Studie

Bauverband: Bürokratie für neue Projekte zu groß

(Symbolbild)

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Leipzig. Die ostdeutschen Bauunternehmen klagen über zunehmende Bürokratie. Das geht aus einer Studie des Bauindustrieverbandes Ost für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg hervor. Demnach gaben mehr als 82 Prozent der befragten Unternehmen an, dass der bürokratische Aufwand für die Umsetzung von Projekten in den zurückliegenden fünf Jahren stark zugenommen hat, sagte Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Verbandes mit Sitz in Leipzig, der Deutschen Presse-Agentur.

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65 Prozent sehen Bauabläufe und Bauausführungen durch Bürokratie behindert und fast jedes zweite Unternehmen musste aufgrund bürokratischer Hürden bereits auf die Beteiligung an einem Bauprojekt verzichten.

Dokumentations- und Nachweispflichten

Am meisten ärgerten sich die Unternehmen über die vielen Dokumentations- und Nachweispflichten, zu lange Bearbeitungszeiten, aufgeblähte Vergabeverfahren sowie über die verschiedenen Regelungen in den einzelnen Bundesländern. Der Verband vertritt die Interessen von 260 Unternehmen mit etwa 20.000 Beschäftigten. Die Studie, für die alle Mitgliedsunternehmen befragt wurden, wurde im Sommer dieses Jahres erstellt.

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Wie aus der Studie weiter hervorgeht, müssen die Baubetriebe des ostdeutschen Bauhauptgewerbes jährlich eine halbe Milliarde Euro für die Erfüllung bürokratischer Aufgaben aufbringen. Allein im Verbandsgebiet seien 17.000 Arbeitnehmer damit beschäftigt, die von EU, Bund und Land auferlegten Informations- und Berichtspflichten zu erfüllen. Damit gehe viel Potenzial der eigentlichen Wertschöpfung verloren, sagte Momberg. „Nachweise und Genehmigungen müssen sein, aber man kann die Verfahren auch entschlacken“, betonte er.

Zu viel Papier

Hinderlich seien auch die zu langen Bearbeitungszeiten von Baugenehmigungen, sagte Momberg. Zum einen fehle es an Fachpersonal in den Behörden, zum anderen gebe es viel zu viele komplizierte Regelungen, die von Land zu Land unterschiedlich seien. So werde die Muster-Bauordnung des Bundes von den Ländern kaum angenommen. „Eine Vereinheitlichung soweit wie möglich wäre von großem Vorteil“, sagte Momberg.

„In den Behörden wird noch zu viel mit Papier gearbeitet“, kritisierte Momberg. Zwar gebe es schon Ansätze der Digitalisierung, doch das reiche bei weitem noch nicht aus. Eine weitere Möglichkeit, Ressourcen effizienter zu nutzen, biete das sogenannte Building Information Modeling (BIM), das noch zu selten zur Anwendung komme. Im Gegensatz zur klassischen Planung werden dabei mit Hilfe von Software alle Gebäudedaten digital erfasst und vernetzt. Alle am Bau Beteiligten, von der Planung bis zu Ausführung, haben auf die Daten Zugriff. Beispielsweise könnten so Planungsveränderungen am Bau schneller umgesetzt werden, sagte Momberg.

Von LVZ

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