ADAC rät von Diesel-Kauf ab

Die neuen Diesel-Modelle Euro 6D, die ab Herbst auf den Markt kommen, könnten die Abgaswerte auch auf der Straße einhalten, sagen ADAC-Experten voraus.

Die neuen Diesel-Modelle Euro 6D, die ab Herbst auf den Markt kommen, könnten die Abgaswerte auch auf der Straße einhalten, sagen ADAC-Experten voraus.

Berlin. Seit dem VW-Abgasskandal stehen Diesel-Fahrzeuge in der Kritik. Sie stoßen zu viel Stickoxid (NOx) und Kohlenstoffdioxid (Co2) aus – das verpestet die Luft in den Städten, vielerorts werden Grenzwerte überschritten.

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Weil viele Städte deshalb über Fahrverbote für Diesel-Autos nachdenken, hat der ADAC nun eine Warnung ausgesprochen. ADAC-Vize Ulrich Klaus Becker sagte gegenüber der „Zeit“: „Unsere Empfehlung ist, mit einem Neuwagenkauf eventuell noch zu warten, bis im Herbst Modelle mit dem Standard Euro 6D auf den Markt kommen.“ Laut Becker müssten Wagen mit dieser Abgasnorm die ab September geltenden strengeren Abgas-Tests nicht nur auf dem Prüfstand sondern auch auf der Straße erreichen.

Für die Autobauer ist das eine schlechte Nachricht. Seit Monaten bereits sinkt der Dieselanteil an den Neuzulassungen in Deutschland. Experten rechnen nun damit, dass die Empfehlung des ADAC die Diesel-Käufe weiter sinken lassen dürften.

Audi und BMW wollen Euro-5-Fahrzeuge nachbessern

Um dem Druck standzuhalten, haben die Autohersteller Audi und BMW am Mittwoch eingelenkt: Nach einem Treffen mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigten sie an, die Hälfte ihrer in Deutschland zugelassenen Euro-5-Dieselwagen technisch nachzurüsten.

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Damit soll der Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickoxide gesenkt werden. Welche Fahrzeuge modernisiert werden, entscheiden die Hersteller – sie sollen dann Kontakt mit den Autobesitzern aufnehmen. Nähere Einzelheiten zu den Nachbesserungen oder zur Frage der Finanzierung nannten die Autobauer noch nicht. Umweltschutzverbände sprachen von einer Scheinlösung.

Die möglichen Fahrverbote in Großstädten würden vor allem Diesel-Fahrzeuge treffen, die noch keine Euro-6-Norm haben. Nach Schätzungen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) wären das Anfang 2018 – wenn an manchen Tagen erste Fahrverbote greifen – knapp drei von vier Dieselautos (71,8 Prozent).

Von ang/RND/dpa

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