„God Jul“: Hyggelige Weihnachtszeit wie in Skandinavien

In der kalten und dunklen Jahreszeit bringen Kerzen Wärme und gemütliches Licht in die eigenen vier Wände.

In Dänemark, den skandinavischen Ländern und Finnland wird „Hygge“, Dänisch für Gemütlichkeit/Geborgenheit ganz groß geschrieben – besonders in der Weihnachtszeit. Neben besinnlichen Traditionen, wohlschmeckenden Leckereien und skurriler Adventsdekoration muss es im Norden an Weihnachten nämlich vor allem eines sein: gemütlich. Wie Sie sich diese nordische Gemütlichkeit im Dezember in Ihr eigenes Zuhause holen, erfahren Sie hier.

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Bräuche steigern die Vorfreude auf Weihnachten

Bereits einige Wochen vor Weihnachten laufen die Vorbereitungen in Skandinavien auf Hochtouren – denn die Vorfreude ist groß. Um die Zeit zu überbrücken, werden anstelle eines Adventskranzes traditionell Kalenderkerzen angezündet.

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Den ersten Höhepunkt erreicht die Adventszeit dann zum Luciafest. Dies wird am 13. Dezember in Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland gefeiert und gedenkt der heiligen Lucia, die auf Bildern und Zeichnungen meist mit einem weißen Kleid und einem Kerzenkranz auf dem Kopf dargestellt wird. Die Skandinavier feiern an diesem Tag mit Familie und Freunden, indem Sie sich in weiß kleiden, Kerzen tragen, traditionelles Safrangebäck essen und sogenannte Lucialieder singen.

Neben der heiligen Lucia gibt es in einigen skandinavischen Ländern auch andere mythische Kreaturen, die in der Weihnachtszeit nicht fehlen dürfen. In Schweden werden die Weihnachtsgeschenke nämlich zum Beispiel von den Kobolden Nisse, Tomte und Tomtebisse gebracht. Für die Finnen wiederum ist ihr Joulupukki (wörtliche Übersetzung: Weihnachtsbock, siehe unten) der einzig wahre Weihnachtsmann, der auf dem Berg „Korvatunturi“ in Finnisch-Lappland lebt und bei seinem Geschäft vom „Joulutonttu“, dem Weihnachtswichtel unterstützt wird. In Rovaniemi, der Hauptstadt der finnischen Provinz Lappland direkt am Polarkreis, gibt es sogar ein großes Weihnachtsmann-Dorf, das rund ums Jahr geöffnet hat. Und Finnair nennt sich seit 1983 augenzwinkernd „offizielle Fluggesellschaft des Weihnachtsmanns“.

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Hübsch geschmückt ist die warme Stube

Im hohen Norden, wo es zu dieser Zeit im Jahr kaum hell wird, spielt Gemütlichkeit und vor allem Licht eine große Rolle, wenn es um die Dekoration von Haus und Garten geht. Viele Kerzen und Lichterketten schmücken Anrichten, Fensterbänke – und vor allem den Tannenbaum. Dieser besitzt in den skandinavischen Ländern nämlich einen hohen Stellenwert. Während Städter die Bäume auf dem Weihnachtsmarkt kaufen, der für gewöhnlich am Abend vor Heiligabend stattfindet, schlagen die Skandinavier im ländlichen Raum ihre Tannen noch immer selbst.

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Typischer Baumschmuck sind dabei zum Beispiel das in Dänemark verbreitete „Julehjerter“, ein geflochtenes Herz aus Glanzpapier in den Nationalfarben, das manchmal sogar mit Süßigkeiten gefüllt an den Baum gehängt wird, oder der „Julbock“, ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, der auf die nordische Mythologie zurückgeht. Auch andere Figuren aus Stroh sowie Gebäckstücke werden zum Schmücken an den Weihnachtsbaum gehängt. Vielerorts werden für den ultimativen Hygge-Faktor sogar noch echte Kerzen als Baumbeleuchtung verwendet.

Neben einem hübschen Weihnachtsbaum werden die Häuser in Skandinavien und Finnland auch mit großen Strohfiguren oder niedlichen Kobolden und Wichteln dekoriert. Auch kleine Drehteelichthalter haben eine lange Tradition und können zum Beispiel die Kaffeetafel schmücken.

