Italien öffnet: Urlaub auf Sardinien und in Venedig bald ohne Einschränkungen vor Ort
Rom. Italiens Zeitungen philosophierten gestern bereits euphorisch über die symbolische Bedeutung von „weiß“: Es handle sich um die Farbe des Lichts, der Reinheit, und, warum nicht im schwer gebeutelten Italien mit derzeit rund 125.000 Covid-Toten, der Hoffnung. Also um das Gegenteil dessen, was nun immer weiter zurückzuliegen scheint: die Dunkelheit der Pandemie, die Depression, das Eingeschlossensein.
Ab Juni fallen alle Einschränkungen in 20 Regionen
Tatsächlich hat die Regierung von Mario Draghi am Montagabend einen entscheidenden Schritt in Richtung neuer Normalität getan: Bereits ab 1. Juni werden drei der 20 italienischen Regionen – das Friaul, Molise und Sardinien – weiß sein: niedrigste Gefahrenstufe, keine Restriktionen. Eine Woche später werden Venetien, Ligurien und die Abruzzen folgen. Die übrigen Regionen bleiben vorerst gelb; einzig das Aosta-Tal ist im italienischen Ampelsystem derzeit noch orange, mittlere Gefahrenstufe.
Reisefreiheit in weißen und gelben Regionen
In den weißen und gelben Regionen gilt Reisefreiheit: Der Sommer kann endlich kommen, die 3000 Kilometer Sandstrände des Landes locken, die Kulturstädte ebenso. Die Quarantänepflicht ist für Gäste aus dem Schengen-Raum, aus Großbritannien und Israel bereits am 16. Mai gefallen; wer nach Italien einreisen will, muss nun nur noch einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.
Nationaler Impfpass für Italien doch nicht nötig
Damit hat die Regierung – zumindest für die Ausländer – auch den nationalen Impfpass still und leise beerdigt, mit dem Premier Draghi schon vor einer Woche Touristen nach Italien locken wollte: Er wird zur Einreise nicht mehr benötigt, es reicht der negative Test. Gelockert wurde auch die nächtliche Ausgangssperre: Ab heute Mittwoch beginnt sie nicht mehr um 22 Uhr, sondern um 23 Uhr; sie endet wie bisher um 5 Uhr morgens. Ab dem 7. Juni ist ab 24 Uhr Sperrstunde, am 21. Juni soll die Ausgangssperre laut dem Fahrplan der Regierung ganz aufgehoben werden.
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Zur vollständigen AnsichtEinige Regionen und die rechtsnationale Lega Nord von Matteo Salvini hätten sie am liebsten gleich abgeschafft; Draghi und sein Gesundheitsminister wollten aber an der Strategie der schrittweisen Öffnung festhalten. In den weißen Zonen gibt es ohnehin keinerlei Ausgehbeschränkungen mehr; erlaubt ist dort auch die Innengastronomie. Nach wie vor gelten aber im ganzen Land Maskenpflicht (auch im Freien) und die Distanzregeln.
Corona-Neuinfektionen in Italien sinken weiter
Möglich wurden die neuen Lockerungen durch die stetige Abnahme der Fallzahlen in den vergangenen Wochen: Am Montag wurden in Italien noch 3400 neue Corona-Infektionen registriert. Vor einem Monat waren es noch 15.000 bis 20.000 Fälle gewesen. Spürbar nachgelassen hat auch der Druck auf die Krankenhäuser und Covid-Stationen.
Große Fortschritte macht außerdem die Impfkampagne: Täglich werden in Italien über eine halbe Million Personen geimpft. Die Zahl der verabreichten Dosen liegt derzeit bei 28 Millionen (bei 60 Millionen Einwohnern); hinzu kommen rund vier Millionen Genesene, die ebenfalls immunisiert sind.
Regeln für den Italien-Urlaub
- Quarantäne bei der Einreise: nein
- Testpflicht bei der Einreise: ja
- Hotels / Pensionen: offen
- Restaurants drinnen: geschlossen in den gelben Zonen, geöffnet in den weißen Zonen
- Restaurants draußen: geöffnet
- Kultur (Museen, Kinos, Theater): offen, mit Platzbeschränkungen
- Ausgangssperre: in den gelben Zonen ja, von 23 bis 5 Uhr. In den weißen Zonen keine.