Unerfüllte Weihnachtswünsche

Unsere Redakteurin Heike Manssen ist Mutter einer Tochter und eines Sohnes und schreibt an dieser Stelle regelmäßig über die kleinen und großen Herausforderungen des Familienalltags.

Unsere Redakteurin Heike Manssen ist Mutter einer Tochter und eines Sohnes und schreibt an dieser Stelle regelmäßig über die kleinen und großen Herausforderungen des Familienalltags.

Hannover. Selbstverständlich kann man ein Kind nicht mit Geld aufwiegen. Ist doch klar. Koste es, was es wolle – Elternsein ist unbezahlbar. Deshalb ist es egal, dass das Statistische Bundesamt alle Jahre wieder vorrechnet, was der Nachwuchs so kostet. Also, nur so nebenbei: Es sollen bis zum 18. Lebensjahr 130 000 Euro sein.

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In den Mittelpunkt ihrer Berechnungen stellen die Statistiker übrigens die Konsumausgaben – also Nahrung, Kleidung, Möbel, Freizeit – exklusive Erstausstattung, Betreuungskosten, Urlaube. Beim Thema Konsum wird man zur Weihnachtszeit doch etwas hellhörig. Neulich habe ich die Kinder nach ihren Wünschen zum Fest gefragt – das hätte ich mir sparen können. Der junge Herr möchte gern ein neues Handy, nicht irgendeins. Ein schönes, mit einem kleinen Apfel drauf. Die junge Dame, ansonsten durchaus bescheiden, liebäugelt mit einem Pferd. Eine teure Anschaffung mit hohen Nebenkosten obendrein.

Teure Wünsche: Ein Pferd zu Weihnachten soll es ein.

Teure Wünsche: Ein Pferd zu Weihnachten soll es ein.

Das Tier sprengt nicht nur den kleinen Garten und die Familienkasse, sondern auch die Berechnungen der Statistiker. Und haben die überhaupt das Taschengeld in ihre Berechnungen mit aufgenommen? Es lohnt sich ja durchaus, einmal genauer hinzuschauen, wofür der Nachwuchs sein Geld so ausgibt. Bei uns sieht man es an den Haarspitzen. Während der Sohn regelmäßig in Friseurbesuche investiert, damit die Frise (coolere Variante von Frisur) sitzt, kämpft das Mädchen unerbittlich um jeden Zentimeter Haar. Sie besucht eher einen Zahnarzt als einen Coiffeur. Heutzutage sind Mädchen mit Kurzhaarfrisuren seltene Erscheinungen – lang und glatt ist angesagt.

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Doch zurück zu den Geschenken. Die Sache mit dem Pferd wird garantiert nichts, das Handy ist nur mit Finanzierungsvorschlägen seitens des Sohnes möglich. Und überhaupt – es ist nicht schlimm, wenn Wünsche unerfüllt bleiben. Ich habe mir als Kind jedes Jahr zu Weihnachten ein Pferd gewünscht und nie eines bekommen. Unglücklich bin ich deswegen nicht geworden.

Von Heike Manssen/RND

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