweltfreundliche Lackierungen stehen beispielsweise für farbige Varianten zur Verfügung", führt Stahl aus, der selbst Särge produziert.

STIMMEN AUCH DIE INNEREN WERTE?

Auch ein Blick unter den Sargdeckel lohne sich: Deckengarnituren und Kleidung aus Naturfasern verrotten schneller und tragen dazu bei, dass die natürlichen Prozesse im Erdreich ungestört ablaufen. ,,Ökologische Pietätskleidung und -wäsche kann beispielsweise aus Schafwolle, europäischer Baumwolle oder Viskose bestehen, also Zellulose aus Baumfasern", erklärt Stahl. Auch in Deutschland gewebtes Leinen aus französischem oder niederländischem Flachs werde zu natürlichen Sterbehemden und Decken verarbeitet. Als Füllmaterialien, auch für Sargmatratzen, kommen Hanf, Holzwolle oder Stroh infrage.

VOM KLIMANEUTRALEN KREMATORIUM IN DIE BIOURNE

Bei der Einäscherung spielt die Verrottbarkeit der Materialien zwar keine Rolle, dafür aber eine schadstoffarme Verbrennung. Ab 2023 werden erstmals klimaneutrale Einäscherungen in Deutschland möglich sein.

Nach der Kremation gilt das Augenmerk der Urne. Biologisch abbaubare Exemplare werden beispielsweise aus Buchenholzkohle, gepresster Maisstärke, Holz, Lehm oder Naturfasern gefertigt. See-Urnen sind schnell wasserlöslich und bestehen aus Muschelkalk, Salzkristall, Pappe oder Ton. Generell gilt: Regional ist häufig eine gute Wahl. Der Bestatter oder die Bestatterin des Vertrauens berät gerne auch ohne akuten Trauerfall. QUELLE: BUNDESVERBAND BESTATTUNGSBEDARF E.V.