Das Million-Dollar-Smile von heute: Zahnschmuck feiert sein Comeback in der Modewelt

Kleine Schmuckstücke für die Zähne, auch bekannt als Twinkles, waren schon in den 90er-Jahren beliebt. Jetzt feiern sie ihr Revival.

Kleine Schmuckstücke für die Zähne, auch bekannt als Twinkles, waren schon in den 90er-Jahren beliebt. Jetzt feiern sie ihr Revival.

Wer heute in den Fashionmetropolen dieser Welt unterwegs ist, beobachtet längst eine Bewegung hin zum Retrolook: Seit geraumer Zeit halten die 90er-Jahre wieder Einzug in der Mode. Dabei blitzt zwischen bauchfreien Batikshirts, hüfthohen Baggyjeans und stilvollen Bauchtaschen regelmäßig auch ein Accessoire auf, das selbst die Fans des rebellischen Auftritts in Befürwortende und Gegnerinnen und Gegner teilt – und das still und heimlich, oft hinter einem Mundschutz.

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Der Zahnschmuck feiert sein Revival und erfreut sich spätestens seit den sommerlichen Filmfestspielen in Cannes, wo Trendsetterin Bella Hadid Lächeln und Eckzahn mit zwei kleinen Diamanten besetzt präsentierte, großer Beliebtheit im Netz. In rund 61 Millionen Beiträgen erfreuen sich Anhängerinnen und Anhänger der Bewegung etwa auf der Videoplattform Tiktok an ihren Schmuckstücken, unter dem Hashtag #toothgems – Tendenz steigend. Das zeigt offenbar Wirkung: Vor allem in den USA nimmt die Zahl der Suchanfragen zum Thema zu.

Zahnschmuck selbst kleben: Wieso Zahnärzte davon abraten

Der Ursprung liegt für Diana Svoboda in der Tat in der Mode der Jahrtausendwende. Sie leitet in Essen eine Fachklinik für Zahnästhetik und Implantologie und betont: „Vor allem Glitzersteinchen auf den Frontzähnen waren damals schon angesagt.“

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Wer hier allerdings in Eigenregie handelt, riskiere sichtbare Schäden und schlimmstenfalls Karies. Denn für die Befestigung des Schmucks wird der Zahn zunächst angeraut und angeätzt: Dabei spiele ein ausgewogenes Verhältnis von Säure und Kleber eine große Rolle, um den Zahnschmelz zu schützen.

Manch laienhafter Versuch sorgt bei Expertinnen und Experten regelrecht für Schweißausbrüche. Das bestätigt Roland Frankenberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). „Dazu zählt etwa, einen gesunden Zahn anzubohren, um ein kleines Loch für ein Steinchen zu schaffen“, sagt er. Sein Rat: „Je invasiver der Eingriff, desto kritischer seine Betrachtung.“

Außerdem nimmt die Schwere der möglichen Schäden dem Zahnarzt zufolge mit der Größe des Schmucks zu: Reizen zum Beispiel Grillz oder ein Rap-Cap das Zahnfleisch, führt das bei unzureichender Mundhygiene im Zweifelsfall zu Paradontitis.

Schmuck für die Zähne erfordert eine gute Mundhygiene

Ohnehin ist Hygiene für Fashionistas, die bei diesem Trend mitziehen, das A und O. Beim Putzen empfiehlt es sich nämlich, verzierten Zähnen besondere Aufmerksamkeit zu widmen. „Eine holperige Stelle auf dem Zahn ist bei der Reinigung ein bisschen herausfordernder“, sagt Zahnarzt Frankenberger. Und auch beim Essen bedarf es mehr Vorsicht, denn: „Es ist natürlich möglich, dass sich der Schmuck löst, wenn man auf etwas Hartes beißt.“

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Außerdem schadet ein Blick in den Spiegel nach den Mahlzeiten nicht. Verfangen sich etwa Salatreste im Schmuck, wird das neben dem eigentlichen Accessoire schnell zum unerwünschten Blickfang. Ansonsten bereiten aufgeklebte Verzierungen wie kleine Steinchen laut Svoboda kaum Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme: „Wenn die Formen flach sind, stört das sicher nicht.“ Anders sei das bei den gebissumschließenden Grillz: „Ich glaube, damit ist Essen überhaupt nicht möglich.“ Vielmehr sei es üblich, den Schmuck dafür rauszunehmen.

Wie viel kostet der 90er-Jahre-Trend beim Zahnarzt?

Zwar bedeutet der Trend eine kleine Umgewöhnung, die monetären Kosten halten sich für Normalsterbliche aber in Grenzen: Das beliebte Glitzersteinchen gibt es bei der Zahnmedizinerin für bis zu 100 Euro pro Stück, je nach Größe. Für die Stars und Sternchen dieser Welt ist preislich wiederum alles nach oben offen. Wer etwa dem Beispiel Bella Hadid folgt und sich für kleine Diamanten entscheidet, trägt auch die Materialkosten.

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Ob sich das Investment lohnt, das ist subjektiv. „Schmuck auf den Zähnen ist und bleibt Geschmackssache“, resümiert Diana Svoboda. Zahnarzt Roland Frankenberger hat dagegen eine klare persönliche Meinung zu dem Thema: „Für mich gibt es nichts Schöneres als einen sauberen, hübsch gewachsenen Zahn. Das ist meiner Meinung nach Schmuck genug.“

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