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Wie Sie sich vor einem Befall schützen

Zerkarien im Badesee: Was Sie über die Parasiten wissen müssen

Sobald die Temperaturen steigen, gibt es in Deutschlands Badeseen wieder vermehrt Zerkarien. Bild: Stand-up Paddler fahren auf dem Schlachtensee (Berlin).

In Deutschland gibt es viele Gewässer, in denen man unbesorgt schwimmen kann. In einigen Gewässern können nach dem Baden aber vermehrt Hautausschläge und Juckreiz auftreten. Die Ursache: Zerkarien.

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Was sind Zerkarien?

Zerkarien sind die Larven von Saugwürmern, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Die Parasiten können demnach in die Haut des Menschen eindringen – der eigentliche Endwirt des Parasiten seien aber Wasservögel. Zerkarien dringen in die Haut der Füße von Enten oder Gänsen ein und gelangen dann in die Venen des Darmes und in die Blutgefäße der Nasenschleimhaut. Wenn die Larven dort zu Saugwürmern ausgewachsen sind, werden ihre Eier laut Nabu mit dem Kot oder dem Schleim der Nasenschleimhaut des befallenen Wasservogels ins Wasser abgegeben und verteilen sich. Wenn aus den Eiern die Larven schlüpfen, suchen die sich als Zwischenwirt eine Süßwasserschnecke, bevor sie sich dann nach einigen Wochen und bei Temperaturen über 20 Grad Celsius ihren Endwirt suchen.

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Wie gefährlich sind Zerkarien?

Zerkarien können während ihrer Suche nach einem Endwirt in die Haut des Menschen eindringen und dort stecken bleiben. Da der Mensch für die Zerkarie dem Nabu zufolge einen „Fehlwirt“ darstellt, kann sich der Parasit nicht weiterentwickeln und geht zugrunde. Der Befall ist für den Menschen ungefährlich, kann laut Nabu aber eine Badedermatitis auslösen – eine Hautreaktion, die als „Quaddeln“ zu erkennen ist und starken Juckreiz auslöst. Die Badedermatitis wird allerdings erst nach wiederholtem Befall mit Zerkarien ausgelöst.

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Bei hypersensibilisierten Patienten und Patientinnen kann es laut „Ärztezeitung“ nach einem Befall mit der Badedermatitis zu Fieber und Schockzuständen kommen. Wenn die Quaddeln aufgekratzt werden, sind außerdem Sekundärinfektionen möglich. In beiden Fällen kann ein Arztbesuch nötig werden.

Wie erkennt man einen Zerkarienbefall?

Etwa zehn Minuten nach dem Kontakt mit Zerkarien setzt laut der „Ärztezeitung“ ein Prickeln oder leichtes Jucken ein. Da, wo die Larven in die Haut eingedrungen sind, erscheinen außerdem sehr kleine gerötete Flecken (etwa zwei Millimeter groß). Sensibilisierte Menschen bekommen nach etwa zehn bis 25 Stunden drei bis acht Millimeter große Quaddeln. Der Juckreiz, der dann einsetzt, ist deutlich stärker als nach einem Mückenstich.

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Nach dem Abklingen des Juckreizes gehen die Quaddeln laut „Ärztezeitung“ dann in kleine Papeln (runde bis ovale Knötchen) über, die innerhalb von zehn bis 20 Tagen ohne medizinische Folgen heilen.

Sind Zerkarien übertragbar?

Da Zerkarien verenden, wenn sie in die Haut des Menschen eindringen, können diese auch nicht weitergegeben werden. Auch die Badedermatitis, die bei Menschen nach mehrmaligem Befall mit den Zerkarien ausgelöst werden kann, kann nicht auf andere Menschen übertragen werden.

Wie lange leben Zerkarien im Wasser?

Zerkarien leben laut Nabu höchstens etwa zwei bis drei Tage im Wasser. Wenn sie bis dahin keinen Wirt gefunden haben, verenden sie.

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Wie kann man sich vor Zerkarien schützen?

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gibt Tipps, um die Wahrscheinlichkeit eines Zerkarienbefalls zu reduzieren.

  • Uferzonen, die flach oder reich an Wasserpflanzen sind, sollten gemieden, Hinweisschilder beachtet werden.
  • Die Körperteile, die mit dem Wasser in Kontakt kommen, sollten mit wasserunlöslicher Creme, wie etwa Sonnencreme oder Vaseline, eingerieben werden.
  • Um Zerkarien keine Gelegenheit zu geben, in die Haut einzudringen, sollte man sich nach dem Baden sofort abtrocknen, abreiben und die Badesachen wechseln.
  • Generell weist der Nabu darauf hin, Enten nicht zu füttern, um die Bestände nicht zu vergrößern. Je mehr Enten es gibt, desto mehr Kot scheiden diese aus – und es gibt mehr Zerkarien.

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