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Leipziger Gießerei

Halberg-Guss-Rettung: Geld kommt von Deutz

Ein Deutz-Mitarbeiter baut in Köln aus Teilen von Halberg Guss einen Motor zusammen. Jetzt hilft der Kunde bei der Rettung seines Zulieferers.

Ein Deutz-Mitarbeiter baut in Köln aus Teilen von Halberg Guss einen Motor zusammen. Jetzt hilft der Kunde bei der Rettung seines Zulieferers.

Leipzig.Die Rettung von Halberg Guss in Leipzig sorgt bei den Abnehmern der Motorblöcke für Erleichterung. "Nach vielen Monaten intensiver Verhandlungen und damit verbundener Unsicherheit konnte endlich eine nachhaltige Lösung gefunden werden", sagte der Chef des Kölner Motorenbauers Deutz, Frank Hiller, nach dem am Donnerstag verkündeten Verkauf der Gießerei. Deren Neustart will er sogar mit eigenem Geld unterstützen: Deutz helfe dem neuen Eigentümer mit einer Teilfinanzierung dabei, die Werke in Leipzig und Saarbrücken zu erwerben, erklärte Hiller.

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Die eigentlich vor der Schließung stehende Leipziger Gießerei mit 530 Mitarbeitern war am Donnerstag an die Münchner Finanzberatung One Square Advisors verkauft worden. Damit zieht sich der bisherige Eigner Prevent, der mit Preiserhöhungen und Lieferstopps erst VW und dann auch weitere Abnehmer vergrault hatte, nach nur elf Monaten wieder zurück. Der neue Eigentümer hat die Schließung des Werks sofort abgeblasen und will nun die Kunden zurückgewinnen.

Vertragskündigung landete vor Gericht

Deutz ist nach dem Absprung des bisherigen Hauptkunden VW, an den früher zwei Drittel der Teile gingen, der größte verbliebene Abnehmer der Motorblöcke aus Leipzig. Dass überhaupt noch geliefert wird, musste Hiller allerdings im Oktober vor Gericht erzwingen. Denn im September hatte Halberg Guss auch die Lieferung an den bisher treuen Kunden gestoppt, um satte 65 Prozent Preiserhöhung durchzusetzen – und wenig später den Vertrag ganz gekündigt.

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Vorm Landgericht Saarbrücken setzte Deutz dann aber per Einstweiliger Verfügung durch, dass zumindest bis Ende 2018 weiter geliefert werden muss. Nach dem nun vollzogene Eigentümerwechsel wird es auch danach weitergehen. Hiller: „Dies gibt uns Planungssicherheit und gewährleistetet eine zuverlässige Belieferung.“

Deutz-Chef fühlt sich von Prevent ausgenutzt

Während des sechswöchigen Streiks im Sommer hatte Deutz-Chef Frank Hiller sogar an die Halberger appelliert, den Ausstand endlich aufzugeben – erst per Youtube-Video, dann per ganzseitiger Zeitungsanzeige. Weil keine Teile mehr aus Leipzig kamen, musste seine Firma in Köln die Produktion drosseln.

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Inzwischen fühlt sich Hiller vom Halberg-Guss-Eigner Prevent ausgenutzt. Der bisherige Eigner habe „sehr verantwortungslos agiert und eine über Jahre gewachsene gute Beziehung zwischen Zulieferer und Kunde missbraucht“, sagte er im Oktober.

Von Frank Johannsen

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