Warnstreik bei der Post geht weiter - jedes fünfte Paket betroffen
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In der Tarifauseinandersetzung bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi für Montag und Dienstag die Beschäftigten bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen.
© Quelle: Bernd Thissen/dpa
Stuttgart. Viele Kundinnen und Kunden der Post im Südwesten haben am Dienstag auf Briefe und Pakete warten müssen. Bundesweit waren jedes fünfte Paket der durchschnittlichen Tagesmenge sowie rund elf Prozent der Briefsendungen betroffen, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte. Deutlich mehr als am Vortag. Die Verzögerungen könnten dazu führen, dass Briefe und Pakete erst einige Tage später ausgeliefert werden können.
Die Gewerkschaft Verdi hatte ihre Warnstreiks im Zuge des Tarifstreits am Dienstag fortgesetzt und ausgeweitet. Laut der Gewerkschaft legten in Baden-Württemberg rund 5000 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Die Post sprach von rund 3000 Beschäftigten. Damit nahmen deutlich mehr Menschen teil als am Vortag, wo von 1000 bis 1500 Beschäftigten die Rede war.
Verdi erwartet „ anständiges Angebot“
In Stuttgart demonstrierten laut Verdi rund 4000 Beschäftigte. Der Boom bei der Postzustellung während der Corona-Pandemie habe bei der Post die Kassen klingeln lassen und bei den Beschäftigten für Stress ohne Ende gesorgt, sagte Verdi-Landeschef Martin Gross laut Mitteilung. Jetzt sei es Zeit, die erarbeiteten Gewinne gerecht zu verteilen. „Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Forderung notfalls auch noch länger zu kämpfen“, sagte Verdi-Funktionär Andreas Henze. Sie erwarteten „ein anständiges Angebot“.
Erneut bundesweit Warnstreiks bei der Post
Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post für Montag und Dienstag abermals bundesweit Post-Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen.
© Quelle: dpa
Die Post bezeichnete die erneuten Warnstreiks als überzogen. Das Unternehmen habe bereits angekündigt, in der nächsten Verhandlungsrunde ein Angebot vorzulegen. Um sowohl attraktive Löhne zahlen zu können als auch die Arbeitsplätze auf Dauer zu sichern, seien die von Verdi geforderten Einkommenssteigerungen jedoch nicht vertretbar.
Die Gewerkschaft verlangt 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Das Unternehmen lehnt das ab und argumentiert, dass Lohnsteigerungen nicht durch Preiserhöhungen weitergegeben werden könnten, weil der deutsche Markt reguliert sei. Die Verhandlungen gehen am 8. und 9. Februar weiter.
RND/dpa