Feuerwerk für „Amerikas Nummer zehn“: Wie Inter Miami die Messi-Vorstellung zelebrierte
Die neue Zeitrechnung in der Major League Soccer begann mit zweistündiger Verzögerung. Es blitzte und stürmte in Südflorida, als Lionel Messi am Sonntag bei Inter Miami vorgestellt werden sollte. Doch was sind schon 120 Minuten Warten im Vergleich zur 28-jährigen Geschichte der Major League Soccer? Und hier, in der MLS, wird er nun dribbeln, rennen, schießen, glänzen – Lionel Messi. In einer in der Vergangenheit an großen Namen nicht armen Liga, steht der argentinische Ausnahmefußballer über allen.
Der 36-Jährige ist größer als Thierry Henry, Andrea Pirlo, Kaka, Bastian Schweinsteiger, Zlatan Ibrahimovic oder auch David Beckham. Der kam 2007 als Kapitän der englischen Nationalmannschaft zur Los Angeles Galaxy, verhalf der MLS zu internationaler Reputation – und ist mittlerweile Mitbesitzer von Inter Miami. Messi trägt nun das rosafarbene Trikot seines neues Arbeitgebers als siebenmaliger Weltfußballer, Spielführer von Weltmeister Argentinien und „wertvollster Spieler“ der vor sieben Monaten beendeten WM durch die MLS-Arenen.
Ich bin sehr bewegt, hier in Miami, hier mit euch zu sein.
Lionel Messi bei seiner Vorstellung
„Inter Miami‘s Nummer zehn. Amerikas Nummer zehn. Die beste Nummer zehn der Welt – Lionel Andres Messi“, dröhnte es aus den Stadionboxen, als der Superstar im verdunkelten DRV PNK Stadium in Fort Lauderdale ins Scheinwerferlicht trat. Es regnete noch leicht – doch es war trotzdem ein sonniger Moment. In weißen Schuhen, Jeans und weißem T-Shirt schritt Messi den Laufsteg entlang, hinüber zu Beckham und den beiden anderen Klub-Besitzern, Jorge und Jose Mas. Von den Dächern der Tribünen erhellte Feuerwerk den dunklen Abendhimmel.
„Ich bin sehr bewegt, hier in Miami, hier mit euch zu sein“, sagte Messi zu den 18.000 Fans in der ausverkauften Arena. Er sprach Spanisch – aber das ist in Miami, Amerikas Stadt mit dem größten lateinamerikanischen Flair, noch nie ein Problem gewesen. Der Neue kommt als Hoffnungsträger für Verein und Liga. Miami ist Schlusslicht, hat seit elf Liga-Spielen nicht mehr gewonnen. Bis zu einem Playoff-Platz fehlen zwölf Zähler, bei noch zwölf zu absolvierenden Spielen.
Die MLS will durch Messi international Anerkennung gewinnen – und sich als Markt für weitere Stars positionieren. „Wir möchten eine Liga der Wahl für Spieler, Fans, Partner und Investoren werden“, betonte Liga-Commissioner Don Garber. Und wenn sich „der beste Spieler aller Zeiten“ für die MLS entscheide, so Garber weiter, sei das „ein echtes Testament, wo die MLS steht – und in welche Richtung sie in den nächsten Jahren gehen wird.“
Inter Miami: Messi-Debüt am Freitag geplant
Am Samstag unterschrieb Messi einen Zweieinhalbjahres-Vertrag mit der Option auf ein weiteres Jahr. Sein Gehalt soll 50 bis 60 Millionen Dollar pro Jahr betragen. Am Dienstag trainiert er erstmals mit seinem neuen Team. Dann wird er zwei vertraute Gesichter treffen. Trainer Gerardo Martino, den Messi vom FC Barcelona sowie der Nationalmannschaft kennt – und seinen langjährigen Barca-Mitspieler Sergio Busquets, der sich ebenfalls bis 2025 an den Miami band.
Das Messi-Debüt soll es am Freitag geben, Miami trifft im Leagues Cup auf Cruz Azul aus Mexiko. „Er wird feststellen, dass es hier nicht leicht ist“, warnt Wayne Rooney. Der Engländer ist seit dem Vorjahr Trainer bei D.C. United in Washington. Rooney spricht nicht nur die Spielweise der Liga an, sondern auch auch Wetterbedingungen und Reisen in verschiedene Zeitzonen.
„Mit den Bayern bin ich zu Champions League-Partien nie so weit geflogen, wie ich hier zu normalen Punktspielen unterwegs bin“, sagte Bastian Schweinsteiger während seiner Zeit (2017 bis 2019) bei Chicago Fire. MLS – das bedeutet Schnee in Toronto, Chicago oder Montreal, subtropisches Wetter in Florida oder Texas und Spiele in 1600 Meter Höhe in Denver.
Er freue sich auf alles, könne es kaum erwarten, so Messi – und versprach: „Wir werden eine gute Zeit haben, hier werden großartige Dinge geschehen.“