Neue Streikwelle droht

Lufthansa-Piloten wollen ab Mittwoch erneut streiken

Die Piloten der Lufthansa haben einen weiteren Streik bei der Airline beschlossen. Das Unternehmen könne den für Mittwoch geplanten zweitägigen Ausstand aber noch mit einem Angebot abwenden, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit in Frankfurt mit. (Archivbild) dpa

Die Piloten der Lufthansa haben einen weiteren Streik bei der Airline beschlossen. Das Unternehmen könne den für Mittwoch geplanten zweitägigen Ausstand aber noch mit einem Angebot abwenden, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit in Frankfurt mit. (Archivbild) dpa

Frankfurt/Main. Die Piloten der Lufthansa haben eine zweite Streikwelle bei der Airline beschlossen. Das Unternehmen könne den ab Mittwoch geplanten mehrtägigen Ausstand noch mit einem „ernstzunehmenden“ Angebot abwenden, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit in der Nacht zum Dienstag in Frankfurt mit.

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Die Lufthansa hat ein verbessertes Tarifangebot für die streikbereiten Piloten angekündigt. Man werde dies am heutigen Dienstag unterbreiten, kündigte das Unternehmen in Frankfurt an. Die Verhandlungen sollen um 10.00 Uhr beginnen. Bis spätestens 12.00 Uhr müsse entschieden werden, ob für die angedrohten Streiktage ab Mittwoch Flüge gestrichen werden. Dies sei sowohl für die Flugzeug- und Crew- Disposition als auch für einen zumindest minimalen Vorlauf für die betroffenen Fluggäste notwendig.

In einer ersten Reaktion sagte ein Lufthansa-Sprecher: „Wir bedauern sehr, dass die Gewerkschaft den Weg der Eskalation weitergeht.“ Dem neuerlichen Streikaufruf zufolge sollen die Abflüge der Lufthansa-Passagiermaschinen aus Deutschland am Mittwoch und Donnerstag bestreikt werden. Bei der Frachttochter Lufthansa Cargo ist der Streik von Mittwoch bis Freitag geplant. „Der angekündigte Streik kann nur durch ein ernstzunehmendes Angebot des Unternehmens abgewendet werden“, erklärte dazu VC-Sprecher Matthias Baier.

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Mehr als 800 Flüge waren bei der ersten Streikwelle ausgefallen - 32-Millionen-Euro-Schaden

Bei der ersten Streikwelle am vergangenen Freitag hatte die Lufthansa das gesamte Programm ihrer Kern-Airline abgesagt. Mehr als 800 Flüge mit 130.000 betroffenen Passagieren fielen aus, das Unternehmen erlitt nach eigener Aussage einen wirtschaftlichen Schaden von 32 Millionen Euro.

Aus rechtlichen Gründen kann die VC nur Arbeitnehmer in Deutschland zum Arbeitskampf aufrufen. Bestreikt werden daher ausschließlich die Abflüge der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie der Lufthansa Cargo von deutschen Flughäfen. Die Tochtergesellschaften Eurowings, Lufthansa Cityline und Eurowings Discover sind von dem Arbeitskampf nicht betroffen.

Pilotengewerkschaft verlangt Inflationsausgleich von 8,2 Prozent

Vor dem Arbeitsgericht München hat die VC ihre Tarifforderung in einem Detail abgeändert. Weil auch die Richter rechtliche Bedenken gegen einen automatisierten Inflationsausgleich ab dem kommenden Jahr äußerten, wird nun ein „pauschaler“ Inflationsausgleich in Höhe von 8,2 Prozent verlangt. Im laufenden Jahr sollen die Gehälter um 5,5 Prozent steigen. Dazu kämen eine neue Gehaltstabelle sowie mehr Geld für Krankheitstage, Urlaub und Training.

Reisende wegen des Lufthansa-Streiks unzufrieden

Am Freitagmorgen hatten am Flughafen Frankfurt manche Passagiere Mühe, die Beweggründe für die Arbeitsniederlegung nachzuvollziehen.

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Laut Lufthansa würden die zusammengefassten Forderungen der VC die Personalkosten im Cockpit um 40 Prozent erhöhen. Dies sei selbst ohne Rücksicht auf die finanziellen Folgen der Corona-Krise außerhalb des Vertretbaren. Auf eine Laufzeit von zwei Jahren würde das eine Mehrbelastung von 900 Millionen Euro bedeuten, hieß es bei der Lufthansa.

Erst im Juli hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik des Bodenpersonals den Flugbetrieb der größten deutschen Airline für einen ganzen Tag nahezu lahmgelegt. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will im Herbst für ihre Mitglieder verhandeln. Sie erklärte sich „ausdrücklich und uneingeschränkt solidarisch“ mit dem Streik der Piloten.

RND/dpa

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