Ökobilanz und Zuckergehalt

Fest statt flüssig: Welche Vorteile hat Hafermilchpulver?

Für den Kaffee oder das Müsli am Morgen: Haferdrinks sind eine beliebte Alternative für Menschen, die keine Kuhmilch vertragen.

Für den Kaffee oder das Müsli am Morgen: Haferdrinks sind eine beliebte Alternative für Menschen, die keine Kuhmilch vertragen.

Düsseldorf. Wer Kuhmilch nicht verträgt oder sich vegan ernährt, nutzt oft Haferdrinks, um Kaffee oder Müsli den letzten Schliff zu verpassen. Es muss aber nicht automatisch der Griff zum Getränkekarton sein. Immer häufiger gibt es Haferpulver auch in Tüten oder Dosen zu kaufen.

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Die Hersteller werben damit, dass sich daraus mit Wasser im Handumdrehen Haferdrinks mischen lassen, die mit den bekannten Produkten mithalten können, aber noch klimafreundlicher sein sollen. Stimmt das? Und: Taugen die Pulver für den Kaffee am Morgen? Ein Überblick.

Keine Studien zur Ökobilanz

„Grundsätzlich kann es ein guter Ansatz sein, trockene Zutaten zum Selbstanrühren anzubieten“, sagt die Ernährungsexpertin Silvia Monetti von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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Denn: Die Verpackungen der Pulver sind im Vergleich zu den klassischen Pflanzendrink-Kartons kleiner und leichter, was Ressourcen beim Transport einspart. Und: Es entsteht weniger Müll. So lassen sich aus einer Dose, die 400 Gramm Pulver fasst, insgesamt vier Liter Haferdrink anrühren.

Allerdings: „Weil Haferpulver noch ein relativ neues Produkt sind, fehlen Studien dazu, wie gut ihre Ökobilanz tatsächlich ausfällt“, sagt Monetti. Die hängt zum Beispiel auch davon ab, woher genau der Hafer stammt – eine Angabe, zu der die Hersteller allerdings nicht verpflichtet sind. Selbst wenn der Hafer laut Verpackung aus der EU stammt, kann er einen weiten Weg hinter sich haben – und damit können entsprechende Emissionen verbunden sein. Noch unklar sei laut Monetti zum Beispiel auch, wie viel Energie der Produktionsprozess verbrauche. Dazu zählt etwa das Trocknen des Hafermehls.

Wie Haferdrinkpulver entsteht

Damit aus Pulver und Wasser im Handumdrehen ein cremiger Drink wird, muss der Hafer vorab zu Mehl gemahlen und speziell aufbereitet werden, so Monetti. Oftmals wird er hydrolysiert.

Dafür wird der Hafer mit Enzymen versetzt, die eine Fermentation anstoßen und die Stärke, die im Hafer steckt, aufspalten. So gewinnt das Hafermehl Eigenschaften, die bei Pulver nützlich sind. Zum Beispiel, dass es sich gut auflöst und wenig Bodensatz bildet.

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Damit sich das Produkt bei der Zubereitung bestmöglich löst, sollte man die Anleitung auf der Packung beachten. Einige Pulver werden einfach in Wasser eingerührt. Andere mischt man an, indem man sie in einen Shaker oder ein Schraubglas gibt und mit Wasser schüttelt.

Ist das Pulver günstiger als der fertige Drink?

Eher nicht. „Die Produkte sind ziemlich teuer“, sagt Monetti. „Im Durchschnitt kostet ein Liter Haferdrink 2 bis 2,50 Euro, wenn man ihn aus Pulver anrührt.“ Einen Karton Haferdrink bekommt man oft aber schon für 1 bis 2 Euro, wobei es auch hier teurere Produkte gibt.

Wer sich allerdings regelmäßig dabei erwischt, einen halben Karton abgelaufenen Haferdrink wegzukippen, fährt mit den Pulvern womöglich günstiger. Denn: Sie sind monatelang haltbar – auch nach dem Öffnen.

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Sind Pulver für Menschen eine Option, die den Haferdrink vor allem fürs Verfeinern von Kaffee brauchen? Es kommt drauf an. Laut Bewertungen von Nutzerinnen und Nutzern lassen sich nicht alle Produkte klümpchenfrei anrühren. Als Zutat für Pancakes, Haferbrei oder Kuchen mag das nicht stören – im Kaffee aber schon. Was Kaffee-Fans zusätzlich wehmütig machen dürfte: Die Pulver gibt es bislang nicht in einer Barista Edition, die sich aufschäumen lässt.

Welches Produkt ist das richtige?

Ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich. „Gerade mit Blick auf Zucker ist die Spannbreite groß“, sagt Monetti. So gibt es Produkte, die gerade einmal 1,1 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten und welche, in denen satte 37 Gramm stecken.

Übrigens: Dabei muss es sich nicht um zugesetzten Zucker handeln. Es kann auch Zucker sein, der während der Verarbeitung des Hafers entstanden ist. Denn: Die Enzyme spalten die natürliche Stärke des Hafers zum Teil in einzelne Zuckerbausteine auf.

RND/dpa

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