Ältester Schauspieler heute 85 Jahre alt

Fortsetzung des Kultfilms „Priscilla – Königin der Wüste“ geplant – mit Originalbesetzung

Der Kultfilm „Priscilla – Königin der Wüste“ erfreut sich auch als Musicalinszenierung „Priscilla the Party!“ großer Beliebtheit. Nun soll er zurück auf die Leinwand kommen.

Als sich Bernadette, Mitzi und Felicia 1994 mit ihrem Bus „Priscilla“ auf die Fahrt von Sydney nach Alice Springs im Zentrum Australiens aufmachten, war ihre Geschichte bei Weitem nicht nur eine lustige Komödie. Während die drei Drag Queens sich mit spießigen Landbewohnern und verblüfften Indigenen auseinandersetzten, wurde ihre Reise auch zum Sinnbild für das Erwachen einer Gesellschaftsschicht, die bis dahin häufig hinter den Kulissen blieb: die LGBTQ+-Gemeinde.

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Doch der Film „Priscilla – Königin der Wüste“ wurde nicht nur für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle sowie queere Menschen zum Kultfilm. Er ist auch einer der Filme, die wie „The Castle“, „Muriel‘s Wedding“, „The Piano“ oder „Strictly Ballroom“ in den 1990ern die Grundlage dafür bildeten, dass Hollywood auf Australien als Dreh- und Produktionsort aufmerksam wurde. „Priscilla – Königin der Wüste“ sollte zudem der erste australische Film werden, der als Musical adaptiert wurde. Seit 2006 zieht die Geschichte nun auch auf der Bühne ein weltweites Publikum in seinen Bann.

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Nicht nur Titten und Federn

Zum 30. Jubiläum des Films will Regisser Stephan Elliott die Geschichte nun fortsetzen und das mit derselben Originalbesetzung wie damals. Die drei Hauptdarsteller Hugo Weaving, Guy Pearce und Terence Stamp seien „an Bord“, wie Elliott der australischen Ausgabe von „The Guardian“ verriet. Die Fortsetzung soll teilweise in Australien, aber auch im Ausland spielen.

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Elliott selbst will als Regisseur, Autor und Produzent der Fortsetzung fungieren während Weaving (Mitzi), Pearce (Felicia) und Stamp (Bernadette) in ihre alten Rollen schlüpfen sollen. Noch sind Verhandlungen mit Produktionsfirmen und Finanziers zwar nicht abgeschlossen, doch Elliott meinte, ihm sei klar geworden, dass er da etwas habe, „das gesagt werden müsse“. Sie alle würden alt werden, einige hätten sie sogar schon verloren. Als weitere Motivation nannte er, dass der frühere US-Präsident Donald Trump erneut auf der Bildfläche erschienen sei. Jemand habe ihn gefragt: „Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diesen Film zu machen?“ Worauf er gesagt habe: „Es ist der perfekte Zeitpunkt, diesen Film zu machen.“ Die Leute würden bei dem ursprünglichen Film an Kostüme, Musik und Spaß denken, aber er sei auch „ein Dolch im Herzen“. Dieses Mal werde er deswegen „nicht nur Titten und Federn machen“.

Ältester Schauspieler ist inzwischen 85 Jahre alt

Die Schauspieler von damals kommen zudem in die Jahre, somit könnte dies in der Tat die letzte Chance für eine Fortsetzung mit ihnen sein. Stamp ist mittlerweile 85 Jahre alt – doch er ist, wie Elliott sagte, der „fitteste Mann, den ich je in meinem Leben getroffen habe“. Er trinke keinen Alkohol und ernähre sich hauptsächlich von „Grünzeug“. Stamp habe zwar lange überlegt, ob er nochmal mitmachen solle, doch dann habe er zu ihm gesagt. „Weißt du was? Du hast Recht. Wir sind noch nicht fertig. Die Geschichte ist unerzählt.“

Im neuen Drehbuch, an dem Elliott fünf Jahre gearbeitet hat, ist der Sohn von Mitzi erwachsen und hat selbst eine Familie. Er wolle sich mit der Handlung nicht wiederholen, meinte Elliott, deshalb habe es lange gedauert, bis er sich alles ausgedacht habe. Außerdem habe es etwas gedauert, bis er begriffen habe, dass da noch etwas sei, das über Toleranz gesagt werden müsse. „Düster“ sei der Film aber deswegen keineswegs, eher „ziemlich extravagant“ – wie der Australier verriet.

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Original-Priscilla wiederentdeckt

Anfang April hatte der History Trust of South Australia zudem bekanntgegeben, dass der legendäre Bus aus dem Originalfilm wieder restauriert werde. Er soll im National Motor Museum in Birdwood in der Nähe von Adelaide ausgestellt werden. Der Bus galt über Jahrzehnte als verschollen, als er unerwartet in einer Koppel in Ewingar im Outback des Bundesstaates New South Wales wiederentdeckt wurde. Und obwohl der Bus jahrelang den Elementen ausgesetzt und nur knapp Buschbränden und Überschwemmungen entkommen war, konnte er eindeutig als „Priscilla“ identifiziert werden. „Wir hatten so viele Gerüchte darüber gehört, wo sie gelandet war, und hatten die Hoffnung aufgegeben, sie wiederzufinden“, sagte Elliott damals.

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Erschwert wurde die Suche nach der „echten“ Priscilla auch dadurch, dass in den späteren Jahren etliche Kopien angefertigt wurden: eine für die Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2000 in Sydney, eine andere für eine Talentshow und eine weitere für die Adaption des Films auf der Bühne. Dass der verwaiste Bus im Outback jedoch das Original war, davon sind die Kuratoren des History Trust inzwischen überzeugt. So hatte der Bus unter anderem die richtigen Kennzeichen und die mit Tieren bedruckten Vorhänge gehabt. Auch die Seite, die bei den Dreharbeiten pink angemalt wurde (die Filmemacher hatten nur eine Seite angemalt, um die Szenen nicht chronologisch filmen zu müssen) trug noch Spuren der aufgetragenen Farbe.

Obwohl Elliott bisher keine Aussage dazu gemacht hat, ob „Priscilla“ in seinem geplanten neuen Film ebenfalls wieder eine Rolle erhalten wird, so betonte er, dass die Restaurierung des Busses „eine Chance für viele weitere Generationen“ sei, die Botschaft des Films „von Liebe, Toleranz und dem täglichen Leben des wahren Selbst“ zu spüren.

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