Trendsport

Neuer Skatepark in Wurzen ist eröffnet

Jascha Heine, einer der Erbauer des Wurzener Skateparks, testet die Anlage kurz vor der Eröffnung.

Wurzen. Nie hätte er es für möglich gehalten, doch am Sonnabendvormittag ging für Steffen Schönemeyer ein Traum in Erfüllung: Nämlich der von einer Skate-Anlage, die noch dazu zu den größten ihrer Art in Mitteldeutschland zählt. "Früher war ich regelmäßig in Wurzen auf der alten Bahn, jetzt werde ich wieder versuchen, so oft wie möglich hierher zu kommen, weil die neue Anlage ihresgleichen in der Region sucht", so der 33-jährige Porsche-Mitarbeiter.

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Der zugleich symbolisch dafür steht, dass sich der neue Wurzener Skatepark „Wooden Corner“, zu deutsch „Hölzerne Ecke“, zu einem Treffpunkt von Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen Schichten entwickeln soll.

Auf eine allzeit unfallfreie Fahrt mit BMX-Rad, Scooter und Skateboard: Staatsministerin Petra Köpping und Oberbürgermeister Jörg Röglin gaben am Sonnabend im Beisein vieler künftiger Nutzer den neuen Skatepark frei.

„Selbst das abgekauteste Skateboard läuft auf dieser Anlage“, ist Christian Andrae überzeugt. Dessen Arbeitgeber, die Firma Rollbetrieb, hat im Auftrag der Wurzener Stadtverwaltung die Anlage konzipiert und in den vergangenen zwei Wochen mit Hilfe einiger lokaler BMX-er und Skater im Dreieck zwischen Gymnasium, Schwimmhalle und Sportplatz aufgebaut.

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Anfänge reichen lange zurück

Die Anfänge des Projektes indes reichen viele Jahre zurück. „Jugendliche kamen auf mich zu mit dem Wunsch, einen Ersatz für die alte Anlage zu schaffen“, erinnert sich Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD). „Ich sagte ihnen damals, sie sollten die Sache selbst in die Hand nehmen.“ Eine Aufforderung, so sieht es der Stadtchef im Rückblick, die nicht funktionieren konnte. „Es fehlte die für ein solches Projekt zwingend nötige Moderation.“ Mit der Firma Rollbetrieb fand die Kommune einen solchen Moderator und mit der Staatsregierung einen Partner, der das Projekt mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Weltoffenes Sachsen“ unterstützte.

Köpping: Wurzen ist sehr gutes Beispiel

„Ich werde oft gefragt, wofür die Mittel aus diesem Topf eingesetzt würden, ich meine, dass Wurzen ein sehr gutes Beispiel ist“, so die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping (SPD). Demokratie sei bisweilen eine langweilige Sache, in die erst Leben hineinkomme, wenn Ergebnisse erreicht werden, so die Staatsministerin.

Stadtrat hat Projekt unterstützt

An der „gelebten“ Demokratie haben in Wurzen in diesem konkreten Fall auch die Stadträte eine gehörige Aktie, die im Ergebnis von laut Oberbürgermeister Röglin „nicht unerheblichen Diskussionen“ rund 40 000 Euro für das Projekt bereitstellten, in das zudem 10 000 Euro der Heinz Gries-Stiftung sowie weiterer Sponsoren floss. Ein Projekt, so der Stadtchef, mit dem man den Jugendlichen bewusst gemacht habe, dass die Dinge nicht vom Himmel fallen, sondern dass bestimmte Prozesse vielmehr ihre Zeit benötigten. Dem neuen Wurzener Skatepark „Wooden Corner“ wird nun seinerseits die Zeit dafür gegeben, sich zum Mittelpunkt einer regionalen Szene zu entwickeln.

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Kreissportbund begrüßt Skatepark

„Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die örtliche Jugendkultur von einem derartigen Angebot profitiert, ganz abgesehen davon, dass mit einer solche Anlage auch die Bedingungen im Bereich dieser Randsportarten verbessert werden“, so Christian Andrae.

Deshalb auch begrüßt René Schober vom Kreissportbund Landkreis Leipzig den neuen Skatepark ausdrücklich. „Wenn in zwei Jahren bei den Olympischen Spielen in Tokio Freestyle-BMX und Skateboarden ihre Premiere feiern werden, dann dürften deutsche Starter sicherlich noch keine Medaillen-Chancen haben. Je mehr diese Sportarten jedoch gefördert werden, umso mehr wächst ihr Bekanntheitsgrad“, erklärt er.

Von Roger Dietze

LVZ

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