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WOHNEN IM ALTENBURGER LAND

Weißes Roß in Altenburg: Bald neues Leben in uraltem Gemäuer

PLANÄNDERUNG: Statt Gaststätte oder Pension entstehen im Weißen Roß in Altenburg moderne Wohnungen

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FÜR DAS ALTENBURGER Traditionsgebäude, in dem sich einst das „Weiße Ross" befand, gibt es neue Pläne. Foto: Ralf Miehle

Fast ein Jahrzehnt hat es geduldig der Dinge geharrt, die da kommen mögen. Doch jetzt hat das Warten endlich ein Ende: Das Weiße Roß - so die originale Schreibweise - in Altenburg erwacht wieder zum Leben. Seit kurzem haben dort ganz offensichtlich Bauarbeiter und Handwerker das Sagen, entsprechend neugierig bleiben immer wieder Passanten stehen. Denn nachdem das geschichtsträchtige, aber völlig heruntergekommene und lange leerstehende Gebäude in unmittelbarer Nähe des Großen Teiches von August 2010 bis März 2012 äußerlich wieder auf Vordermann gebracht wurde, geschieht gleiches nun im Inneren. Schon im Spätsommer dieses Jahres soll es, wenn alles nach Plan läuft, wieder nutzbar sein. Allerdings gänzlich anders als ursprünglich geplant. Doch der Reihe nach.

Sie waren zu DDR-Zeiten überaus beliebte Gaststätten: der Schwarze Bär in der Johannisstraße 5/6 und das Weiße Roß in der Teichvorstadt 1. Doch nach der Wende verfielen sie zusehends. Um dem Einhalt zugebieten, entschied sich die Stadtverwaltung 2008 zu einem ungewöhnlichen Schritt. Da weit und breit keine Käufer in Sicht waren, erwarb sie selbst beide Häuser im sogenannten Zwischenerwerber-Modell und ließ die Hüllen - Dach, Fassade und Fenster - mit städtischen Mitteln, vor allem aber mit Fördergeldern aus dem Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz sanieren. Im Weißen Roß kam durch die erhebliche Schiefstellung noch die statische Instandsetzung von tragenden Wänden und Decken hinzu. Danach wurden die Häuser zum Kauf angeboten.

Allen Unkenrufen zum Trotz fanden sich 2013 tatsächlich private Investoren, noch dazu einheimische. Die Johannisstraße 5/6 erwarben der stadtbekannte Mediziner Dr. Matthias Noori und seine Frau Marion, die Teichvorstadt 1 das Unternehmerpaar Kathrin und Jörg Matzke. Selbstverständlich flossen die Sanierungskosten für beide Häuser nur zu einem gewissen Teil in den Kaufpreis ein. Sonst hätten wir nie einen Investor gefunden", argumentierte der damalige Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD).

Während in der Johannisstraße schon nach kurzer Zeit das Radiologische Zent- rum Noori öffnete, später im hinteren Teil des Dreiseithofes Gewerbeflächen entstanden, tat sich im Weißen Roß außer einer mehrmali- gen Öffnung anlässlich der Altenburger Kneiptour erst mal nichts.

KONZEPT VERWORFEN

Das ursprüngliche Konzept, den Firmensitz der Matzke GmbH dorthin zu verlegen sowie eine Gaststätte zu eröffnen, wurde wieder verworfen. Dann war eine klei- ne Frühstückspension für Fahrrad-Touristen geplant, doch nach dem überraschenden Tod von Jörg Matzke 2019 war anderes weit wichtiger. Und jetzt ist so etwas ohnehin illusorisch. Fürs Hotel- und Gaststättengewerbe findet man nur äußerst schwer Personal", weiß Kathrin Matzke als Betreiberin der Altenburger Szene-Kneipe "Kulisse" aus Erfahrung. Weshalb sie sich für ein komplett neues Konzept entschied.

In dem vermutlich um 1670 erbauten Kulturdenkmal entstehen gerade vier moderne Wohnungen, zwischen 90 und 126 Quadratmeter groß. Alle mit Terrasse beziehungsweise Balkon sowie zwei Stellplätzen pro Wohneinheit. Ohne die Balkone hätte ich es nicht gemacht, denn das erwarten Mieter heute einfach. Doch der Denkmalschutz hatte keine Einwände. Wir können sie an der Rückseite anbauen", freut sich die Bauherrin. Einzig der bereits während der städtischen Sanierungsarbeiten abgebaute und den neuen Eigentümern übergebene Kamin kann nicht wieder an seinen alten Platz im ehemaligen Gastraum.

