Zetsche wird neuer Tui-Aufsichtsratschef

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, wird zum Touristiker.

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, wird zum Touristiker.

Hannover. Dieter Zetsche ist in seinem Manager-Leben schon viel in der Welt herumgekommen, mit der Reisebranche aber hatte der Daimler-Chef bisher nicht direkt zu tun. Das wird sich ab Mitte Februar ändern: Bei der Hauptversammlung der Tui soll der 64-Jährige in den Aufsichtsrat gewählt werden und Anfang Oktober 2018 an die Spitze der Kontrollgremiums rücken. Der aktuelle Amtsinhaber Klaus Mangold will dann den Vorsitz abgeben. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, heißt es in einem Brief des 74-Jährigen an die Tui-Mitarbeiter vom Dienstag.

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Zetsche ist einer der bekanntesten deutschen Manager – nicht zuletzt wegen seines imposanten Schnurrbarts. Der in Istanbul geborene Diplom-Ingenieur ist auch international eine Marke, seit er sich als nach der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler als „Dr. Z“ in US-Werbespots als steifer, ulkiger Deutscher mit schwerem Akzent persiflierte. Selbst als die vermeintlich „Hochzeit im Himmel“ schnell in die Brüche ging, konnte das seiner Karriere nichts anhaben: Die Modernisierung der Marke Mercedes wird zu einem großen Teil Zetsche zugeschrieben.

Zetsches Zeit an der Spitze Daimlers nährt sich wohl dem Ende

Dass der Automann nun zum Touristiker wird, liegt auch an der engen Beziehung zu Mangold: Beide kennen sich aus gemeinsamen Stuttgarter Tagen „beim Daimler“. Mangold saß bis 2003 im Vorstand der damaligen Daimler-Chrysler AG.

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Seit 2011 steht Mangold an der Spitze des Tui-Aufsichtsrates und hat die Neuausrichtung des Konzerns maßgeblich mit vorangetrieben: Nach der Sanierung folgte die Fusion der Tui AG mit ihrer britischen Tochter Tui Travel – seither bewegt sich das Unternehmen auf einem stabilen Wachstumskurs. Vorstandschef Friedrich Joussen wird heute die Bilanz für das Ende Oktober abgeschlossene Geschäftsjahr 2016/2017 vorlegen.

Für Daimler ist die bevorstehende Kür Zetsches zum Tui-Chefaufseher ein weiteres Signal, dass sich seine Zeit an der Spitze des Autokonzerns dem Ende nähert. Sein Vertrag dort läuft noch bis Dezember 2019. Das Mandat bei der Tui markiert somit auch den Anfang vom Ende des operativ tätigen Managers Zetsche.

Von Jens Heitmann/HAZ/RND

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