Ersatz für Braunkohle

Cottbuser wollen Tesla-Fabrik in die Lausitz holen

Wollen Tesla in die Lausitz holen: Jens Taschenberger (links) und Ralf Henkler vor zwei E-Mobilen des US-Hersteller. Die Akkus für die Autos würden sie künftig gern in Sachsen oder Brandenburg bauen lassen.

Wollen Tesla in die Lausitz holen: Jens Taschenberger (links) und Ralf Henkler vor zwei E-Mobilen des US-Hersteller. Die Akkus für die Autos würden sie künftig gern in Sachsen oder Brandenburg bauen lassen.

Cottbus. Tesla statt Braunkohle? Wenn es nach Ralf Henkler (50) und Jens Taschenberger (46) aus Cottbus geht, könnte genau so die Zukunft der Lausitz aussehen. Mit einer Aktion auf dem Lausitzring wollen sie jetzt für die Idee werben – und den E-Auto-Bauer in die Braunkohleregion holen. Seit September rühren die beiden die Werbetrommel für das Projekt. Am kommenden Donnerstag wollen sie nun mit einer großen Lichtshow auf dem Lausitzring die Aufmerksamkeit auf die Region lenken.

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"Das klingt wie eine Schnapsidee", räumt Mit-Initiator Taschenberger ein. "Es ist aber keine." Die Idee sei "bei aller Verrücktheit" eine ernste Sache. Denn Tesla-Chef Elon Musk sucht derzeit tatsächlich in Asien und Europa nach Standorten für seine geplanten Giga Factories, in denen neben den Autos auch die riesigen Akkus, die das Herzstück der Stromer bilden, entstehen sollen. Im Juni hatte er dann per Twitter erklärt: Deutschland wäre für ihn erste Wahl. Seither laufen sich Standorte in der ganzen Bundesrepublik warm.

Bundesländer buhlen um Giga Factory

Rheinland-Pfalz und dem Saarland wurden schon im Sommer gute Chancen auf den Zuschlag nachgesagt. Auch Bayern und Nordrhein-Westfalen meldeten Interesse an. Und Ende August berichtete Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pregel (SPD) beim Ost-Energieforum in Leipzig, dass er ebenfalls gerade mit dem US-Konzern gesprochen habe. „Für Tesla ist vor allem der Windstrom vom Meer interessant“, sagte der Minister.

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Sachsen und Brandenburg arbeiten dem Vernehmen nach ebenfalls an entsprechenden Bewerbungen. Als Standort käme dabei nur die Lausitz infrage, findet Taschenberger. „Wir haben hier alles, was man für so eine Ansiedlung braucht.“ Es gebe ausreichend Fachkräfte, niedrige Löhne, bereits fertige erschlossene Indus-triegebiete und auch die nötige Infrastruktur. „Uns ist egal, ob Sachsen oder Brandenburg. Hauptsache in der Lausitz.“

Urheber der kühnen Idee, Tesla in die Lausitz zu holen, war eigentlich Sven Minetzke, Inhaber einer Kfz-Werkstatt in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde und seit Jahren leidenschaftlicher Tesla-Fahrer. „Der hat uns den Floh ins Ohr gesetzt“, berichtet Taschenberger. Zunächst hatte er den örtlichen Chef des Bundesverbandes der Mittelständische Wirtschaft (BVMW), Ralf Henkler, für das Projekt begeistert, der dann den PR- und Event-Profi Taschenberger ansteckte.

Taschenlampen sollen in den Himmel leuchten

Am kommenden Donnerstag wollen sie nun mit einer großen Lichtshow auf dem Lausitzring für die Idee werben. Punkt 18.10 Uhr sollen möglichst viele Unterstützer auf der früheren Rennstrecke ihre Taschenlampen anknipsen und gen Himmel strahlen. Grund: Erst im Februar hatte Tesla-Chef Musk, dem auch das private Raumfahrtunternehmen SpaceX gehört, ein Tesla Model S in die Erdumlaufbahn geschossen. Genau dorthin wollen die Aktivisten nun leuchten.

„Wir hoffen, dass dieses Signal dann über den Großen Teich schwappt und Elon Musk erreicht. “ Damit das auch klappt, bemühe man sich um eine Live-Schaltung nach Kaliforniern – „allerdings mit sehr offenem Ausgang“.

Tesla-Fahrer dürfen Runde auf dem Lausitzringen drehen

Für das anschließende Musikprogramm hat Taschenberger selbst einen Tesla-Song geschrieben: „Welcome Tesla“. Und anschließend gibt es für alle, die schon einen Stromer des US-Herstellers fahren, noch eine besondere Attraktion: „Sie dürfen ausnahmsweise auf die Grand-Prix-Strecke“, sagte Taschenberg.

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Von der Politik in Sachsen und Brandenburg habe er zumindest schon sehr positive Rückmeldungen gehabt, berichtet Taschenberger. Und auch dem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dürfte der Plan gut ins Konzept passen. Der sucht für die Lausitz händeringend nach Ersatz für die vor dem Aus stehende Braunkohle – und hat hierfür die Produktion von E-Auto-Batterien als mögliche Zukunftsbranche ausgemacht.

Milliardenförderung für Projekt von Varta geplant

Ein erstes Großprojekt steht offenbar bereits in den Starlöchern: Laut "Tagesspiegel" will Altmaier eine Milliarde Euro in die Hand nehmen, um den Aufbau einer Batteriefabrik in der Lausitz zu unterstützen. Verkünden wolle er das am 13. November. Bauen will dem Bericht zufolge aber nicht Tesla, sondern der deutsche Batteriehersteller Varta zusammen mit Ford. Bestätigen wollte das von den Beteiligten aber noch niemand.

Offiziell im Gespräch dagegen ist ein Projekt von BASF: Der Chemieriese prüft derzeit, in seinem Werk in Schwarzheide die Zellchemie zu bündeln. Das wäre dann auch das perfekte Umfeld für Tesla, glaubt Taschenberger. „Wenn das klappt, wäre das ein Glücksgriff.“

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www.welcome-tesla.com

Von Frank Johannsen

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