Und auch das imposante Wandbild an gleicher Stelle, das von einem unbekannten Künstler aus dem Jahr 1982 stammt und eine Stadtansicht Altenburgs von 1650 zeigt, muss hinter einer Vorbauwand verschwinden. ,,Das passt einfach nicht in das hier vorgesehene Kinder- beziehungsweise Gästezimmer. Aber es bleibt zumindest erhalten und wird nicht beschädigt", versichert Kathrin Matzke. Und: Eine Fotokopie im Treppenhaus soll künftig daran erinnern. E.P.


Günstige Mieten und eine gut ausgebaute Infrastruktur

WOHNUNGSSUCHENDE schätzen breite Auswahlmöglichkeiten

Während andernorts, fast sen und zu hören, die Mieten steigen, bezahlbarer Wohn- raum immer mehr zur Mangelware wird und Wohnungen überhaupt in beträchtlicher Zahlfehlen, weil der Interessentenansturm zu groß ist, stellt sich die Situation im Altenburger Land glücklicherweise bislang noch anders dar.

Vor allem in den Städten steht den Wohnungssuchenden nach gegenwärtigem Stand eine stattliche Auswahl an verfügbarem Wohn- raum zur Verfügung, oftmals sogar in verschiedenen Ausstattungs- und Preiskatego- rien. So wird der Suchende also im Falle eines Falles rasch fündig, wendet er sich an die Vermieter und Immobilienmakler des Landkreises, die ihm gern beratend zur Seite stehen, wenn es da- rum geht, das Passende für den eigenen Bedarf zu finden.

Ob nun für den Single oder junge Leute, die erstmals auf Ausschau sind nach einer eigenen Bleibe, wenn sie das elterliche Nest verlassen wollen oder in der Region eine Ausbildung aufgenommen haben, oder auch für Familien mit Kindern, oder für Senioren, die sich nach einer altersgerechteren Wohnung umschauen: Sie alle dürften auf Rat und Bei- stand und die Unterbreitung von Angeboten hoffen, wenn sie sich an die entsprechenden Experten in Sachen Vermietung wenden.

Etwas schwieriger indes dürfte es werden, wenn Interessierte Bauland suchen für die geplante Errichtung eines Eigenheimes. Die zur Verfügung stehenden Flächen, so ergab es jüngst erst eine Umfrage des OsterlandSonntag in einigen Städten und Gemeinden des Altenburger Landes, fanden in der Regel allesamt stets rasch Käufer und die Nach- frage bleibt nach wie vor groß, wie die Verantwortlichen in den Kommunen bestätigen.

Zum einen dürfte dies einen Grund in der Tatsache haben, dass Altenburg und der Landkreis sich als lebenswerte Wohnregion einen Namen gemacht ha- ben. Aus gutem Grund, ver- fügt der Landkreis doch gerade für Familien mit Kindern über eine gut ausgebaute Infrastruktur, über eine ausreichende Versorgung mit Kindergartenplätzen und Schulen und bietet darüber hinaus eine breite Palette an Freizeitmöglichkeiten.

Als Vorzüge erweisen sich zudem die Verkehrsanbindung, unter anderem mit der S-Bahn in Richtung Leipzig und Zwickau, aber auch die Nähe zu größeren Städten wie Leipzig, Gera, Chemnitz, die von hier aus in sehr überschaubaren Fahrzeiten zu erreichen sind. Und auch die Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungs- markt im Altenburger Land hat sich in den zurückliegenden Jahren deutlich verbessert-freie Stellen gibt es in fast allen Branchen.

Und was die Schaffung neuer Eigenheimstandorte betrifft, so laufen in Altenburg (siehe auch oben stehender Beitrag auf dieser Seite), Schmölln, Lucka oder auch in der Gemeinde Nobitz so etliche Bemühungen, hier neue Angebote unterbreiten zu können. RALF MIEHLE