Kolumne „Der Haushälter“

Corona und Kfz‑Versicherung: Wie Sie die Beiträge für nicht gefahrene Kilometer zurückbekommen

Kfz-Haftpflichtversicherer können Verträge nicht ohne triftigen Grund kündigen. Auf diese Weise darf etwa kein Tarifwechsel erzwungen werden. Jens Schierenbeck/dpa/tmn

Kfz-Versicherung: Kalkulieren Sie bei den gefahrenen Kilometern niedrig!

Corona und teurer Sprit: Sind Sie wirklich so viel Auto gefahren wie gedacht? Wie weit fahren Sie mit Ihrem Auto im Jahr? Die meisten wissen das nicht genau. Als ich mein erstes Auto versicherte, schätzte ich meine Fahrleistung auf 12.000 Kilometer. Also habe ich beim Antrag „15.000″ angegeben – vorsichtshalber. Nicht, dass ich ab Kilometer 12.001 nicht mehr versichert bin, dachte ich mir. Tatsächlich bin ich nur 10.000 gefahren.

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Was vielen nicht klar ist (und mir damals auch nicht): Wer deutlich zu viele Kilometer angibt, zahlt auch mehr. In meinem Beispiel sind es im Schnitt 9 Prozent mehr. Wer 10.000 angibt, aber nur 5.000 fährt, der zahlt im Schnitt sogar 15 Prozent mehr als nötig. Das legt die Untersuchung meiner Kollegin bei „Finanztip“ nahe.

Gleichen Sie doch schnell mal Vertrag und Tacho ab. Selbst wenn Sie beim Vertragsabschluss gut geschätzt haben, trifft dies jetzt vermutlich nicht mehr zu.

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Da ist einmal Corona: Auf dem Höhepunkt der Pandemie arbeitete jeder Zweite von zu Hause, im Sommer war es noch immer jeder Dritte. Das Virus unterband nicht nur Fahrten zur Arbeit, sondern auch zum Shoppen, ins Restaurant oder ins Konzert.

Zwar kehrte diesen Sommer etwas Normalität zurück, dafür ist Benzin teuer wie nie. Also verzichten noch immer viele aufs Autofahren, wo möglich. Sie auch? Der Versicherung aber ist das egal: Die nimmt zu viel gezahlte Beiträge gerne mit.

Mein Tipp: Fordern Sie Ihre Versicherung nett auf, rückwirkend den Beitrag anzupassen. Eine Mail genügt. Dabei ist das Wort „rückwirkend“ entscheidend, sonst reduzieren die Anbieter nur ab dem Zeitpunkt der Meldung. Alle großen Versicherer bestätigten uns, dass sie mit Blick auf Corona auch rückwirkend fürs Versicherungsjahr anpassen.

Allein die Axa sprach zunächst davon, erst „ab Zeitpunkt der Meldung“ den Beitrag zu senken. Als sie unsere veröffentlichte Umfrage sahen, schob sie nach, dass auch „eine rückwirkende Zugrundelegung möglich“ sei.

Das ist doch schön: Als wir vor zwei Jahren das erste Mal den großen Versicherungen diese Frage stellten, erklärte sich nur etwa jede zweite bereit, rückwirkend zu erstatten. Nun machen alle mit.

Trotzdem kann es sich lohnen, im November wieder Preise zu vergleichen, um die Beiträge auch im kommenden Jahr niedrig zu halten.

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Eins noch: Sollten Sie Ihre Fahrleistung unterschätzen, bleiben Sie komplett versichert. Melden Sie es einfach – und zahlen ein wenig nach.

Matthias Urbach ist Vizechefredakteur des Geldratgebers „Finanztip“, der zur gleichnamigen Stiftung gehört. Er erklärt in der RND-Kolumne „Der Haushälter“ jeden Dienstag, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher in Gelddingen achten sollten. Weitere Tipps gibt Urbach im wöchentlichen Verbrauchernewsletter. Alle bisherigen Kolumnenbeiträge finden Sie hier.

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