Maggi will sich neu erfinden – bleibt aber vage

Gegründet wurde Maggi 1886 von Julius Maggi in der Schweiz.

Gegründet wurde Maggi 1886 von Julius Maggi in der Schweiz.

Hannover. Gefühlt hat sich an der Rezeptur der Maggi-Würze in den vergangenen 130 Jahren wohl genau so wenig geändert wie an dem Image der Marke, die für Instantsuppen, Brühwürfel und Fertiggerichte steht. Da kam die Ankündigung der Firma, man wolle in Zukunft „auf Inhaltsstoffe verzichten, die kaum jemand kennt und stattdessen nur noch Zutaten verwenden, die in jedem heimischen Küchenschrank zu finden sind“, für viele überraschend. Bis 2020 solle das komplette Sortiment umgestellt werden.

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„Geht hier ein Kult zu Ende?“, verbreitete die „Bild“-Zeitung prompt Angst unter den Maggi-Fans. Das Medien-Echo auf die Ankündigung war offenbar so groß, dass sich die Firma zu einer weiteren Pressemitteilung genötigt sah, in der versichert wird, dass „sich am produkt-typischen Geschmackserlebnis nichts ändern“ soll. Das gelte vor allem für die „Maggi Würze“.

Was ist mit Geschmacksverstärkern?

Bisher wird die braune Soße aus pflanzlichem Eiweiß, Aromen, Geschmacksverstärkern, Salz und Zucker hergestellt. Gerade Geschmacksverstärker wie Mononatriumglutamat stehen immer wieder in der Kritik – sie sollen Übergewicht verursachen und Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson verursachen, wie "Die Welt" berichtet. Bei Unverträglichkeit könnte es auch zu Hautrötungen, Zittern, Muskelschmerzen und anderen Symptomen kommen.

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Ob nun in Zukunft im Hause Maggi auf Geschmacksverstärker verzichtet wird, bleibt aber Spekulation: Das Unternehmen wollte sich am Donnerstag nicht dazu äußern.

Klar ist aber, dass weiterhin Zusätze in den Produkten verwendet werden sollen. Das Unternehmen hat angekündigt, „Lebensmittel mit wichtigen Nährstoffen wie Eisen, Jod und Vitamin A“ anzureichern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt dazu, dass eine „übermäßige Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen jedoch schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann“.

Mehr Vitamine, weniger Salz

Das Unternehmen zielt dabei aber offenbar auch nicht auf den deutschen Markt ab, sondern blickt weiter nach Süden, nämlich Richtung Afrika. Im Jahr verkauft Nestlé offenbar bis zu 100 Millionen Brühwürfel in den 22 Ländern Westafrikas – ein wichtiger Wachstumsmarkt.

Ob die Inhaltsstoffe beim Kochen erhalten bleiben und die Mengen der beigesetzten Stoffe einen Unterschied machen, ist allerdings unklar.

Weniger verwendet werden soll in den Maggi-Produkten auf jeden Fall ein weiterer Stoff, der bei vielen Ernährungswissenschaftlern in Verruf geraten ist: Salz. „Bis 2020 wird das Unternehmen den Natriumanteil im Schnitt um zehn Prozent verringern“, heißt es von Maggi. Kein Wunder: Ein zu hoher täglicher Salzkonsum sei ein erheblicher Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Schlaganfall, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie empfiehlt täglich nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich zu nehmen.

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Von Kilian Haller/RND

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