Lufthansa bietet Zugeständnisse im Air-Berlin-Deal an

Ein Flugzeug mit Air Berlin Lackierung und einem Sticker der Fluggesellschaft Niki mit der Aufschrift «mit Niki in den Urlaub!» rollt am 01.12.2017 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) auf dem Flughafen über das Vorfeld an einem Flugzeug der Lufthansa vorbei. Die Lufthansa hat nach Angaben der EU-Wettbewerbshüter kurz vor Fristende Zugeständnisse für die angestrebte Air-Berlin-Übernahme gemacht. Die Frist für eine Entscheidung verlängere sich damit nun bis zum 21. Dezember, teilte die Brüsseler Behörde am Freitagmorgen mit. (zu dpa «EU-Kommission: Zugeständnisse von Lufthansa für Air-Berlin-Übernahme» vom 01.12.20 17) Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein Flugzeug mit Air Berlin Lackierung und einem Sticker der Fluggesellschaft Niki mit der Aufschrift «mit Niki in den Urlaub!» rollt am 01.12.2017 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) auf dem Flughafen über das Vorfeld an einem Flugzeug der Lufthansa vorbei. Die Lufthansa hat nach Angaben der EU-Wettbewerbshüter kurz vor Fristende Zugeständnisse für die angestrebte Air-Berlin-Übernahme gemacht. Die Frist für eine Entscheidung verlängere sich damit nun bis zum 21. Dezember, teilte die Brüsseler Behörde am Freitagmorgen mit. (zu dpa «EU-Kommission: Zugeständnisse von Lufthansa für Air-Berlin-Übernahme» vom 01.12.20 17) Foto: Marcel Kusch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Brüssel/Frankfurt. Im wettbewerbsrechtlichen Kampf um die Übernahme großer Teile der Air Berlin hat die Lufthansa weitgehende Zugeständnisse gemacht. Kurz vor Ablauf der Frist habe das Unternehmen der EU-Kommission angeboten, auf substanzielle Start- und Landerechte an großen Flughäfen zu verzichten. Dies sagte am Freitag eine mit dem Verfahren vertraute Person.

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Die Brüsseler Behörde bestätigte den Eingang der Vorschläge, mit denen die kartellrechtlichen Folgen der Übernahme gelindert werden sollen. Nähere Einzelheiten wollten beide Seiten nicht nennen.

Lufthansa will auf Slots in Düsseldorf, Berlin oder Palma verzichten

Dem Vernehmen nach will die Lufthansa auf Slots der Air-Berlin-Tochter Niki etwa in Düsseldorf, Berlin oder Palma de Mallorca verzichten. Die Frist für eine Entscheidung verlängere sich damit nun bis zum 21. Dezember, teilte die Kommission mit. Der Frankfurter Dax-Konzern will mit den Teilgesellschaften LG Walter und Niki für 210 Millionen Euro einen beträchtlichen Teil des Flugbetriebs von Air Berlin mit 81 Jets und den dazugehörigen Verkehrsrechten übernehmen.

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Die EU-Wettbewerbshüter sind bei Firmenzusammenschlüssen zuständig, wenn der Umsatz aller Beteiligten zusammen mindestens fünf Milliarden Euro beträgt. Sie müssen unter anderem prüfen, ob durch die Übernahme in diesem Fall eine Monopolstellung der Lufthansa und möglicherweise schlechtere Bedingungen wie zum Beispiel höhere Preise für Flugreisende entstehen könnten.

Wer übernimmt den Ferienflieger Niki?

Die Lufthansa hatte bis Mitternacht Zeit, den Bedenken entgegenzukommen. Zuletzt hatte sich abgezeichnet, dass die Kommission insbesondere die Übernahme des nicht insolventen Ferienfliegers Niki kritisch sieht. An der Wiener Gesellschaft hatten in den vergangenen Tagen die Konzerne Thomas Cook (Condor) und IAG (British Airways, Iberia, Vueling) wieder Interesse gezeigt, nachdem sie im Bieterverfahren der Air-Berlin-Insolvenzverwaltung zunächst nicht zum Zuge gekommen waren.

Die EU-Wettbewerbshüter können den Deal nun bis zum 21. Dezember - gegebenenfalls unter Auflagen - durchwinken oder aber eine vertiefte Prüfung einleiten. Dafür wären nochmals 90 Arbeitstage vorgesehen.

Lufthansa hält Niki und LG Walter mit Finanzspritzen am Leben

Bis zur kartellrechtlichen Entscheidung der EU hält der Lufthansa-Konzern die Gesellschaften Niki und LG Walter vorläufig mit Millionenspritzen in der Luft, um die Flugrechte der beiden Air-Berlin-Töchter zu bewahren. Sollte die geplante Übernahme einer oder beider Gesellschaften scheitern, droht laut Lufthansa-Kreisen ein abrupter Zahlungsstopp.

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Falls dann kein anderer Investor einspringen würde, müsste der Flugbetrieb umgehend aufgegeben werden. Auch der von der Bundesrepublik verbürgte KfW-Kredit über 150 Millionen Euro an die Air Berlin könnte dann wahrscheinlich nicht zurückgezahlt werden.

Von RND/dpa

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