Wenn es draußen dunkel ist und schneit, ziehen sich viele Skandinavier in ihren „Hyggekrog“ (dänisch für: „Kuschelecke“) zurück. Ob gemütlicher Erker oder bequemer Sessel: In der Weihnachtszeit wird der „Hyggekrog“ mit allerlei Tannenzweigen, Girlanden und Kerzen dekoriert und so ein Rückzugsort von der stressigen Vorweihnachtszeit geschaffen.

Ein großzügiges Weihnachtsessen

Das Haus duftet nach Gewürzen und Hefegebäck, auf dem Herd wärmt der selbstgemachte Glögg (Finnisch: Glöggi) auf. Auch kulinarisch hat die skandinavische Weihnachtszeit so einiges zu bieten. Während zum Luciafest traditionell Lussekatter – ein Hefe-Safran-Gebäck – gegessen werden, stehen selbstgemachte Pfefferkuchen und andere Plätzchen während der gesamten Adventszeit auf dem Hyggekroog.

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Eine besondere Tradition hat in ganz Nordeuropa außerdem der Weihnachtsbrei: Am Weihnachtsabend gibt es für jedes Familienmitglied eine Schüssel Milchreis oder -brei, in einem davon ist eine Mandel versteckt. Wer diese findet, soll im neuen Jahr besonders viel Glück haben. Mit einer Schüssel Weihnachtsbrei, die am Heiligabend vor die Haustür gestellt wird, bedankt sich der Haushalt außerdem bei seinem Hauswichtel, „Nisse“ oder „Hustomte“ genannt, für die Unterstützung bei den Weihnachtsvorbereitungen und den Schutz von Haus und Hof.

Wie auch in Deutschland lieben die Skandinavier zur Weihnachtszeit ihren Glühwein, dort besser bekannt als Glögg. Er wird traditionell aus Rotwein, Korn oder Wodka und Gewürzen wie Zimt, Ingwer, Nelken und Kardamom zubereitet. In Finnland und Estland werden statt Wein häufig nordische Beeren verwendet.

Die Weihnachtstafel „Julbord“ oder „Julefrokost“ ist ein fester Bestandteil der skandinavischen Weihnachtskultur und findet in Form eines üppig gedeckten Buffets am ersten oder zweiten Weihnachtstag um die Mittagszeit, manchmal aber auch als Festmahl an Heiligabend statt. Im engsten Familienkreis wird gefeiert und gesungen – aber vor allem gegessen. Typische Gerichte sind unter anderem der Weihnachtsschinken „Julskinka“, Schweinesülze, die Fleischklößchen „Köttbullar“, Rippchen, Rotkohl oder anderes Kraut sowie marinierter Hering.

Hygge bedeutet keineswegs Langeweile

Eine besinnliche und gemütliche Weihnachtszeit bedeutet für Skandinavier und Finnen jedoch keineswegs, dass es nichts zu tun gibt. Eine hyggelige To-do-Liste für weihnachtliche Unternehmungen:

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  • Weihnachtsbäckerei mit der ganzen Familie: Backen Sie Plätzchen, Kanelbullar und Co. mit Freunden, Ihren Kindern oder auch bei der Arbeit.
  • Ein Weihnachtsmarktbesuch: Auch in den nordischen Ländern sind weihnachtliche Märkte weit verbreitet. Stöbern Sie nach handgemachten Weihnachtsgeschenken oder lassen Sie sich bei dem kalten Wetter einen heißen Glögg schmecken.
  • Schneespaziergang: Je nachdem, wo Sie die Adventszeit verbringen, lädt eine verschneite Landschaft zu einem ausgiebigen Spaziergang ein. Wer mag, kann auch einen Schlitten mitnehmen.
  • Spiel- oder Filmabend veranstalten: Für viele gehört in der Weihnachtszeit auch das gemeinsame Schauen einiger Weihnachtsklassiker dazu. Veranstalten Sie doch einen Filmabend mit Freunden oder spielen Sie Brettspiele am Nachmittag mit Plätzchen und Tee.
  • Basteln für den Tannenbaum: Selbstgemachte Dekoration steht für viele Skandinavier hoch im Kurs. Basteln Sie in diesem Jahr den Baumschmuck für Ihren Tannenbaum selbst, zum Beispiel DIY-Strohsterne oder Plisseeanhänger.

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