Karlsruhe sei Dank

Heute werden die Händler an der Frankfurter Börse vorsichtig bleiben, glaubt unser Redakteur Stefan Winter in seiner Kolumne.

Heute werden die Händler an der Frankfurter Börse vorsichtig bleiben, glaubt unser Redakteur Stefan Winter in seiner Kolumne.

Hannover.
Das ist mal eine Steuerrückzahlung. Wo der Normalbürger schon für niedrig Vierstelliges die Sektflasche öffnet, richtet sich die Energiebranche nun auf Zehnstelliges ein: Das Bundesverfassungsgericht hat die Brennelementesteuer für nichtig erklärt, und das Bundesfinanzministerium kündigte umgehend schuldbewusst die Rückzahlung samt Zinsen an. Eon wartet nun auf einen Geldtransporter mit 3,3 Milliarden Euro, bei RWE soll er 1,7 Milliarden Euro abliefern. Damit kann man für eine Weile Dividenden bezahlen und auch sonst einiges anfangen. Die Kurse beider Aktien erhoben sich um mehr als 5 Prozent, und speziell bei RWE gestaltet sich die Kurve mittlerweile eindrucksvoll: Vor einem halben Jahr war die Aktie rund 11 Euro wert, jetzt steht sie kurz vor 20 Euro. So war am Mittwoch ausdrücklich den Karlsruher Richtern zu danken, dass sie einen Anstoß gaben, dem sich die Börse nicht entziehen konnte. Die Energiewerte sorgten dafür, dass der Dax auf Vortagesniveau schloss, während der M-Dax deutlicher ins Minus rutschte. Denn allgemein trauen sich die Anleger weiterhin nicht vor die Tür.

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Vorsichtig werden sie auch heute bleiben. Drei kursbewegende Ereignisse stehen an diesem Donnerstag bevor, von denen aber nur eins in die regulären europäischen Handelszeiten fällt. Wie immer mittags wird Mario Draghi die Ergebnisse der EZB-Ratssitzung verbreiten. Zwar rechnet niemand mit Beschlüssen, aber die Aussagen zur Inflationserwartung werden sicher eingehend untersucht. Erst am Abend wird das Ereignis des Tages, die Wahl in Großbritannien, Ergebnisse zeitigen. Premierministerin Theresa May hat zuletzt täglich an Vorsprung eingebüßt. Sollte sie keinen klaren Sieg einfahren und Großbritannien in die nächste Verwirrung stürzen, wird es unübersichtlich an den Märkten. Und schließlich sagt der ehemalige FBI-Chef James Comey vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aus. Niemand weiß, wie handlungsfähig der Präsident danach noch sein wird.

Bayer steigt aus. Geordnet und schrittweise, aber eben doch nicht ganz ohne Kursholpereien. Der Konzern hat 17 Millionen Aktien seiner Kunststofftochter Covestro verkauft. Die institutionellen Anleger zahlten 62,25 Euro je Aktie, und auf dieses Niveau fiel dann auch der Börsenkurs – fast 5 Prozent Verlust gegenüber dem Vortagsschluss. Schwächer war im M-Dax nur der Möbelhersteller Steinhoff International nach Vorlage der Halbjahreszahlen.

Dieser Tage ist Öl immer einen Blick wert. Die Krise am Golf wird weiter entspannt beobachtet, dafür registrierte man wachsende US-Vorräte. So fiel der Preis um 3 Prozent.

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Von Stefan Winter

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