Transfergesellschaft bei Air Berlin wieder im Gespräch

Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin protestieren bei einer Verdi-Protestaktion in Berlin

Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin protestieren bei einer Verdi-Protestaktion in Berlin

Berlin/Düsseldorf. Für die von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin könnte es möglicherweise doch eine Transfergesellschaft geben. Sowohl das Unternehmen als auch das Land Berlin wollen Geld dafür bereitstellen. Das Land Nordrhein-Westfalen schloss ein Engagement nicht aus. In Transfergesellschaften werden Mitarbeiter üblicherweise befristet eingestellt, um sie auf neue Arbeitsplätze zu vermitteln.

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Die Berliner Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) machte am Dienstag deutlich, dass das Land eine solche Gesellschaft notfalls sogar allein finanzieren werde. „Das soll natürlich möglichst mit Partnern geschehen, aber wenn sich diese nicht finden lassen, steht Berlin trotzdem zu seinem Wort“, sagte sie nach einer Senatssitzung.

Ein großer Teil wird an Lufthansa verkauft

Ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Düsseldorf schloss eine Beteiligung am Dienstag nicht aus. Allerdings würde man sich nur an den sogenannten Overheadkosten etwa für Geschäftsführung und Verwaltung beteiligen, hieß es.

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Am Montag hatte Air Berlin seine Position unangekündigt geändert, Geld bereitzustellen. Man sehe große Chancen, „dass sich die Air Berlin trotz Insolvenz an einer solchen Transfergesellschaft finanziell beteiligen kann“, hieß es am Abend in einer E-Mail des Unternehmens an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Auch der Sprecher des Düsseldorfer Arbeitsministeriums bestätigte auf Anfrage den Eingang der E-Mail.

Air Berlin hatte vor zwei Monaten Insolvenz angemeldet. Ein großer Teil des Unternehmens wird an Lufthansa verkauft. Mit Easyjet laufen weiter die Verhandlungen über 25 Flugzeuge in Berlin-Tegel, wie ein Sprecher der britischen Gesellschaft am Dienstag bestätigte.

1400 Vollzeitstellen ohne Perspektive

Es ist aber deshalb noch offen, für wie viele der 8000 Beschäftigten der Air Berlin noch eine Lösung gefunden werden muss. Nach Unternehmensangaben verteilten sich die Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung auf 6800 Vollzeitstellen. Weil Hunderte Mitarbeiter Air Berlin schon verlassen haben, sind es demnach noch 6200 Stellen. Nach Rechnung des Unternehmens könnte es nach Abschluss der Verhandlungen für 1400 Vollzeitstellen keine Perspektive geben. Für die betroffenen Mitarbeiter laufen Jobmessen.

„Damit eine Transfergesellschaft möglich wird, bitten wir Sie, das Land Berlin, um eine finanzielle Beteiligung“, schrieben Vorstandschef Thomas Winkelmann, der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus und der Sachwalter der Gläubiger, Lucas Flöther. Sie betonen, eine solche Gesellschaft müsse bis Ende der Woche in die Wege geleitet werden.

Die Manager lassen offen, wie viel Geld insgesamt notwendig wäre. Ebenso bleibt unklar, wie viel Air Berlin selbst zu geben bereit wäre und woher das Geld kommen soll. Das Unternehmen hat einen Bundeskredit von 150 Millionen Euro erhalten, nach früheren Angaben geht das Geld zum Monatsende aus. Bisher hatte Air Berlin ausgeschlossen, sich an einer Transfergesellschaft zu beteiligen.

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Auf rund 1300 bei Eurowings ausgeschriebene Jobs sind nach Angaben von Vorstandschef Thorsten Dirks bislang rund 2000 Bewerbungen eingegangen. Den betroffenen Mitarbeitern würden dabei die Konditionen der Lufthansa-Tochter Eurowings angeboten. Dies bedeute für ehemalige Air-Berlin-Piloten im Schnitt eine Einbuße von etwa neun oder zehn Prozent. In Einzelfällen könne sich das Jahresgehalt jedoch auch von bislang rund 250.000 Euro auf nur noch 154.000 Euro reduzieren.

Von dpa/RND

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