Leipziger Gasimporteur

VNG holt mehr Gas aus Russland – neuer Liefervertrag mit Gazprom

Gazprom-Boss Alexej Miller (am Tisch links) und VNG-Chef Ulf Heitmüller unterzeichnen in St. Petersburg im Beisein von Sachsen Ministerpräsident  Michael Kretschmer, Ministerpräsident (CDU, stehend) den neuen Gas-Liefervertrag.

Gazprom-Boss Alexej Miller (am Tisch links) und VNG-Chef Ulf Heitmüller unterzeichnen in St. Petersburg im Beisein von Sachsen Ministerpräsident Michael Kretschmer, Ministerpräsident (CDU, stehend) den neuen Gas-Liefervertrag.

Leipzig/St. Petersburg. Der Leipziger Gasimporteur Verbundnetz Gas (VNG) will künftig deutlich mehr Gas aus Russland abnehmen. Mit dem russischen Monopolisten Gazprom wurde am Freitag in St. Petersburg ein neuer Liefervertrag unterzeichnen. Ab 2021 sollen demnach 3,5 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas pro Jahr geliefert werden.

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Die Abnahme erfolge zusätzlich zu der bereits bisher von Gazprom bezogenen Menge, sagte ein VNG-Sprecher der LVZ. Derzeit gebe es bereits einen noch bis 2031 laufenden Vertrag über 6,5 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Die jetzt vereinbarten 3,5 Milliarden Kubikmeter kommen nun noch oben drauf. Dadurch steigt der Bezug auf 10 Milliarden Kubikmeter. Nach LVZ.Berechnungen entspricht das gut einem Fünftel des gesamten Gasbezugs von VNG. Weitere zwei Prozent entfallen bisher auf Norwegen, den Rest bezieht VNG je nach Bedarf am Spot-Markt.

„Durch die direkten Vertragsbeziehungen zu Gazprom erhöhen wir die Versorgungssicherheit unserer Kunden“, sagte VNG-Chef Ulf Heitmüller nach der Vertragsunterzeichnung in St. Petersburg. „Indem wir zusätzliche Erdgasmengen importieren, machen wir den Markt robuster und gleichen die zurückgehende Förderung in Europa aus. Um dem Erdgasbedarf in Deutschland gerecht zu werden, ist zusätzliches Pipelinegas aus Russland die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Option.“

Feierliche Unterzeichnung beim Wirtschaftforum in St. Petersburg

Den Vertrag hatten Heitmüller und Gazprom-Chef Alexej Miller am Freitag im Beisein von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Randes des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg unterzeichnet. „Gazprom und VNG verbindet seit vielen Jahren eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die wir durch den Einkaufsvertrag weiter festigen.“, sagte Heitmüller. „2018 jährte sich der Beginn der deutsch-russischen Erdgaspartnerschaft bereits zum 45. Mal.“ Aufgenommen wurde die Lieferung 1973, als die beteiligten Staaten von Sowjetunion und DDR hießen.

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„Der erfolgreiche Abschluss des Bezugsvertrages unterstreicht deutlich die Bereitschaft beider Seiten zum weiteren Ausbau ihrer Zusammenarbeit im europäischen Gassektor“, sagte Konstantin von Oldenburg, Chef der Gashandelstochter VNG Handel & Vertrieb. „Der neue Vertrag trägt zum Ausbau des physischen Bezugsportfolios und somit zur Stabilisierung des gesamten europäischen Handelsportfolios der VNG bei.“ Zur Laufzeit und zur Preigestaltung wollte sich VNG auf Nachfrage nicht äußern. Der neue Vertrag laufe aber deutlich kürzer als der bisherige, der bis 2031 geht, sagte der Sprecher.

Altverträge mit Gazprom drückte VNG 2011 ins Minus

Lang laufende Lieferverträge mit Gazprom hatten VNG schon einmal an den Rand der Pleite getrieben: Weil 2011 der Gaspreis kräftig nach unten ging, VNG aber weiter an die nun viel zu teueren alten Konditionen gebunden war, rutschte der Konzern tief in die roten Zahlen. 2012 konnte man sich aber mit Gazprom auf eine Preissenkung einigen, VNG kehrte in die Gewinnzone zurück.

Damals war Gazprom noch selbst mit knapp elf Prozent an VNG beteiligt. 2015 zogen sich die Russen dann aber zurück. Inzwischen gehört VNG zu knapp 75 Prozent dem Karlsruher Versorger EnBW.

Von Frank Johannsen

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