Tarifstreit

Keine Einigung: IG Metall plant weitere Warnstreiks

Mitarbeiter stehen bei einer Kundgebung zum Warnstreik im aktuellen Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie.

Mitarbeiter stehen bei einer Kundgebung zum Warnstreik im aktuellen Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie.

Chemnitz (dpa/sa). Die IG Metall stimmt ihre Mitglieder in Sachsen auf einen härteren Arbeitskampf ein. Nachdem auch in der dritten Verhandlungsrunde für die Metall- und Elektroindustrie am Freitag keine Einigung erzielt wurde, hat die Gewerkschaft für Montag zu weiteren Warnstreiks aufgerufen. «Wer ernsthaft verhandelt, nennt Prozentzahlen. Doch die Arbeitgeber bleiben noch immer im Ungefähren», kritisierte Verhandlungsführerin Irene Schulz nach dem Treffen in Chemnitz. Zuvor hatte sie von den Arbeitgebern angemahnt, endlich ein Angebot für eine nachhaltige Erhöhung der Entgelte vorzulegen. Die IG Metall fordert ein Plus von 8 Prozent.

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Am Verhandlungsort hatten am Nachmittag rund 200 Beschäftigte mit Fahnen, Transparenten und Trillerpfeifen ihre Forderung bekräftigt. Mit von der Partie waren Beschäftigte der Elbe Flugzeugwerke, des Automobilzulieferers Vitesco Technologies sowie Thyssenkrupp. Schulz schwor die Beschäftigten auf einen umfangreicheren Arbeitskampf ein: «Das heißt nicht mehr nur Warnstreiks. Das heißt 24-Stunden-Streiks.» Zuvor hatten bereits in den frühen Morgenstunden nach Gewerkschaftsangaben rund 350 Beschäftigte der Nachtschicht von BMW in Leipzig von 3.30 bis 5.00 Uhr die Arbeit ruhen lassen.

Die Arbeitgeber haben unter anderem eine steuer- und abgabenfreie «Inflationsausgleichsprämie» von 3000 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten sowie eine spätere, noch unbezifferte Erhöhung in den Gehaltstabellen in Aussicht gestellt. Sachsens Metall- und Elektroindustrie zählt nach Angaben ihres Dachverbandes Sachsenmetall rund 180.000 Beschäftigte. Von den Tarifverhandlungen direkt betroffen seien rund 60 Unternehmen mit etwa 25.000 Arbeitsplätzen.

Der Verhandlungsführer des Verbandes der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie, Stefan Koch, verwies in einer Mitteilung darauf, dass sich die Aussichten der Unternehmen für 2023 weiter verschlechtert hätten. Namhafte Wirtschaftsinstitute gingen von einer Rezession aus. Darauf müsse ein neuer Tarifvertrag Rücksicht nehmen. Er verwies auf eine anstehende Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg in der kommenden Woche. Dort könnte zu offenen Fragen eine Einigung erzielt werden. Ziel sei es, eine mögliche Pilotvereinbarung zügig für das hiesige Tarifgebiet zu übernehmen, so Koch.

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Die Warnstreiks in der Branche dauern schon zwei Wochen. Die IG Metall sprach von einer hohen Entschlossenheit in den Belegschaften. Angesichts der starken Inflation reichten Einmalzahlungen nicht, betonte Schulz. Im gesamten Bezirk Berlin, Brandenburg und Sachsen hätten sich bisher rund 20.000 Beschäftigte in 122 Betrieben an den Aktionen beteiligt.

In der kommenden Woche sind nun weitere Ausstände in Sachsen geplant. Dazu sind am Montag in Leipzig Beschäftigte von Kirow Ardelt, GF Casting Solutions und BMW aufgerufen ebenso wie Mitarbeiter von Mahle Industry in Reichenbach (Vogtland), wie die IG Metall informierte.

© dpa-infocom, dpa:221110-99-469466/5

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