Kolumne „Chefinnensache“

Energie sparen: Klare Ansagen erwünscht

Wie teuer wird das Heizen im Winter? Das ist nur eine von vielen Fragen, die RND-Kolumnistin Janina Mütze zurzeit drängen.

Wie teuer wird das Heizen im Winter? Das ist nur eine von vielen Fragen, die RND-Kolumnistin Janina Mütze zurzeit drängen.

Verdutzt habe ich diese Woche ein Paket für die Nachbarn angenommen. Bei 30 Grad in Berlin lieferte der Kurier einen Ölofen. Manch einer bereitet sich schon heute in Eigenregie auf den kommenden Winter vor. Klar ist, dass die Preise fürs Heizen in die Höhe schießen werden. Sicher ist auch, dass die Situation eine große Belastungsprobe für die Gesellschaft wird. Vieles wissen wir aber noch nicht: Wie hoch werden die Kosten für uns privat und die Unternehmen wirklich ausfallen? Wer wird mögliche Entlastungen erhalten? Wer wird noch versorgt, wenn es sogar zu Ausfällen kommt?

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Mehrheit wartet ab

Im Privaten wie im Beruflichen erlebe ich vor allem eins: Unsicherheit. Und die lähmt die Konjunktur. Wenn Unternehmen nicht wissen, was sie genau zu erwarten haben, verschieben sie Investitionen und sind zurückhaltend bei der Einstellung von neuem Personal. Das ist eine zusätzliche Belastung für die Wirtschaft in einer ohnehin angespannten Lage. Unsere Daten belegen das abwartende Verhalten. Bislang bereiten sich nur rund 41 Prozent der privatwirtschaftlichen Entscheider auf Schwierigkeiten mit der Energieversorgung vor, obwohl eine große Mehrheit die Energieknappheit als lang bestehendes Problem bewertet.

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Heizung runter, dicken Pulli an – mit Energiesparen soll Putin geärgert werden (Symbolbild).

Gas sparen im Alltag: neun Tipps für zu Hause

Die Erdgasspeicher in Deutschland füllen sich nicht schnell genug. Die Energiepreise steigen immer weiter. Spätestens jetzt muss so viel Gas gespart werden wie möglich. Dabei helfen auch einfache Tricks im Alltag.

Ein Blick auf die Bevölkerung: Die Menschen sehen die Notwendigkeit, die Wirtschaft am Laufen zu halten, und sind zu Einsparungen bereit. Nur etwa ein Drittel gibt an, dass bei einer Energieknappheit die Privathaushalte vor der Wirtschaft bevorzugt werden sollten. Hier könnte die Politik der Gesellschaft etwas mehr zumuten als bisher und Sparmaßnahmen vorschreiben, wie es etwa in Spanien der Fall ist. Daher meine Bitte an die Politik: klare Ansagen, wer sich auf was in den kommenden Monaten einstellen muss – auch, wenn es schmerzhafte Entscheidungen sind. Nur so schaffen wir Planbarkeit für Unternehmen und schützen uns davor, dass Ölheizungen oder Heizlüfter zum Toilettenpapier der Energiekrise werden.

Janina Mütze ist Mitgründerin und Geschäftsführerin des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Civey. Sie schreibt im wöchentlichen Wechsel über Transformation, Digitalisierung und den weiblichen Blick auf die Wirtschaft.

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