Firmenporträt

Der Pyramiden-König von Brehna - Matthias Gabler und seine Erfolgsgeschichte

Matthias Gabler vor seinem Firmensitz in Brehna.

Matthias Gabler vor seinem Firmensitz in Brehna.

Sandersdorf-Brehna. Nein, die Firma sitzt nicht in Ägypten. „Wir bauen Pyramiden auch außerhalb der Wüste“, heißt es im Eingangsbereich der Stahlbau Brehna GmbH. Zu Recht, denn die Verwaltung des Unternehmens in Sachsen-Anhalt ist in einer Pyramide aus Glas und Stahl untergebracht. Lediglich die 7500 Quadratmeter große Fertigungshalle nebenan kommt normal daher. „Wir haben auch schon in Baden-Württemberg und in Thüringen Pyramiden errichtet“, sagt mit gewissem Stolz Firmenchef Matthias Gabler, in dessen Büro in der obersten Ebene der Zentrale auf den Fensterbänken ungefähr 30 Mini-Pyramiden platziert sind.

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Der 53-jährige Bauingenieur hat nach der Wiedervereinigung die Initiative ergriffen und sich so letztlich den Weg an die Spitze des Betriebes geebnet. Nach dem Mauerfall besorgte er sich ein Adressverzeichnis von westdeutschen Baufirmen, schrieb zahlreiche Bewerbungen und landete im hessischen Wetzlar. „Zum Vorstellungsgespräch bin ich mit dem Lada meines Vaters gefahren“, erinnert Gabler sich. 1993 zog es ihn, in Bad Freienwalde geboren und in Dessau aufgewachsen, zurück nach Mitteldeutschland. Er landete bei einer Baufirma, die im Auftrag des berühmt-berüchtigten Baulöwen Jürgen Schneider auch bei der Restaurierung von Barthels Hof in Leipzig tätig war. Weitere Stationen bei anderen Firmen folgten, ehe der verheiratete Vater von zwei Söhnen 2002 die Geschäftsführung von Stahlbau Brehna übernahm. Der 1995 gegründete Betrieb war in belgischer Hand, eine verlängerte Werkbank. Zehn Mitarbeiter gab es damals, der Umsatz lag bei zehn Millionen D-Mark. Fünf Jahre später kaufte Gabler, der übrigens Geschäftsbriefe „mit stahlharten Grüßen“ beendet, alle Anteile, krempelte die Firma gewaltig um.

„Die Idee war, die gesamte Wertschöpfungskette aus einer Hand anzubieten“, berichtet der ehrenamtliche Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Gesagt, getan. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise investierte er in den Standort, erwarb später das Leipziger Ingenieurbüro für Bauplanung und gründete schließlich in China, einem Land mit vielen Pyramiden, mit dortigen Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen. „Planung und hochspezialisierte Fertigung machen wir hier in Deutschland“, sagt der gelernte Baufacharbeiter. Der Löwenanteil der Produktion erfolgt in Fernost. „So können wir im Preiswettbewerb mithalten.“ Die gesamte Firmengruppe kommt inzwischen auf einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro und beschäftigt 200 Mitarbeiter.

Aufträge werden rund um den Globus abgewickelt. Am Leipziger Porsche-Werk bauten die Brehnaer ebenso mit wie am Vergnügungspark Phantasialand in Brühl bei Köln, aber ebenso in Pakistan und natürlich in China. Auch am Nachwuchsleistungszentrum des Fußballbundesligisten RB Leipzig legten die Stahlbauer mit Hand an. „Das Projekt RB ist eine tolle Geschichte für die Region, bringt sie nach vorn und erhöht weltweit den Bekanntheitsgrad“, sagt der Fußballfan, der sich regelmäßig die Spiele in der Red Bull Arena anschaut.

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Die Auftragsbücher sind auch dank der guten Konjunktur gefüllt. „Wir haben sehr viel zu tun.“ Die Strategie, sich auf anspruchsvolle Projekte zu konzentrieren, bei denen eine hohe Kompetenz erforderlich ist, geht offenkundig auf. „Alles fürchtet sich vor der Zeit, aber die Zeit fürchtet sich vor den Pyramiden“, hieß es im alten Ägypten. Die Konkurrenz muss sich vor den Stahlbauern aus Brehna also vorsehen.

Ulrich Milde

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