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Unwetter über Deutschland

Was machen Vögel, wenn es stürmt?

Blaumeisen vergeht wie anderen Singvögeln während eines Unwetters die Lust am Singen.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern, umfallende Bäume und strömender Regen: pro Jahr ziehen mehrere Sturmtiefs über Deutschland. Für die meisten Tiere ist das Zuhause dann ein gefährlicher Ort. Wie sich Vögel bei Unwetter verhalten, erklären wir hier.

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Von Sing- bis Greifvögeln: Was machen Vögel beim Sturm?

Tiere reagieren unterschiedlich auf Unwetter. Manche größeren Tiere wie Wildschweine fühlen sich bei diesem Wetter sogar wortwörtlich „sauwohl“. Grundsätzlich suchen die meisten Tiere aber ähnlich wie wir geschützte Orte während eines Sturms auf, erklärt der Naturschutzbund (Nabu). Singvögel hören bei Stürmen meist auf zu singen und flüchten sich stattdessen ins dichtere Geäst von Bäumen oder Büschen sowie in Nischen von Gebäuden. Die Höhlenbrüter unter den Singvögeln, dazu zählen etwa Blau- und Kohlmeisen, suchen in Baumhöhlen oder Nistkästen Schutz.

Auch Wasservögel verstecken sich in Buchten oder Höhlen am Ufer vor dem Wind, heißt es vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Durch ihr wasserabweisendes Gefieder sind sie zudem zusätzlich geschützt. Zugvögel können noch stärker auf solche Wetterereignisse reagieren. Bei zu starkem Wind sind die Vögel gezwungen, eine Pause einzulegen, es kommt zum sogenannten Zugstau. Zur Freude einiger Vogelfans, denn dann lassen sich in Teilen Deutschlands Vögel bestaunen, die hier gar nicht heimisch sind. Auch ein Umkehrzug ist möglich, erklärt der LBV. Dann fliegen die Tiere wieder zurück in den Süden.

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Möwen, Gänse und Watvögel haben hingegen wenig Probleme mit dem stürmischen Wetter. Sie rücken laut dem LBV eng zusammen und warten ab, dass der Orkan vorüberzieht. Greifvögel, darunter Seeadler oder Bussarde, sitzen das Unwetter ebenfalls aus. Allerdings kuscheln sie sich dazu nicht mit ihren Artgenossen zusammen, sondern verharren auf ihren Sitzwarten.

Wie verhalten sich Vögel nach einem Sturm?

Ist das Unwetter endlich vorübergezogen, beginnen für die Gefiederten die Aufräumarbeiten. Ist ihr Nest zerstört, müssen sie sich ein neues bauen. Ist die Brut während des Sturms aus dem Nest gefallen, legen sie eine Ersatzbrut an, wie der Nabu erklärt. Damit gleichen die Vögel ihren Verlust wieder aus.

Einige Vogelarten können sogar von den Folgen eines Unwetters profitieren. Eisvögel, Bienenfresser oder Uferschwalben finden dann in den Wurzeltellern umgestürzter Bäume oder in einem Hangrutsch geeignete Brutplätze.

Verletzten Vogel gefunden – was tun?

Wer einen verletzten Vogel findet, sollte diesen in einen mit Küchenpapier oder einem Handtuch gepolsterten Karton setzen, empfiehlt der NRW-Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund). Den Karton inklusive Vogel an einen ruhigen Ort stellen, damit das Tier sich stabilisieren kann. Blutet der Vogel jedoch, sollte er direkt zu einem Tierarzt oder einer Tierärztin gebracht werden. Eine Wildvogelstation in der Nähe wäre auch eine passende Anlaufstelle.

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Ist das Tier nach wenigen Stunden wieder fit und agil, kann es am Fundort wieder freigelassen werden. Wichtig ist jedoch: Das Tier sollte vom Finder oder der Finderin nicht gefüttert werden und auch kein Wasser erhalten. Den Karton am besten bei Zimmertemperatur platzieren und keine Wärmelampen verwenden. Außerdem sollte der Vogel möglichst wenig angefasst werden. Denn Berührungen lösen beim Tier womöglich nur mehr unnötigen Stress aus.

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