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Forschen zu Femiziden: Große Studie zu Tötungen von Frauen startet

Die Forschenden wollen Akten mehrere hundert Morde auswerten, bei denen Frauen die Opfer waren. (Symbolbild)

Tübingen/Hannover. Eine großangelegte Studie will den Hintergründen von Frauenmorden – sogenannten Femiziden – in Deutschland auf den Grund gehen. Zu den Tatmotiven zählten männliches Besitzdenken, patriarchalische Frauenverachtung, sexuelle Frustration und genereller Frauenhass, teilte das Institut für Kriminologie der Universität Tübingen (IfK) am Freitag mit. Einzelfälle erregten zwar große mediale Aufmerksamkeit, allerdings fehlten umfassende Daten zu sogenannten Femiziden. Das dreijährige Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Partner ist das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN).

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Ausgewertet werden sollen Akten aus Strafverfahren in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz aus dem Jahr 2017. In diesem Zeitraum gab es in den vier Bundesländern 352 Tötungen von Frauen – wie häufig sie wegen ihres Geschlechts zum Opfer wurden, ist unklar. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen auch Vertreter von Polizei, Justiz und Opferschutzverbänden befragen.

Töten aus allgemeinem Frauenhass

Bisher konzentrierten sich Studien zu Tötungsdelikten mit weiblichen Opfern auf sogenannte Ehrenmorde oder Partnerschaftsgewalt, erklärte das Forschungsteam. Nun soll zum Beispiel auch das Prostitutions-, Zuhälter- und Rockermilieu in den Blick genommen werden. Wenig wisse man darüber hinaus über Frauentötungen durch Freunde, Arbeitskollegen oder flüchtige Bekannte.

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Die eindeutigste Form des Femizids sind den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge Tötungen aus allgemeinem Frauenhass. Gegenwärtig mache die Incel-Bewegung von sich reden, deren Mitglieder ihre Frauenfeindlichkeit mit sexueller Frustration rechtfertigten. Das Team will auch ermitteln, wie die Justiz geschlechtsbezogene Beweggründe bewertet.

In der Diskussion über Femizide wird immer wieder die Forderung nach einem eigenen Straftatbestand laut.

RND/dpa

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