Machtkampf rivalisierender Ministerpräsidenten

Libyen: Größtes Ölfeld des Landes geschlossen

In Libyen ist das größte Ölfeld des Landes geschlossen worden. (Symbolbild)

In Libyen ist das größte Ölfeld des Landes geschlossen worden. (Symbolbild)

Stammesführer im Süden Libyens haben das größte Ölfeld des Landes geschlossen. Die staatliche Ölgesellschaft NOC sprach am Montag von „höherer Gewalt“ und zugleich von einem „absurden Schritt“, der die andauernde Konfrontation zweier rivalisierender Regierungen im Westen und Osten Libyens widerspiegele. Wer die Schließung des täglich rund 450.000 Barrel Öl produzierenden Felds Scharara erzwungen habe, sagte die Gesellschaft nicht.

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„Höhere Gewalt“ oder „Force Majeure“ ist eine Klausel, die es einer Firma ermöglicht, die Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen mit außergewöhnlichen Umständen zu begründen.

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Stammesführer in der 950 Kilometer südlich von Tripolis gelegenen Wüstenstadt Ubari teilten mit, sie hätten das Ölfeld geschlossen, um Druck auf den in Tripolis residierenden Übergangsministerpräsidenten Abdul Hamid Dbeiba auszuüben. Dbeiba solle zugunsten des vom Parlament im ostlibyschen Tobruk eingesetzten Ministerpräsidenten Fathi Baschagha zurücktreten, forderten sie.

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Probleme bei Versorgung Libyens mit Gas und Strom erwartet

Am Wochenende waren bereits von Stammesführern ein weiteres großes Ölfeld, Al-Feel, und das Ölterminal Sueitina an der Großen Sirte geschlossen worden. Örtliche Medien berichteten zudem, dass Einwohner im südöstlichen Bezirk Whahat alle Öleinrichtungen geschlossen hätten, um Druck auf Dbeiba auszuüben, zurückzutreten.

Baschagha wurde im Februar mit der Begründung zum neuen Regierungschef ernannt, Dbeibas Amtszeit sei mit den im Dezember angesetzten, aber nicht erfolgten Wahlen beendet. Dbeiba weigert sich, die Regierungsgeschäfte an Baschagha zu übergeben.

Neben einem Rückgang der Rohölförderung werden die Schließungen nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft Probleme bei der Versorgung Ostlibyens mit Kochgas und Strom zur Folge haben. Der NOC-Vorsitzende Mustafa Sanalla rief dazu auf, die Ölförderung aufrecht zu erhalten, damit das Land „von den derzeitigen Boom-Preisen“ profitieren könne. Der Ölpreis ist wegen des russischen Krieges in der Ukraine und der Suche westlicher Staaten nach Alternativen zum russischen Öl stark gestiegen.

RND/AP

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