Gewerkschaft kritisiert neues Leiharbeiter-Gesetz

Die Ansprüche von Leih- und Zeitarbeitern in Deutschland werden durch ein neues Gesetz gestärkt.

Die Ansprüche von Leih- und Zeitarbeitern in Deutschland werden durch ein neues Gesetz gestärkt.

Berlin. Der Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen soll mit einem neuen Gesetz eingedämmt werden, das am Samstag in Kraft getreten ist. Die Ansprüche von Leih- und Zeitarbeitern in Deutschland werden dadurch gestärkt. Wenn Leiharbeiter länger als 18 Monate im gleichen Betrieb arbeiten, müssen sie übernommen werden. Nach dem neuen Gesetz haben sie zudem spätestens nach neun Monaten Anspruch auf den gleichen Lohn wie Stammbeschäftigte.

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Die Gewerkschaft Verdi ist damit noch nicht zufrieden. „Der Gesetzgeber muss nachbessern“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske. „Gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft nach neun Monaten mit der Möglichkeit, den Zeitraum zu verlängern – das reicht nicht aus.“ Rund 50 Prozent der Leiharbeitskräfte seien keine drei Monate beschäftigt: „Für das Gros der Leiharbeitskräfte sind die im Gesetz festgelegten Fristen viel zu lang.“ Gleiche Bezahlung müsse vielmehr vom ersten Tag an gelten. „Dass das geht, führen uns die Österreicher täglich vor“, so der Verdi-Chef. „Da gibt es eine gesetzliche Bestimmung, vom ersten Tag an Equal Pay sicherzustellen.“

Arbeitgeberverband sieht Leiharbeit als Chance

Bsirske lobte, dass der Einsatz von Leiharbeitskräften als Streikbrecher gesetzlich untersagt wird. Er bemängelte aber, dass die Höchstüberlassungsdauer auf den einzelnen Arbeitnehmer und nicht auf den Arbeitsplatz bezogen sei. „Das ermöglicht es den Unternehmen, denselben Arbeitsplatz dann mit anderen Leiharbeitnehmern zu besetzen.“

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Der Arbeitgeberverband BDA hingegen mahnte, weitere Belastungen der Unternehmen dürfe es nicht geben. „Für die Überlassungsdauer ist der Arbeitnehmer der richtige Bezugspunkt, nicht der Arbeitsplatz“, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter. Insgesamt bleibe Zeitarbeit ein Beschäftigungsmotor für den Arbeitsmarkt, sagte Kampeter der Deutschen Presse-Agentur. „Sie gibt gerade Menschen, die noch nie gearbeitet haben, und Langzeitarbeitslosen eine Chance auf Wiedereinstieg in Arbeit.“

Von dpa/RND

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