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Volga-Dnepr-Tochter

Neue Schkeuditzer Frachtairline Cargo Logic Germany hebt im Juli ab

Warten in Schkeuditz auf ihren ersten Einsatz: Die beiden Boeing 737-400 von Cargo Logic Germany sollen ab Juli  für die neue Airline abheben.

Warten in Schkeuditz auf ihren ersten Einsatz: Die beiden Boeing 737-400 von Cargo Logic Germany sollen ab Juli für die neue Airline abheben.

Schkeuditz.Eigentlich sollte die neue Schkeuditzer Fracht-Airline Cargo Logic Germany längst in der Luft sein. Jetzt soll es wirklich losgehen: Im Juli sollen die beiden Boeing 737, die seit Monaten in Schekduitz auf ihren Einsatz warten, endlich abheben. Das kündigte der Chef der neuen Airline, Ulrich Ogiermann, jetzt in einem Interview mit dem Branchenportal „Cargo Forwarder Global“ an.

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Eigentlich wollte die neue Schkeuditzer Fracht-Airline, die zum russischen Antonow-Betreiber Volga-Dnepr gehört, schon Mitte Februar an den Start gehen. Das erste Flugzeug wurde schon im Januar nach Schkeuditz gebracht, das zweite sollte im Februar folgen. Doch die Genehmigung durch das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig zog sich immer länger hin. Der Zeitplan sei dann aber doch "recht sportlich" gewesen, räumte Ogiermann ein.

Jetzt sei man dort aber auf der Zielgeraden, berichtete der 57-Jährigenach einem Gespräch mit der Behörde. „Wir sind in der Endphase des Genehmigungsprozesses.“ Er sei daher nun zuversichtlich, dass es kommenden Monat endlich losgehe. „Ich kann bestätigen, dass wir auf dem besten Weg sind, unseren Jungfernflug im Juli zu starten, wenn alle behördlichen Genehmigungen vorliegen.“ Auf ein genaues Datum wollte er sich aber noch nicht festlegen.

Bereits 15 Piloten eingestellt

Technisch könne man sofort loselegen, fügte Ogiermann hinzu: Für die beiden bereits in Schkeuditz wartenden Flugzeuge wurden inzwischen 15 Piloten angeheuert, „die nur drauf warten, endlich Gas zu geben und die Motoren anzuwerfen“, so der Airline-Chef. Und noch in diesem Jahr soll eine dritte Boeing 737 nach Schkeuditz kommen, zwei weitere dann 2020.

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Grund für die Ansiedlung in Schkeuditz ist nicht zuletzt der Brexit: Denn bisher sitzt Cargo Logic in London. 2015 hatte Volga-Dnepr die Tochter dort an den Start geschickt. Wegen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU wurde nun eine neue Basis in der Europäischen Union gesucht. Komplett verlegt wird die britische Tochter aber nicht. Vielmehr handelt es sich bei der Cargo Logic Germany um eine neue Schwester-Airline. Auch die bisher in London stationierten Boeing 747 bleiben dort. Für Schkeuditz wurden kleinere Boeing 737 geleast.

Für wen genau Cargo Logic Germany dann fliegen will, wollte Ogiermann noch nicht verraten. „Wir führen Gespräche mit einer Vielzahl von Kunden und haben bereits vorläufige Verträge mit einigen von ihnen unterzeichnet.“ Traditionellen Frachtairlines wie Lufthansa Cargo wolle er dabei aber keine Konkurrenz machen. „Wir sind ein reiner Express-Carrier, der sich ausschließlich auf dieses Transportsegment konzentriert.“

Amazon Prime Air als möglicher Kunde

Spekulationen, seine Firma könnte als europäischer Arm der Airline von Amazon dienen, spielte Ogiermann aber herunter. „Wir wollen alle Marktteilnehmer bedienen, ohne uns auf einen bestimmten Kunden festzulegen.“ Das auch Amazon dazu gehören könnte, ließ er damit aber offen. Der Versandriese hatte ab 2015 zunächst in den USA unter dem Namen Amazon Prime Air eine eigene Frachtairline aufgebaut, die dort inzwischen 29 Flugzeuge am Start hat. Anfang des Jahres wagte Amazon Prime Air dann auch den Sprung nach Deutschland. Wichtigstes Drehkreuz ist dabei Leipzig/Halle.

Zu sehen ist davon in Schkeuditz aber nichts: Denn anders als in den USA hat Amazon hier keine eigenen Maschinen am Start. Stattdessen nutzt der Versandriese, der in Leipzig auch ein großes Versandzentrum betreibt, die ohnehin hier stationierten Maschinen der DHL-Tochter European Air Transport. Denn die wurden von DHL, an dessen Schkeuditzer Drehkreuz vor allem nachts verladen wird, tagsüber bisher kaum genutzt. Das hat sich nun geändert, berichtet das Branchenportal Airliners.de: Tagsüber fliegen sie jetzt für Amazon Waren quer durch Europa, nachts sind sie dann wie gehabt für DHL im Einsatz.

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Von Frank Johannsen

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