Wie isst man Sushi richtig? So will es die japanische Etikette

Kleine Maki-Rollen werden in Japan vor allem zum Abschluss des Sushiessens gegessen.

Kleine Maki-Rollen werden in Japan vor allem zum Abschluss des Sushiessens gegessen.

Sushi essen will gelernt sein. So wie man in Bayern seine Weißwurst besser nicht in scharfen Senf tunkt und in Italien Pizza nicht mit Messer und Gabel isst, sollte man in Japan einige Regeln beachten, wenn man es sich mit dem Sushimeister nicht verscherzen möchte. In welcher Reihenfolge isst man die Röllchen, was ist das richtige Sojasauce-Wasabi-Verhältnis und wozu dient der Ingwer? Wir klären auf.

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1. Sushi mit der Hand essen

In Japan wird Ihnen niemand mangelndes Benehmen vorwerfen, wenn Sie Ihr Sushi mit Stäbchen essen. Trotzdem ist die traditionelle Art und Weise, Sushi zu essen, mit den Fingern. Aus diesem Grund ist es üblich, dass man in japanischen Sushibars feuchte Handtücher vor dem Essen gereicht bekommt. Einzig die unhandlicheren Nigiri (mit Fisch oder Omelett belegte, fingerlange Reisröllchen) und Sashimi (in Scheiben geschnittene Fischfilets ohne Reis) werden mit Stäbchen gegessen.

2. Sojasauce und Wasabi richtig dosieren

Wenn man beim Sushiessen etwas falsch machen kann, dann bei Sojasauce und Wasabi. Hier die zwei häufigsten Vergehen und wie es richtig geht.

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Falsch: Das Sushiröllchen in der Sojasauce marinieren.

Richtig: Auch wenn es einfacher erscheint, sollte man Sushi besser nicht mit der Reisseite in die Sojasauce tunken. Das gilt vor allem für Nigiri-Sushi. Stattdessen wird nur die Fischseite kurz benetzt. Das hat gleich zwei Vorteile: Zum einen verhindert man, dass das Sushi-Röllchen zerfällt, da der Reis durch die Sojasauce seine Bindekraft verlieren kann. Zum anderen saugt sich Reis schnell voll. Zu viel der salzigen Sojasauce droht, den feinen Geschmack des Fisches zu übertünchen.

Gute Sojasauce gilt in Japan als kostbar und sollte demzufolge nicht verschwendet werden. Sollten Sie eine Sojasaucenflasche auf Ihrem Tisch vorfinden, gießen Sie nur eine kleine Menge Sauce in das dafür vorgesehene Schälchen. Bei Bedarf können Sie dieses dann nachfüllen. Übrigens: Manche Sushis werden bereits mit einer Sauce serviert. Diese werden üblicherweise nicht zusätzlich in Sojasauce getunkt.

Falsch: Das Wasabi mit der Sojasauce mischen

Richtig: In traditionell zubereitetem Sushi ist eine kleine Menge Wasabi meist schon zwischen Reis und Fisch enthalten, um den Geschmack bestmöglich hervorzuheben. Wer es schärfer möchte, kann etwas Wasabi mit den Stäbchen auf das Sushi geben.

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Bei Wasabi wie bei Sojasauce gilt: weniger ist mehr. Vor allem wer sein Sushi vor den Augen des Sushimeisters isst, sollte den nötigen Respekt gegenüber der kunstvollen Zubereitung wahren.

3. Sushi in einem Happen essen

Abbeißen ist bei Sushi in den meisten Fällen tabu. Stattdessen sollte man das Essen in einem einzigen Happen in den Mund nehmen. Bei größeren Sushistücken, wie etwa Temaki oder Gunkanmaki, darf abgebissen werden. Allerdings sollte der restliche Teil nicht auf den Teller gelegt, sondern in der Hand oder zwischen den Stäbchen gehalten und mit dem nächsten Bissen vertilgt werden. Wer es besonders genau machen möchte, legt das Sushistück mit der Fischseite auf die Zunge, um so das volle Aroma zu schmecken.

4. Ingwer nicht aufs Sushi legen

Der eingelegte Ingwer („Gari“ genannt) wird nicht zusammen mit dem Sushi gegessen. Stattdessen dient der säuerlich-scharfe Geschmack der Neutralisierung des Gaumens. Einzelne Ingwerscheiben sollten deshalb zwischen verschiedenen Sushivarianten gegessen werden.

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5. Die richtige Reihenfolge

Zugegeben, eine Vorschrift, wonach Sushi in einer bestimmten Reihenfolge gegessen wird, existiert nicht. Selbstverständlich steht es jedem zu, die Reisröllchen nach eigenem Belieben zu essen. Doch Japaner sind nicht umsonst für ihre penible Esskultur berühmt.

Für ein optimales Geschmackserlebnis empfehlen Feinschmecker mit helleren Fischsorten zu beginnen, da diese mild im Geschmack sind. Anschließend sollte man zu rosafarbenem oder rotem Fisch wie fettarmem Thunfisch übergehen. Fetthaltigere Fischsorten wie Lachs und Aal sowie Garnelen und Fischrogen sollten besser später gegessen werden, da ihr intensiverer Geschmack den anderer Sorten überdecken könnte.

Maki-Röllchen werden wegen ihres frischen Geschmacks meist zum Abschluss gegessen. Eivarianten eignen sich sowohl für den leichten Einstieg, werden aber auch gerne zum Ende gegessen.

6. Das passende Getränk zum Sushi

Üblicherweise trinkt man zu Sushi grünen Tee. Vor allem „Sencha“ ist eine beliebte Sorte. In Japan wird Tee sogar häufig automatisch zum Essen serviert. Doch auch ein kühles Bier eignet sich als passender Begleiter zum Sushi. Der beliebte „Reiswein“ Sake wird in der Regel nach dem Essen und vor allem lauwarm getrunken.

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RND/pf

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