Streit um Preiserhöhungen

Coca-Cola, Kellogg’s und Ritter Sport: Beliebte Produkte aus Supermarktregalen geflogen

Coca-Cola-Flaschen stehen in einem Regal.

Coca-Cola-Flaschen stehen in einem Regal.

Hannover. Die Inflation macht nicht nur Kundinnen und Kunden zu schaffen, auch Lebensmittelhersteller kämpfen mit Kostenexplosionen für Energie und Rohstoffe – und setzen deshalb teils drastisch höhere Preise für ihre Endprodukte an. Doch die wollen nicht alle deutschen Supermarktketten akzeptieren. Die Folge ist ein Preisstreit zwischen den Lebensmittelfirmen und Rewe, Edeka, Lidl, Aldi und Co. – der geht so weit, dass etliche, bei Verbraucherinnen und Verbrauchern beliebte Produkte komplett aus den Supermarktregalen geflogen sind, wie eine Auflistung des „Handelsblatt“ zeigt.

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Mars

Wegen eines Streits um Preise hat der US-Lebensmittelhersteller Mars Lieferungen an die deutschen Supermarktketten Rewe und Edeka sowie deren Discounter-Töchter Penny und Netto eingestellt. Man sehe trotz intensiver Verhandlungen keine Basis, die von Mars geforderten Preiserhöhungen zu akzeptieren, hatte Rewe in der vergangenen Woche mitgeteilt. Manche Forderungen, die nicht mit höheren Kosten für Energie und Rohstoffe zu begründen seien, lehne man „strikt ab“.

Edeka sieht es ähnlich. „Die aktuellen erheblichen Preisforderungen des Herstellers Mars sind aus unserer Sicht sachlich nicht begründet“, sagte ein Edeka-Sprecher. Vom Lieferstopp betroffen sind unter anderem Schokolade (Snickers, Bounty), Kaugummis (Airwaves), Haustiernahrung (Chappi), Pasta (Miracoli), Reisgerichte (Ben‘s Original) und Eis.

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Ritter Sport

Die Schokoladentafeln von Ritter Sport (Werbeslogan: „Quadratisch. Praktisch. Gut“) gibt es seit Monaten nur noch vereinzelt beim Lebensmitteleinzelhändler Kaufland. „Wir sind uns über einen neuen Vertrag nicht einig geworden“, sagte der Leiter Recht und Öffentlichkeitsarbeit von Ritter Sport, Thomas Seeger, dem Handelsblatt.

Mondelez

Knatsch gibt es auch zwischen dem Mondelez-Konzern (unter anderem Milka-Schokolade, Miracel-Whip-Mayonnaise und Philadelphia-Käse) und Edeka. Das US-Unternehmen stellte laut „Handelsblatt“ die Lieferungen an Edeka ein, nachdem die Supermarktkette eine mit den erhöhten Rohstoffkosten begründete Preiserhöhung abgelehnt hatte.

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Coca-Cola

Ein Machtkampf zwischen dem Brausegiganten Coca-Cola und Deutschlands größter Supermarktkette Edeka beschäftigte unlängst sogar ein Gericht: Nachdem der Getränkekonzern ankündigt hatte, die Preise zu erhöhen, weigerte sich Edeka, diese „einseitig verkündete“ Anpassung mitzutragen. Das Landgericht Hamburg entschied daraufhin Anfang September, dass der US-Konzern die Filialen wieder zu den im Januar 2022 vereinbarten Höchsteinkaufspreisen beliefern muss – zumindest vorerst.

Pepsi

Ohne Einigung gingen zuletzt auch Aldi Nord und Coca-Cola-Konkurrent Pepsi auseinander. Eine angekündigte Preiserhöhung des US-Riesen Pepsico wollte der Discounter nicht akzeptieren, die Bestände in den Aldi-Regalen waren bereits im September knapp geworden. Zuvor hatte sich der Pepsi-Produzent auch mit Edeka gestritten, sechs Monate lang waren die Getränke deshalb nicht in den Regalen zu finden.

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Jacobs Kaffee

Aus den Rewe-Regalen verschwunden sind laut „Handelsblatt“ zurzeit die Kaffeemarken Jacobs, Senseo, Maxwell House, Tassimo und Café Hag. „Wir haben unsere Lieferungen an Rewe vorübergehend ausgesetzt, befinden uns aber in konstruktiven Gesprächen“, teilte der Hersteller auf Anfrage der Zeitung mit.

Kellog‘s

Ärger gibt‘s auch zwischen Rewe und dem Frühstücksflockenproduzenten Kellog‘s: Corn Flakes, Froot Loops und Co. hat der Supermarkt aus dem Sortiment genommen, wie ein Sprecher dem „Handelsblatt“ bestätigte – Grund soll eine Preiserhöhung von fast 30 Prozent sein. Es liefen aber Verhandlungen zwischen beiden Seiten.

Christoph Minhoff vom Bundesverband der Ernährungswirtschaft zeichnete gegenüber der Wirtschaftszeitung ein düsteres Bild: „Die Lage der Branche ist kritisch bis katastrophal.“

RND/seb/dpa

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